Fehlersuche

Stromverbrauch gestiegen: Wie kommt man der Ursache auf die Schliche?

Ihr Stromverbrauch ist auf einmal deutlich angestiegen und dafür gibt es keine offensichtliche Ursache? Wie es dazu kommen kann und was Stromkunden unternehmen können, erklärt der folgende Ratgeber.

05.04.2019, 15:01 Uhr
HeizstromIst der Stromverbrauch auf einmal explodiert, kann das mehrere Gründe haben.© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Die Stromkosten befinden sich auf einem Allzeithoch, folglich gehören ständig steigende Stromrechnungen in den letzten Jahren für viele Menschen schon zum Alltag. Was aber, wenn die Stromrechnung signifikant explodiert, weil zugleich der Stromverbrauch rasant angestiegen ist? Die Gründe hierfür können vielfältig sein und sind nicht immer leicht zu identifizieren.

1. Schritt: Sich einen Überblick verschaffen

Zuerst einmal ist festzustellen, ob der höhere Stromverbrauch tatsächlich begründbar ist, zum Beispiel indem neue elektronische Geräte an den Strom genommen oder eine zweite Waschmaschine mit Trockner aufgestellt wurde. Solche Anschaffungen spielen ebenso eine Rolle wie Veränderungen im Haushalt. Wer beispielsweise häufiger zuhause ist, vor allem im Winter, wird auch mehr das Licht, den Fernseher oder andere Geräte angeschaltet haben, Ein gestiegener Stromverbrauch ist dann leicht erklärt.

2. Schritt: Zählerstand prüfen

Sind die verbrauchten Kilowattstunden hingegen stark angestiegen, haben sich vielleicht sogar verdoppelt oder verdreifacht und es ist keine größere Veränderung im Alltag eingetreten, gestaltet sich die Suche etwas schwieriger. Dann muss die Stromrechnung überprüft werden, gemeinsam mit dem Zählerstand. Der Zähler ist auch in Mietswohnungen frei einsehbar, Anfangs- und Endwerte für die jeweilige Periode finden Sie auf der Rechnung, die zugleich mit der vom Vorjahr verglichen werden kann.

Wenn die Zählerstände nicht übereinstimmen, erklärt das leicht einen viel zu hohen Verbrauch. Das kann z.B. passieren, wenn sich bei der Übermittlung, durch Sie selbst oder auch durch einen Mitarbeiter, ein Zahlendreher eingeschlichen hat. Ein weiterer Faktor könnte eine falsche Schätzung sein: Wer seinen Zählerstand nicht fristgerecht an den Versorger übermittelt, übergibt diesem quasi das Recht, selbigen zu schätzen. Auf der Stromrechnung wird vom Versorger angegeben, ob der Zählerstand zur Berechnung abgelesen oder geschätzt wurde. Ebenso steht da die Zählernummer, die im Zuge der Überprüfung abgeglichen gehört.

Stromzähler defekt?

Sofern die Zählerstände korrekt sind, man sich aber nicht erklären kann, wie diese zustande gekommen sind, ist eventuell der Zähler selbst fehlerhaft. Diese sind Eigentum vom regionalen Netzbetreiber, der damit für die Eichung zuständig ist. Sie erfolgt für gewöhnlich stichprobenartig, in einem solchen Fall kann die Überprüfung beim Netzbetreiber beantragt werden. Wenn eine solche Überprüfung des Zählers keinen Fehler ans Licht brachte, müssen die Kosten für die Überprüfung vom Verbraucher gezahlt werden, anderenfalls übernimmt sie der Netzbetreiber und ersetzt zugleich den fehlerhaften Zähler.

Fehlerhafte Geräte und Stromdiebstahl

Ob ein Elektrogerät fehlerhaft funktioniert und deshalb zu viel Strom "frisst", lässt sich als Laie nicht so einfach herausfinden. Strommessgeräte schaffen Abhilfe, jedoch kann die Überprüfung einige Zeit in Anspruch nehmen - schließlich müssen alle Geräte nacheinander getestet werden. Brachte das ebenfalls keine Erkenntnisse, kommt noch Stromdiebstahl in Frage.

Dann "zapft" jemand aus der Umgebung die Leitung an, was natürlich vom "falschen" Zähler erfasst wird. Einfach ist das nicht, zudem ist es relativ auffällig, wenn Sie einen Blick auf den Zähler und die Verkabelung werfen. Führen mehrere Kabel zu Ihrem Zähler oder wurden diese gekappt und notdürftig neu zusammengebracht, könnte ein Stromdiebstahl vorliegen, der dann sowohl der Polizei als auch eventuell dem Eigentümer (bei Mietern) beziehungsweise dem Versorger zu melden ist.

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