Starthilfe

Stromvertrag für Studenten – so geht nichts schief

Als Student zieht man oft erstmalig in eine eigene Wohnung oder WG und muss sich auch um einen eigenen Stromtarif kümmern. Was es als Student zu beachten gibt und welche speziellen Probleme man vielleicht antrifft, erklären wir hier!

Geld© Picture-Factory / Fotolia.com

Für Studenten ergeben sich häufig ganz spezielle Fragen, wenn es um den Stromvertrag geht. Etwa, ob man als WG gemeinsam einen Stromvertrag abschließen kann, oder was man macht, wenn jemand offensichtlich mehr Strom verbraucht als alle anderen. Eins haben aber Studenten mit anderen Verbrauchern gemeinsam: Sie wollen möglichst Geld sparen.

Nicht immer ist ein Wechsel möglich

Kann man überhaupt in jedem Fall seinen Anbieter selbst wählen? Dem ist nicht so. Besonders in Wohnheimen ist selten eine zimmergenaue Abrechnung möglich und der Vermieter kümmert sich um einen Stromtarif, dessen Kosten er dann anteilig – beispielsweise über die Zimmergröße bestimmt - unter den Bewohnern aufteilt. Ein kleiner Trost: Der Stromverbrauch des gesamten Wohnheimes ist so hoch, dass der Vermieter häufig einen gesonderten Vertrag mit Preisnachlässen bei dem lokal ansässigen Stromanbieter verhandelt hat, sodass auch Wohnheim-Bewohner von günstigen Preisen profitieren können.

Der richtige Stromvertrag für Studenten

Wer aber die Möglichkeit hat, in seiner WG oder dem eigenen Appartement den Stromtarif selbst zu wählen, sollte davon Gebrauch machen: Spezielle Studenten-Tarife gibt es bei Stromanbietern zwar weniger, was jedoch nicht heißt, dass man nicht kräftig sparen könnte. Neben dem Preis sollte man insbesondere auf kundenfreundliche Vertragsbedingungen achten. Wer den Anbieter nicht wechseln möchte, findet zudem bei seinem Grundversorger auch sogenannte Sondertarife, die häufig bessere Konditionen bieten. Mit Ökostromtarifen kann man zudem etwas fürs "grüne Gewissen" tun.

WG-Stress vermeiden, klare Verhältnisse schaffen

Wenn es um Geld geht, kann es schnell zu Streit kommen. Am besten man schiebt in seiner WG vorab einen Riegel vor mögliche Streits wegen Stromrechnung und Co. Normalerweise läuft der Stromvertrag über eine Person, bei manchen Stromanbietern kann man auch mehrere Leute eintragen lassen. Dabei muss nicht unbedingt der Hauptmieter den Stromvertrag übernehmen, auch wenn das häufig das Sinnvollste ist. Möchte der Inhaber des Stromvertrages ausziehen, lässt sich der Vertrag recht einfach auf einen anderen Bewohner der WG übertragen. Am besten man hält den Zählerstand bei Auszug des Vertragsinhabers fest. So gibt es keinen Ärger mit eventuellen Nachzahlungen.

Damit es keinen Stress bei der Zahlung der Stromrechnung und eventuell anfallenden Nachzahlungen gibt, sollte bereits im Mietvertrag festgelegt werden, dass die Stromrechnung durch die Anzahl der WG-Bewohner geteilt wird.

Wenn einzelne Mitbewohner mehr Strom verbrauchen

Grundsätzlich geht man davon aus, dass jeder Student in etwa gleich viel Strom benötigt. Wer es genau wissen möchte, hat die Möglichkeit, für jeden Bewohner Zwischenzähler einbauen zu lassen, wobei die Kosten-Nutzen-Rechnung meist unverhältnismäßig hoch ist und man Teile der Wohnung ja gemeinsam nutzt. Hat man den Verdacht, dass ein Mitbewohner deutlich mehr Strom als alle anderen verbraucht, hilft bei fehlendem Nachweis nur das Gespräch, das auf die Einsichtigkeit des Stromverbrauchers pocht. So kann man beispielsweise einen höheren Anteil an der Stromrechnung vereinbaren, oder besagter Mitbewohner bemüht sich um einen niedrigeren Verbrauch.

Pauschalbeträge für Strom

Wohnt man bei einem Vermieter, der die Stromkosten über einen Pauschalbetrag abrechnet, gelten mit der Zahlung dieses Betrages die Kosten unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch als abgegolten. Selbst wenn man mehr Strom verbraucht, darf der Vermieter keine Nachzahlung verlangen. Die Kostenkalkulation ist Risiko des Vermieters. Das heißt jedoch im Umkehrschluss: Fallen die Kosten geringer aus, ist der Vermieter zu einer Herabsetzung der Kosten angehalten, zurückzahlen muss er jedoch nichts.

Anders sieht das aus, wenn die Pauschalbeträge als Vorauszahlungen im Vertrag stehen. In diesem Fall muss der Student, waren die tatsächlichen Kosten höher, auch nachzahlen; er bekommt jedoch auch Geld zurück, sollten die Kosten niedriger gewesen sein.

Stromvertrag kündigen

Was ist mit dem Stromvertrag, wenn man als Student umzieht oder einen Auslandsaufenthalt plant? Im Grundversorgungstarif hat man ohnehin ein Kündigungsrecht mit sehr kurzen Fristen. Hat man jedoch einen Vertrag mit einem alternativen Stromanbieter geschlossen, sind Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten häufig deutlich länger. Viele Stromverträge lassen sich bei Auszug mittels einer Sonderkündigung beenden – dieses Sonderkündigungsrecht ist jedoch nicht gesetzlich zugesichert, sodass man möglichst schon bei Vertragsabschluss einen genauen Blick in die Klauseln über die Regelung im Umzugsfall werfen sollte. Zieht man im gleichen Netzgebiet um, kann es sein, dass der Anbieter auf die Erfüllung des Stromvertrages besteht.

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