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ADAC: Bordcomputer zeigt Stromverbrauch vom E-Auto nicht vollständig an

Der Energieverbrauch von Elektroautos fällt einer Untersuchung des ADAC zufolge erheblich höher aus, als Bordcomputer es wiedergeben. Der Automobilclub hat 15 E-Autos auf ihren realen Verbrauch hin untersucht.

Diana Schellhas, 22.07.2020, 15:57 Uhr
ElektroautoLaut Untersuchung weicht der reale Energieverbrauch um bis zu 25 Prozent von den Angaben des Bordcomputers ab.© Tom-Hanisch.de / Fotolia.com

Die Entscheidung für ein Elektrofahrzeug orientiert sich vielfach am Energieverbrauch und damit an den Kosten fürs Aufladen. Die Angaben im Bordcomputer sind jedoch nur die halbe Wahrheit: Sie zeigen lediglich den Verbrauch für den Antrieb an - Verluste beim Ladevorgang bleiben unberücksichtigt, müssen aber mitbezahlt werden.

Der ADAC hat 15 E-Autos auf ihren realen Verbrauch an der Ladesäule im Vergleich zur Angabe im Bordcomputer untersucht. Ergebnis: Je nach Fahrzeug weichen die Angaben 10 bis 25 Prozent voneinander ab.

Warum zeigen Bordcomputer nicht den gesamten Energieverbrauch an?

Bordcomputer sind grundsätzlich ein sinnvolles Extra und gehören bei vielen Automodellen zur serienmäßigen Ausstattung oder kosten nur einen geringen Aufpreis, beichtet der Automobilclub. Demnach informieren sie über gefahrene Wegstrecken, fällige Wartungsdienste, Durchschnittsgeschwindigkeiten oder den Verbrauch, zeigen bei E-Autos jedoch nur den Verbrauchswert beim Fahren, nicht den gesamten Strombedarf an. Der Grund dafür sei, dass die Messsysteme im Auto die beim Aufladen anfallenden Verluste nicht erfassen könnten. Ladeverluste entstünden beim Laden in der vorgelagerten Elektroinstallation und der Ladestation, im Bordladegerät des Fahrzeuges und in der Antriebsbatterie.

Im Test: E-Autos von Tesla, Seat, Jaguar, Renault, VW und Nissan

Ladeverluste addieren sich zusammen mit sonstigen Ungenauigkeiten von Bordcomputern zum Teil erheblich, zeigt der Vergleich des ADAC. Demnach müsse man beim Tesla Model 3 LR knapp 25 Prozent zur Bordcomputer-Angabe addieren, beim Seat Mii electric knapp 21 Prozent und beim Jaguar i-Pace gute 17 Prozent.

Aber auch die Mittelklasse-Wagen Renault ZOE (knapp 19 Prozent), Nissan Leaf (17,6 Prozent) und VW e-up! (15,6 Prozent) zeigten ein deutliches Plus. Lediglich der KIA e-Niro (9,9 Prozent) bleibe unter der 10-Prozent-Marke.

ADAC: Ladeverluste sollten mitgeteilt werden

Um dem Verbraucher eine vollständige Übersicht über den Stromverbrauch zu liefern, fordert der ADAC von den Herstellern, nicht nur die Verbrauchswerte, sondern auch die Ladeverluste in Prozent bei den technischen Angaben mitaufzuführen. Außerdem sollten sie bei der Entwicklung nicht nur auf effiziente Antriebe, sondern auch auf Ladesysteme mit niedrigen Verlusten achten.

Elektroauto Verbrauch laut Bordcomputer (kWh/ 100 km) Gemessene Werte (kWh/ 100 km) Abweichung in %
Tesla Model 3 Long Range 15.7 20.9 24.88
Seat Mii electric 13.7 17.3 20.81
Renault ZOE 15.4 19.0 18.95
Renault ZOE R110 15.1 18.5 18.38
Tesla Model 3 Standard Range Plus 16.0 19.5 17.95
Nissan Leaf 18.7 22.7 17.62
Jaguar i-Pace 22.8 27.6 17.39
Mercedes EQC400 4Matic 23.2 27.6 15.94
VW e-up! 14.9 17.7 15.82
Mini Cooper SE 15.0 17.7 15.25
Audi e-tron 22.2 25.8 13.95
Hyundai IONIQ Elektro 14.3 16.3 12.27
KIA e-Soul (64 kWh) 16.5 18.8 12.23
BMW i3 120 Ah 15.8 18.0 12.22
KIA e-Niro (64 kWh) 16.3 18.1 9.94