Nachhaltigkeit

Clever waschen schont Umwelt und Geldbeutel

Bis Mitte des vorigen Jahrhunderts war das Waschen von Kleidung Schwerstarbeit; für die Natur und die Haushaltskasse ist es bis heute eine große Belastung. Dabei ist Nachhaltigkeit auch in diesem Bereich ganz einfach. Eine Reihe leicht umzusetzender Tipps hilft, Umwelt und Geldbeutel zu schonen.

Diana Schellhas, 24.09.2020, 17:10 Uhr
WaschmaschineBeim Waschen mit der Waschmaschine können Umwelt und die eigene Haushaltskasse ganz einfach geschont werden.© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Wie viel Wasser, Reinigungsmittel und Strom für einen maschinellen Waschvorgang nötig sind, lässt sich nur ungefähr ermitteln - denn der Verbrauch unterliegt je nach Modell und Alter des Gerätes erheblichen Schwankungen. Auch das individuelle Waschverhalten der Haushalte hat großen Einfluss auf die Menge verbrauchten Wassers, Waschmittels und Stroms.

Fakt bleibt jedoch, dass jede Maschinenwäsche die Umwelt zweifach belastet: Einmal, indem Rohstoffe und Energie verfügbar gemacht werden; ein zweites Mal, nachdem die Lauge mit den darin gelösten Wirkstoffen ausgeleitet wurde und abgebaut werden muss. Gute Gründe, den Vorgang zu optimieren und nebenbei auch noch zu sparen.

Moderne Modelle mindern Mehrkosten

Sich eine neue Waschmaschine anzuschaffen wirkt auf den ersten Blick unökonomisch. Doch die Investition lohnt sich doppelt, denn moderne Geräte verbrauchen weniger Wasser und weniger Strom. Dadurch entlasten sie Umwelt und Haushaltskasse gleichermaßen. Ein beispielhafter Vergleich ist dafür der beste Beweis:

Bei fünf Inbetriebnahmen pro Woche verbraucht eine moderne Waschmaschine rund 12.700 Liter Wasser per annum. Bei älteren Modellen liegt der Verbrauch um das Dreifache höher. Die gesparte Menge könnte andere Verbrauchsquellen speisen und würde die Jahresrechnung des betroffenen Haushalts deutlich reduzieren.

So heiß wie nötig, so kalt wie möglich

Hinzu kommt der Strom, den die neue Maschine verbraucht bzw. spart. Seit 2013 dürfen nur noch Modelle verkauft werden, die mindestens der Energieeffizienzklasse A+ entsprechen und einen entsprechend niedrigen Verbrauch haben. Wie viel sich dadurch sparen lässt, kann jeder mit den Angaben zum Verbrauch leicht nachrechnen. Geht man von einer Waschladung pro Woche aus, die jeweils zwei Stunden Zeit in Anspruch nimmt, sind das rund 104 Stunden im Jahr (ausgegangen von 52 Wochen/ Strompreis: 30 Cent). Diesen Wert kann man dann mit der Wattangabe multiplizieren.

Beispiel sparsameres Gerät mit 1.800 Watt:

1.800 Watt x 104 Stunden = 187.200 Watt-Stunden (ca. 187 kWh/ 56 Euro im Jahr)

Beispiel mit 3.000 Watt:

3.000 Watt x 104 Stunden = 312.000 Watt-Stunden (312 kWh/ 94 Euro im Jahr)

Beim Stromverbrauch fließt auch ein, in welchem Temperaturbereich die meisten Touren laufen. Das ist wichtig, weil der meiste Strom für die Warmwasserbereitung genutzt wird. Aus diesem Grund sollte die Waschtemperatur so weit wie möglich reduziert werden. Alternativ kann das Energiesparprogramm der Maschine hinzugeschaltet werden, das die Hitze und den Wasserverbrauch automatisch verringert. Innovative Fasern und leistungsstarke Waschmittel unterstützen diese Maßnahme - weil sie dafür sorgen, dass Textilien auch im Niedrigtemperaturbereich sauber werden.

