Leibstadt

Abgeschaltet: Fehlfunktion in Schweizer AKW

Wegen einer technischen Fehlfunktion ist ein Schweizer AKW abgeschaltet worden. Das Kraftwerk Leibstadt war gerade erst nach einer längeren Pause wieder ans Netz gegangen. Das deutsche Umweltministerium forderte bereits vor einem Jahr Nachbesserungen.

20.02.2017, 10:42 Uhr (Quelle: DPA)
Schweiz© Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

Leibstadt/Basel – Ein Schweizer Atomkraftwerk an der Grenze zu Deutschland ist nach einer technischen Fehlfunktion vom Netz genommen worden. Das Problem sei in der Nacht zum Samstag in der Abgasanlage im nicht-nuklearen Bereich aufgetreten, teilte der Betreiber des AKW Leibstadt mit. Das Werk war erst Freitagabend nach einem halbjährigen Stillstand wegen oxidierter Brennstäbe wieder ans Netz gegangen.

AKW soll am Montag wieder hochfahren

Bei der Inbetriebnahme wurden Funktionstests durchgeführt, um den Reaktor wieder hochzufahren, wie es in der Mitteilung hieß. Die Abgasanlage habe aber nicht ordnungsgemäß funktioniert. "Gemäss Prozessanweisung wurde in der Folge die Anlage manuell abgeschaltet und geordnet heruntergefahren", teilten die Betreiber mit. Das Werk soll voraussichtlich am Montag wieder hochgefahren werden.

Schon vor einem Jahr Nachbesserungen gefordert

Das deutsche Bundesumweltministerium hatte den Betreibern bereits vor einem Jahr Sicherheitsmängel vorgeworfen. Die Behörde forderte Nachbesserungen am AKW an der deutsch-schweizerischen Grenze am Hochrhein. Das Atomkraftwerk ist nur knapp zwei Kilometer Luftlinie vom deutschen Ort Waldshut-Tiengen in Baden-Württemberg entfernt. Der Reaktor ist seit 1984 am Netz.

Ältester Schweizer Reaktor soll abgeschaltet werden

Die Universität Basel will indes den ältesten Atomreaktor der Schweiz endgültig stilllegen. Sie habe das Umweltministerium über die geplante Demontage sowie Schutzmaßnahmen und die Entsorgung radiaktiver Abfälle informiert, teilte die Universität am Montag mit. Der seit den 1950er Jahren am Physik-Institut zu Forschungszwecken genutzte Reaktor sei bereits seit 2015 außer Betrieb und die Brennelemente seien zurück in die USA geschickt worden.