Preis-Leistung

Wasserkocher: So findet man energieeffiziente Geräte

Jeder hat sicherlich schon einmal von dem Tipp gehört, Wasser zuerst mittels Wasserkocher zu erhitzen und dann erst in den Topf zu gießen, um am Herd zu kochen. Was steckt dahinter und gibt es auch besonders energieeffiziente Wasserkocher? Hier lesen Sie von den Unterschieden in Preis und Leistung!

Wassertropfen© Wladimir Tolstich / Fotolia.com

Die Wahl des richtigen Wasserkochers

Wasserkocher erhält man auf dem Markt in etlichen Ausführungen: Den zehn Euro Kocher aus simplem Plastik oder den 150 Euro High-Tech Kocher aus Glas, Edelstahl und mit LED-Farbanzeige. Was man davon braucht und nicht braucht, ist ganz individuell. Die erste Frage, welche man sich stellen sollte, dreht sich um die Größe des Wasserkochers: Welche Wassermengen erhitzt man im Schnitt? Bloß eine Tasse oder gleich mehrere Liter? Einfüllen sollte man für den jeweiligen Erhitzungsvorgang ohnehin immer nur die Wassermenge, die aktuell benötigt wird.

Was die Materialien des Wasserkochers angeht, so ist das Geschmackssache, wobei hier festgehalten werden soll, dass Plastik Wärme am schlechtesten leitet, sprich der Energieverlust nach außen am geringsten ist. Sinnvoll für eine spätere Reinigung ist es außerdem, wenn die Heizelemente nicht einfach im Kocher offenliegen, sondern durch eine Bodenplatte bedeckt werden. Mittlerweile in nahezu allen Wasserkochern vorhanden, ist eine Abschaltautomatik, sobald das Wasser kocht – sicherheitshalber sollte man jedoch auch hier vor dem Kauf noch einmal ein kontrollierendes Auge drauf werfen. Nicht zuletzt kann auch ein Temperaturregler sinnvoll sein, da man für manche Dinge nicht unbedingt kochendes, sondern lediglich heißes Wasser benötigt. Grüner Tee etwa schmeckt auch bei nur 60 Grad zubereitet hervorragend.

Der Stromverbrauch des Wasserkochers

Beim Kauf einer neuen Spülmaschine oder Kühlschranks wirft man einfach einen Blick auf das Energielabel. Man achtet auf A und möglichst viele Pluszeichen dahinter und weiß, dass man ein besonders energieeffizientes Gerät gefunden hat. Ganz so einfach ist das bei Wasserkochern leider nicht.

Der Stromverbrauch des Wasserkochers wird in Watt angegeben. Mit steigender Wattzahl und steigendem Stromverbrauch sinkt jedoch gleichzeitig die Zeit, die der Kocher benötigt, um das Wasser zum kochen zu bringen. Hersteller geben häufig an, wie lange das Modell benötigt, um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen.

Ein 3.000 Watt Wasserkocher, der erstmals als Energieschleuder erscheint, benötigt ca. zwei Minuten, bis die Füllmenge von einem Liter kocht. Ein 500 Watt Kocher braucht hingegen etwa 12 Minuten, bis das Wasser kocht. Es folgt eine einfache Rechnung: Zeit (in Stunden) x Kilowatt x Preis (ca. 28 Cent) ergibt die Kosten für ein Liter erhitztes Wasser. Das Ergebnis: Bei beiden Kochern zahlt man für einen Liter kochendes Wasser rund 2,8 Cent – nur dass man beim 500 Watt Kocher deutlich länger auf seine Tasse Tee warten muss. Die verschiedenen Wasserkochermodelle unterscheiden sich in ihrer Energieeffizienz also häufig nur marginal. Wer es genau wissen möchte, kann diese einfache Rechnung vor dem Kauf nochmals mit seinen Favoriten durchführen.

Wasserkocher im Vergleich zu anderen Erhitzungsmethoden

Grundsätzlich haben Wasserkocher eine sehr hohe Energieeffizienz: Über 80 Prozent der aufgewendeten Energie fließen ins Wasser, die verbleibenden 20 Prozent gehen übers Gehäuse an die Umwelt verloren. Eine gute Isolation des Kochers kann sich also sehr wohl lohnen. Ist der Wasserkocher mit dem blauen Engel ausgezeichnet, bietet das Modell eine Energieeffizienz von immerhin 85 Prozent. Weiterhin bescheinigt der Blaue Engel langlebige und bedienungsfreundliche Geräte sowie den Verzicht auf umwelt- und gesundheitsbelastende Materialien.

Stiftung Warentest machte Beginn 2013 den Test: Wie lange dauert es und wie viel Energie wird benötigt, um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen? Natürlich sind Abweichungen je nach Modell denkbar, aber ein Ranking zeichnet sich ganz klar ab: Der Wasserkocher brauchte lediglich 115 Wattstunden und 198 Sekunden, weshalb sich selbst das Induktionskochfeld mit Platz zwei begnügen musste. Hier wurden 123 Wattstunden und 276 Sekunden benötigt, um ein Liter Wasser zum kochen zu bringen. Mit 189 Wattstunden und 342 Sekunden folgt das Glaskeramikkochfeld, hinten einreihen müssen sich die klassische Herdplatte (208 Wattstunden und 378 Sekunden) und die Mikrowelle (231 Wattstunden, 738 Sekunden).

Kochwasser mit Wasserkocher vorerhitzen?

Zwar ist ein Wasserkocher mithin die energieeffizienteste Variante Wasser zu erhitzen, benötigt man jedoch größere Mengen heißes Wasser, macht es durchaus Sinn, dieses direkt auf dem Herd zu erhitzen. Hierzu kann man sich die Grenze bei etwa 1, 5 Litern Wasser merken. Schließlich hat man ansonsten an zwei Stellen Energieverluste: Jeweils beim Erhitzen des Materials von Wasserkocher und Kochtopf. Sinnvoll beim Kochen kann es sein, sowohl Wasser im Topf als auch im Wasserkocher zu erhitzen – Hälfte Hälfte sozusagen. Auf diesem Wege ist der Topf mit etwas Wasser bereits heiß, wenn man das Wasser aus dem Kocher hinzugibt.

Auch ein Wasserkocher will gepflegt werden

Damit der Wasserkocher auch so energieeffizient wie am ersten Tag bleibt, sollte man immer mal einen Blick in dessen Inneres werfen: Sieht man eine Kalkkruste am Boden des Kochers, ist entkalken angesagt, denn die dünne Schicht wirkt wie eine Art Wärmedämmung zwischen Heizelement und Wasser, sodass mehr Energie zum Erhitzen aufgebracht werden muss. Die Entkalkung geht ganz einfach und mit Hausmitteln – der teure chemische Entkalker aus dem Supermarkt kann also getrost dort bleiben. Denn auch mit Essigessenz oder Zitronensäure macht man dem Kalk ein Ende: Entweder ein Schuss Essig oder etwas Zitronensäure in den Kocher, mit Wasser auffüllen und – kochen! So löst sich der Kalk und es ist nur noch ein Nachspülen nötig.

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