Ordnung ist die halbe Rechnung

Eine weitere Möglichkeit, nachhaltig zu waschen ist das Vorsortieren der Wäsche. Sie nach

  • Material,
  • Farbe und
  • Verschmutzungsgrad

zu trennen hilft, geeignete Waschprogramme zu wählen und das Waschmittel zweckentsprechend zu dosieren. Auch hier macht ein Beispiel anschaulich(er), was gemeint ist:

Empfindliche Stoffe wie Seide oder Wolle dürfen nur mäßig bewegt werden und möchten "schwimmen" - was bedeutet, dass sie ein spezielles Schonprogramm mit erhöhtem Wasserstand brauchen. Derbe Jeans, stark verschmutzte Berufskleidung oder Hygiene-Artikel wie Bettwäsche und Handtücher werden dabei jedoch nicht sauber genug - und benötigen eine kräftigere Behandlung.

Mengenmäßig immer am Limit

Die Wahl des geeigneten Waschprogramms bzw. -mittels schließt zweierlei Dosierung ein: Zum einen den Füllstand der Trommel, zum anderen die Menge des Reinigungs-Produkts. Beides sollte sich stets hart an der Grenze bewegen. Während die Beladung immer den Maximal-Wert touchiert, muss Pulver oder Liquid so minimal wie möglich dosiert werden.

Die meisten Menschen unterschätzen das Fassungsvermögen ihrer Maschine ebenso wie die Reinigungs-Leistung des Waschmittels. Für das Füllen gibt es jedoch eine buchstäbliche Faustregel: Die Trommel ist erst dann wirklich voll, wenn zwischen den Wäschestücken gerade noch die Faust Platz findet.

Eine wunderbare Hilfe beim Beladen sind Geräte mit Mengenautomatik. Sie passen die Wassermenge und den damit einhergehenden Stromverbrauch an den Füllstand der Maschine an. Wenige und/oder leicht verschmutzte Stücke werden im Kurz-, Spar- oder Eco-Modus ausreichend gereinigt.

Auch Nebenrollen gut besetzen

Nicht zuletzt unterstützt die Wahl des Waschmittels den Nachhaltigkeits-Gedanken. Allerdings sind auch Bio- und Öko-Varianten weniger umweltfreundlich als gedacht/gehofft. Jedes (!) Reinigungs-Produkt enthält Tenside, die nicht bzw. nur sehr schwer abbaubar sind. Schon deshalb sollten Pulver und Liquids immer sparsam dosiert werden.

Statt Flecken mit mehr Waschmittel zu bekämpfen, sollte der Haupt-Protagonist sinnvoll ergänzt werden - zum Beispiel, indem die Wäsche mit umweltverträglicher Gallseife vorbehandelt wird. Um die Wasserhärte auszugleichen, kann Essig hilfreich sein und der viel gepriesene Weichspüler muss nicht bei jeder Wäscheart oder in jedem Waschgang zum Einsatz kommen.

Fazit: Kleiner Aufwand, große Wirkung

Abgesehen vom Kauf einer neuen Waschmaschine sind alle genannten Punkte leicht umzusetzen. Nach einiger Zeit gehen sie in Fleisch und Blut über - und helfen, die Rohstoffe und Kosten pro Waschladung zu senken. Das nutzt der Umwelt und dem Geldbeutel gleichermaßen - und hinterlässt das gute Gefühl, sich aktiv am Naturschutz zu beteiligen.

War dieser Artikel hilfreich?

Ausführliche Infos zum Thema Strom
  • Glühlampen

    Glühbirnenverbot

    Glühbirnenverbot - das Aus für die Glühlampe

    Als Glühlampen- oder Glühbirnenverbot wird umgangssprachlich das Herstellungs- und Vertriebsverbot bezeichnet, das die EU-Kommission für Glühbirnen beschloss. Im Dezember 2008 wurde bekanntgegeben, dass die herkömmliche Glühlampe oder Glühbirne vom Markt genommen werden soll.

  • Bundesnetzagentur

    Bundesnetzagentur

    Netzagentur zum Schutz des Wettbewerbs

    Die Netzagentur mit Sitz in Bonn achtet den Bereichen Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen für die Regulierung der Märkte zuständig. Außerdem soll sie auch zu der Aufklärung von Verbrauchern beitragen.

  • Strommast

    Stromversorger

    Top 10: Die größten deutschen Stromversorger

    Überblick der Top 10: Das sind die zehn größten Stromversorger in Deutschland. Obwohl der Umstieg auf erneuerbare Energien immer weiter voranschreitet, stammt der größte Teil der produzierten Energie aus fossilen Brennstoffen.