Energieverbrauch prüfen

Zählerstand falsch: Ursachen und Maßnahmen

Kann ein falscher Zählerstand Ursache für eine überhöhte Stromrechnung sein? Durchaus! Das muss aber nicht unbedingt daran liegen, dass der Stromzähler defekt ist. Was kann man als Stromkunde unternehmen?

ZählerstandIst der Zählerstand auf der Stromrechnung falsch dargestellt, sollte schnellstmöglich der Energieanbieter kontaktiert werden.© co2online

Viele Verbraucher kennen das mulmige Gefühl, wenn die Stromrechnung eintrifft. Gibt es Geld zurück oder verlangt der Stromlieferant eine hohe Nachzahlung? Wenn Sie der Meinung sind, dass die Abrechnung nicht stimmt, sollten Sie sofort reagieren. Kontaktieren Sie den Stromlieferanten und reklamieren Sie die Rechnung. Wichtig zu wissen: Solange die Abweichungen nicht geklärt sind, darf das Energieunternehmen die Stromlieferung nicht unterbrechen. Sie müssen also nicht befürchten, während der Klärung im Dunkeln zu stehen.

Warum stimmt der Zählerstand nicht?

Für einen falschen Zählerstand des Stromzählers gibt es verschiedene Gründe, z.B.:

  • der Verbraucher hat einen falschen Zählerstand mitgeteilt
  • das Energieunternehmen hat einen Ableser geschickt, der einen falschen Stand aufgeschrieben hat
  • im Ableseprotokoll oder in der Rechnung befindet sich ein Rechenfehler oder ein Zahlendreher
  • der Kunde hat den Zählerstand nicht rechtzeitig gemeldet und der Verbrauch wurde geschätzt
  • der Zähler ist defekt und misst den Stromverbrauch nicht richtig
  • es liegt ein Fall von Stromdiebstahl vor

Ablesen lassen oder selbst ablesen?

Lange Zeit war es für die meisten Haushalte selbstverständlich, dass einmal im Jahr ein Ableser ins Haus kommt und die Zählerstände abliest. Das hat sich jedoch geändert und die Stromnetzbetreiber fordern immer häufiger die Verbraucher auf, den Zählerstand selbst abzulesen. Die Mitteilung an das Energieunternehmen erfolgt entweder schriftlich oder online. Für die schriftliche Angabe verteilen die Versorger Postkarten oder Vordrucke, in die nur noch die Zahlen eingetragen werden müssen.

Sowohl der Ableser als auch der Verbraucher selbst kann beim Ablesen oder beim Eintragen der Zahlen in das Onlineformular oder auf der Postkarte einen Fehler machen. Entweder wird eine Zahl vergessen oder ein Komma falsch gesetzt oder es kommt zu einem Zahlendreher. Die fehlerhaften Angaben führen zu einer falschen Berechnung und es kann zu einer hohen Nachzahlung kommen. Daher sollten die Angaben des Ablesers immer überprüft werden, bevor oder kurz nachdem die Zahlen an den Energielieferanten gemeldet werden.

Fristen einhalten

Wenn der Stromversorger die Verbraucher auffordert, die Zählerstände einzureichen, setzt er in der Regel eine Frist. Bis zu dem angegebenen Termin müssen die Zahlen vorliegen. Verpasst ein Haushalt diese Frist, ist das Energieunternehmen berechtigt, den Verbrauch zu schätzen. Bei der Schätzung muss sich der Stromlieferant nach dem durchschnittlichen Verbrauch der Vorjahre richten. Wenn es sich um einen neuen Kunden handelt, wird der Verbrauch einer ähnlich großen Vergleichswohnung herangezogen. Trotzdem kann die Schätzung zu einer Nachzahlung führen. Um die Zahlung zu vermeiden, sollte daher der Zählerstand rechtzeitig bekannt gegeben werden. Wenn der Energielieferant einen Ableser schickt, muss außerdem freier Zugang zu dem Stromzähler bestehen. Ansonsten kann es auch in diesem Fall zu einer Schätzung kommen.

Zählerstand und Zählernummer ablesenJeder Stromzähler hat auch eine Nummer (grün), zu der der Stromvertrag zugeordnet ist. Der aktuelle Zählerstand (blau) zeigt den Energieverbrauch in kWh an.

Zähler defekt oder Stromdiebstahl?

Ein defekter Stromzähler kann falsche Daten liefern. Ein Stromdiebstahl durch Nachbarn kann viel Geld kosten und sollte schnell aufgedeckt werden. Um die Ursache für einen falschen Zählerstand zu finden, können Verbraucher zunächst den Zähler selbst überprüfen. Dazu sollten in der Wohnung sämtliche Sicherungen ausgeschaltet werden. Nach einer Wartezeit von circa zehn Minuten sollten sich die Messräder in dem Zähler nicht mehr drehen. Ist doch noch eine Bewegung zu sehen, ist der Stromzähler entweder defekt oder ein anderer Haushalt versorgt sich über das eigene Stromnetz.

Wirksame Maßnahmen bei falschen Zählerständen

Wenn Sie den Verdacht haben, dass der Stromzähler defekt ist, bitten Sie den Energielieferanten um eine Überprüfung. Falls sich tatsächlich ein Defekt findet, zahlt das Stromunternehmen die Reparatur. Ansonsten stellt der Energieversorger Ihnen die Überprüfung in Rechnung.

Wenn sich in der Stromrechnung falsche Zählerstände finden, reklamieren Sie die Rechnung schriftlich. Versenden Sie den Brief als Einschreiben, um einen Nachweis für die Reklamation zu haben. Bitten Sie den Anbieter darum, die Rechnung zu überprüfen. Wenn Sie bereits wissen, warum es zu der falschen Abrechnung kam, weisen Sie den Stromlieferanten auf den Fehler hin.

Bei jeder Reklamation sollten Sie Fotos von dem Stromzähler machen. Auf den Bildern sollten der Zählerstand, die Nummer des Zählers und das Datum der Aufnahme zu sehen sein. Auch ein Zeuge, der den Zählerstand bestätigt, ist hilfreich. Wenn es nicht zu einer Einigung mit dem Energieversorger kommt, hilft die Schlichtungsstelle Energie e. V. weiter.

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