Rostige Brennstäbe

AKW Brokdorf darf nur gedrosselt wieder ans Netz

Im AKW Brokdorf darf ein neuer Reaktorkern beladen werden. Aufgrund von starker Korrosion an Brennstäben muss jedoch die Leistung gedrosselt werden. Wann das Kraftwerk wieder anfahren darf, ist noch unklar.

Atommüll© Thomas Bethge / Fotolia.com

Kiel – Das Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein darf nur mit gedrosselter Leistung wieder ans Netz. Grund sei eine ungewöhnlich schnelle und starke Korrosion an Brennstäben, teilte Landesenergieminister Robert Habeck (Grüne) am Montag in Kiel mit. Dazu habe das Zusammenwirken mehrerer Faktoren geführt, unter anderem eine vor Jahren vorgenommene Leistungserhöhung sowie ein immer häufigeres schnelles Hoch- und Runterfahren des Reaktors.

Brennstäbe korrodieren schneller als erwartet

Im Februar waren im Zuge der Jahresrevision Oxidschichten an Brennstäben festgestellt worden, die nicht nur dicker waren, sondern auch schneller und an anderen Stellen auftraten als erwartet. Seitdem ist der Reaktor vom Netz.

Unter der Voraussetzung, dass die Leistung und der sogenannte Lastfolgebetrieb reduziert werden, habe die Atomaufsicht nun der Beladung eines neuen Reaktorkerns zugestimmt, so Habeck. Damit ist aber noch nicht automatisch die Zustimmung zum Wiederanfahren verbunden. Wann dies geschehen soll, ist bislang unklar.

Quelle: DPA