Preise

Analyse: Studenten können Stromkosten deutlich senken

Einer Analyse zufolge zahlen Studenten je nach Uni-Stadt unterschiedlich viel für Strom. Sparen können Studierende aber vor allem durch zwei Maßnahmen: Durch das Leben in einer WG und den Wechsel des Stromanbieters.

StromkostenStudenten müssen nicht auf hohen Stromkosten sitzen bleiben.© babimu / Fotolia.com

Berlin - Studiengebühren, ÖPNV-Ticket, Miete: Schon vor dem Semesterstart herrscht bei vielen Studenten Ebbe in der Haushaltskasse. Zusätzlich belasten hohe Strompreise das schmale Budget. In deutschen Uni-Städten unterscheiden sich die Stromkosten zum Teil stark. Zwischen günstigster und teuerster Uni-Stadt liegen knapp 20 Prozent, so eine Analyse von Toptarif.

Alleinlebende Studenten zahlen in Lüneburg am meisten für Strom

Die höchsten Stromkosten werden in der niedersächsischen Universitätsstadt Lüneburg fällig. Ein alleinlebender Student zahlt hier jährlich 732 Euro für 2.000 Kilowattstunden (kWh) Strom in der Grundversorgung. Teuer ist es auch in Frankfurt am Main und Leipzig (jeweils 695 Euro) sowie in Berlin (694 Euro). Am günstigsten kommen alleinlebende Studenten in Düsseldorf (590 Euro), Hildesheim (593 Euro), Bonn (595 Euro) und Osnabrück (597 Euro) weg.

Die Stromkosten sollten für die Wahl der Uni-Stadt zwar keine Rolle spielen, gut beraten sind Studenten jedoch, wenn sie sich beim Einzug in die neue Wohnung einen günstigen Anbieter suchen, sagt Dr. Arnd Schröder, Geschäftsführer des Vergleichsportals TopTarif. Sobald das erste Mal das Licht angeknipst würde, komme automatisch ein Vertrag mit dem örtlichen Stromversorger zustande. Und der sei in der Regel der teuerste auf dem Markt.

Ein Anbieterwechsel kann die Kosten deutlich senken. Singles sparen in den deutschen Uni-Städten durchschnittlich 191 Euro, wenn sie aus der Grundversorgung zu einem günstigen Tarif wechseln.

Deutliche Ersparnisse in einer WG

In einer Wohngemeinschaft haben Studenten den Vorteil, dass sie sich die Verbrauchskosten für Strom untereinander aufteilen können. Pro Kopf zahlen sie also meist weniger als Singles. Zwar ist dann der Verbrauch höher, die Ersparnis aber ebenfalls. Eine drei- bis vierköpfige WG mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom spart laut der Analyse in deutschen Uni-Städten durchschnittlich 397 Euro. Am größten sei die Ersparnis für Weimarer Studenten: Hier würden 1.313 Euro im örtlichen Grundversorgungstarif fällig. Beim günstigsten Anbieter koste die gleiche Menge Strom 799 Euro - das wären über 500 Euro für die WG-Kasse.

Warum unterscheiden sich die Preise je nach Region?

Der Strompreis für Privatkunden setzt sich im Wesentlichen aus drei Bestandteilen zusammen: den staatlich regulierten Steuern und Umlagen (z. B. EEG-Umlage und Stromsteuer), den Netzentgelten und den Kosten für Beschaffung, Marge und Vertrieb. Letzteres wird vor allem durch den starken Wettbewerb am Strommarkt beeinflusst und fällt je nach Versorger unterschiedlich hoch aus. Das ist die größte Stellschraube für alle Privatkunden. Wer hier aktiv wird und die großen Preisdifferenzen für sich nutzt, reduziert seine jährlichen Kosten merklich, sagt Schröder.

Für die regionalen Preisunterschiede sind vor allem die Netzentgelte verantwortlich, die die Netzbetreiber für die Durchleitung von Strom erheben. Sie unterscheiden sich je nach Bundesland stark. In strukturschwachen Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte zahlen Verbraucher höhere Entgelte, weil die Kosten auf entsprechend weniger Haushalte umgelegt werden können. Das trifft besonders auf den Osten Deutschlands zu. Insgesamt machen die Netzentgelte rund ein Viertel des Strompreises aus.

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