Energieautarkie

Aldi Süd testet Solarstrom-Speicher

In einem Pilotprojekt prüfen Aldi Süd und EnBW die Speicherung von selbst erzeugter Solarenergie. Dabei bewertet der Energieversorger, ob es für den Discounter günstiger ist, den Strom zu speichern, oder in das Stromnetz einzuspeisen.

Aldi südBereits heute verbrauchen die Aldi Süd-Filialen Unternehmensangaben zufolge rund 80 Prozent des Photovoltaikstroms selbst.© ALDI SÜD

Mülheim a. d. Ruhr - Bisher produzieren auf den Dächern von mehr als 1.200 Aldi Süd Filialen Photovoltaikanlagen klimafreundlichen Solarstrom. Damit gewinnt der Discounter jährlich 112 Millionen Kilowattstunden Strom, der größtenteils vor Ort verbraucht wird. In einem Batteriespeicher-Pilotprojekt erproben Aldi Süd und der Energieversorger EnBW gemeinsam mit dem Speicheranbieter ads-tec und den Solarexperten von Pohlen Solar jetzt, wie die selbst erzeugte Solarenergie gespeichert und somit effektiver vor Ort genutzt werden kann.

Autarkiegrad der Aldi-Filialen soll gesteigert werden

In der ersten Testphase sollen dabei die Solaranlagen von drei Filialen im Großraum Frankfurt am Main mit einem Batteriespeicher gekoppelt werden. So entsteht dem Discounter zufolge ein kleines virtuelles Kraftwerk mit dem Ziel, einen möglichst hohen Eigenverbrauch zu generieren und dadurch den Autarkiegrad der Filiale zu erhöhen, erklärt Florian Kempf, Leiter Energiemanagement bei ALDI SÜD. Bisher verbrauche das Unternehmen 80 Prozent des Photovoltaikstroms selbst.

Energiefluss wird überwacht und bewertet

EnBW übernimmt das Energiemanagement und bewertet permanent, ob es für den Discounter günstiger ist, den Solarstrom direkt zu verbrauchen, im Speicher zu parken oder dem Energiemarkt zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört auch die gesamtheitliche Visualisierung der Lastgänge der drei Erzeugungsanlagen und Speicher.

Parallel dazu wertet das System die Energieflüsse von sieben weiteren Filialen und einem Aldi Süd-Logistikzentrum mit Solaranlagen aus. Mithilfe eines Algorithmus berechnet es, wann der selbst erzeugte Strom am besten genutzt, gespeichert oder verbraucht werden sollte.

Die Testphase mit drei Filialen der Aldi Süd Regionalgesellschaft Mörfelden dauert bis Ende Januar 2018.