Verkehrswende

Akku-Automat, E-Scooter und mehr: Aral eröffnet Mobility Hub in Berlin

An einer Aral-Station in Berlin befindet sich deutlich mehr als eine reine Tankstelle. Neben Ladestationen für E-Autos können dort beispielsweise E-Bikes ausgeliehen und Akkus getauscht werden. Die Station dient dem Konzern als Testfeld für künftige Hubs.

Diana Schellhas, 07.10.2020, 16:47 Uhr
Ladestation ElektroautoAls das Herzstück des neuen Mobility Hubs beschreibt Aral die neuen Ladestationen an der Tankstelle in Berlin.© Aral AG

Aral eröffnet den ersten "Mobility Hub" im Zentrum von Berlin. Neben dem klassischen Kraftstoff-Angebot und einem REWE To Go-Shop steht ein sogenannter "Microgrid" aus Ladesäule und Batterie für Elektrofahrzeuge zur Verfügung.

In Kooperation mit verschiedenen Sharing- und Mobilitätsanbietern, einem Akku-Wechselautomaten sowie der Anknüpfung an den ÖPNV soll die Aral Station zu einem Umsteigeplatz für verschiedene Verkehrsträger werden, erklärt die Aral AG. Die multifunktionale Station an der Holzmarktstraße zwischen Alexanderplatz und Ostbahnhof diene als Testfeld für die sich verändernden Kundenbedürfnisse in punkto Mobilität.

Viele Mobilitätsoptionen: Akkuwechselautomat, E-Scooter und Co.

An der Station stünde eine Bandbreite CO2-sparender Mobilitätsoptionen zur Verfügung. Möglich würde das unter anderem durch die Integration eines Jelbi-Standortes der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Dort reiche das Angebot für die Kunden von verschiedenen Car Sharing-Optionen über E-Scooter und E-Roller bis hin zum Bike Sharing.

Für eigene E-Bikes, Lastenräder oder elektrische Kleinfahrzeuge halte ein Swobbee Akkuwechselautomat Lademöglichkeiten bereit. Er ermögliche den Verkehrsteilnehmern ihre Akkus mit niedrigem Ladestand innerhalb von 30 Sekunden gegen voll aufgeladene auszutauschen.

Zusammengefasst fänden sich am Standort neben der regulären Tankstelle folgende Angebote:

  • Akkuwechselautomat für E-Bikes, Lastenräder und Kleinfahrzeuge (Swobbee)
  • Carsharing (Miles, Cambio & Greenwheels)
  • E-Scooter Sharing (Tier)
  • E-Scooter Sharing (Emmy)
  • Bikesharing (Nextbike)
  • Aral UFC-Ladesäule (zwei Ladepunkte)
  • Anbindung an den ÖPNV (S-Bahn/U-Bahn/Bus)

Lokale Batterie stellt den Strom für die Ladestationen von Aral bereit

Das technologische Herzstück des "Mobility Hub" seien die beiden neuen Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Sie könnten an der Station mit einer Leistung von bis zu 320 kW kompatible Elektrofahrzeuge laden. Das Besondere: Dieser Standort sei nicht wie sonst in dieser Leistungsklasse üblich an das Mittelspannungsnetz angeschlossen. Stattdessen würde die benötigte hohe Ladeleistung durch eine lokale Batterie bereitgestellt, die sich auflädt, wenn gerade kein Elektrofahrzeug angeschlossen ist.

Zusätzlich könne in Zukunft am Standort selbständig Strom erzeugt werden, um sich autark zu versorgen. Dabei handele es sich um die erste Ausbaustufe eines sogenannten Microgrid. Mit dieser Technologie könne dort ultraschnelles Laden angeboten werden, wo durch das lokale Stromnetz die technischen oder kommerziellen Voraussetzungen nicht gegeben sein. Aral erprobe erstmals deren Praxistauglichkeit.

Vor kurzem hatte die Tankstellenmarke bereits angekündigt, in den kommenden Monaten in Deutschland über 100 ultraschnelle Ladepunkte mit bis zu 350 kW Ladeleistung in Eigenregie in Betrieb zu nehmen.