Auswertung

AEE: Nur geringe Fortschritte beim Ausbau der Elektromobilität

Der Ausbau der Elektromobilität geht einer Auswertung der Agentur für erneuerbare Energien zufolge zwar voran, für einen echten Wandel im Verkehrswesen reichen die kleinen Schritte aber nicht aus. Der Untersuchung zufolge gibt es vor allem große regionale Unterschiede.

Elektroauto© Ben Chams / Fotolia.com

Berlin - Hamburg ist eine Vorreiterstadt in Sachen Elektromobilität: Gemessen an der gesamten Pkw-Flotte fahren hier die meisten Elektroautos, noch vor den Automobilländern Bayern und Baden-Württemberg, so eine Auswertung der Agentur für erneuerbare Energien (AEE). Insgesamt waren demnach zu Beginn des Jahres rund 83.000 Elektroautos in Deutschland zugelassen. Das sei zwar ein Wachstum um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert, in Bezug auf die gesamte Pkw-Flotte aber weiterhin nur ein Anteil von etwa 0,2 Prozent. Die aktuellen Zahlen zur Elektromobilität in den Bundesländern zeigen positive Entwicklungen, aber insgesamt noch zu geringe Fortschritte für einen wirklichen Wandel in der Mobilität, so die Agentur.

Verbreitung von Elektroautos gemessen an der PKW-Flotte insgesamt

Trotz des insgesamt geringen Niveaus gäbe es deutliche, regionale Unterschiede: Während in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt beispielsweise nicht einmal ein Elektroauto-Anteil von 0,1 Prozent erreicht würde, läge dieser Anteil in Bayern und in Hamburg bei fast 0,3 Prozent. Wenn man Plug-in-Hybride mit einberechne, führe Hamburg und erreiche so knapp einen Wert von 0,5 Prozent, wenn man die gesamte PKW-Flotte miteinberechne.

Bayern führt bei der Gesamtanzahl an E-Autos

Bei Betrachtung der absoluten Zahlen habe Anfang 2019 Bayern vorn gelegen. Mit über 20.000 Elektroautos existiere hier fast ein Viertel der gesamtdeutschen, elektrisch-betriebenen Pkw. Auf dem zweiten Rang läge Baden-Württemberg noch vor dem bevölkerungs- und autoreichen Nordrhein-Westfalen.

Bei Neuzulassungen führt Schleswig-Holstein

Bei den Neuzulassungen ist der Auswertung zufolge mit Schleswig-Holstein ein Land aus dem hohen Norden der Republik führend. Mit einem Elektro-Anteil von über 1,5 Prozent bei den Neuzulassungen sei ein neuer deutschlandweiter Rekordwert erreicht worden. Auch Berlin mit rund 1,4 und Hessen mit etwa 1,3 Prozent stünden bei der Betrachtung der Elektroauto-Neuzulassungen des letzten Jahres vergleichsweise gut da. Gleichzeitig bedeuten diese Zahlen, dass selbst in den Vorreiterländern über 98 Prozent der Neuzulassungen noch zumindest teilweise konventionell betrieben werden.