Blitz & Donner

Stromstecker raus bei Gewitter: Mythos oder Wahrheit?

Bei Gewitter heißt es: Alle Geräte ausschalten und Stecker ziehen, sonst droht der Blitzeinschlag. Ist da was dran? Kann es wirklich gefährlich werden, wenn es draußen stürmt und blitzt und alle elektrischen Geräte weiterlaufen?

BlitzEinfache Stromstecker sollten bei einem Gewitter entfernt werden. Wir verraten warum!© yevgeniy11 / Fotolia.com

Ein Gewitter bringt Blitz und Donner mit sich und das ist gefährlich und zwar nicht nur, wenn man draußen unterwegs ist. Blitze entstehen infolge einer elektrostatischen Aufladung in winzig kleinen Wassertropfen in den Wolken. Die Tropfen bewegen sich aufgrund der Winde und stoßen sie aneinander. So entsteht ein elektrisches Spannungsfeld innerhalb der Wollen und zwischen Himmel und Erde. Der Blitz selbst stellt eine elektrische Entladung dar und kann bis zu 30.000 Grad Celsius heiß werden. Das Phänomen am Himmel verfügt durchschnittlich über eine Stromstärke von 20.000 Ampere. Und genau hier lauert eine Gefahr, die viele unterschätzen.

Gefahren beim Gewitter: Stecker ziehen oder nicht?

Wenn sich draußen ein Gewitter angekündigt, sollten deshalb tatsächlich bestenfalls alle Geräte ausgeschaltet und die Stecker aus den Steckdosen entfernt werden. Der Hintergrund ist genau die Stärke, mit der ein Blitz einschlägt. Denn selbst wenn der Blitz in einiger Entfernung auf den Boden oder auf ein Haus trifft, kann die Elektrizität über Strom- und Wasserleitungen, Antennenkabel sowie den Telefonanschluss weitertransportiert werden und für Überspannungsschäden an Elektrogeräten sorgen und im aller schlimmsten Fall einen Brand auslösen..

Selbst geringe Überspannungen können vor allem bei Geräten mit einer empfindlichen Elektronik, solchen mit Prozessoren und elektronischen Chips, zu Schäden führen. Diese sind häufig nicht sofort erkennbar und machen sich erst allmählich bemerkbar, beispielsweise, indem sich die Lebensdauer verkürzt. Bei Computern usw. besteht außerdem noch die Gefahr, Daten zu verlieren. Über das Telefonnetz sind nämlich auch Router usw. beschädigt werden.

Wie kann man sich schützen?

Eine Möglichkeit, trotzdem weiter alle Geräte Zuhause nutzen zu können, bieten Mehrfachsteckdosen mit Überspannungsschutz, die ein elektronisches Gerät vor der bei einem Blitzeinschlag entstehenden Überspannung bewahren. Die speziellen Steckdosen erkennt man an einem entsprechenden VDE-Zeichen oder TÜV-Siegel. Es gibt auch Einfach-Steckdosen, die in die Wand montiert werden und andere sogenannte Typ3-SPD-Geräte, mit denen PC, Router und Fernsehgeräte vor kleineren Überspannungen geschützt werden können. Und zum Teil sind auch Elektrogeräte selbst Typ3 geschützt.

Übrigens reicht es dabei nicht, gewöhnliche Mehrfachsteckdosen über den Knopf auszuschalten. Auch diese müssen entfernt werden!

Ein wirklich umfassender Schutz ist aber nur dann gegeben, wenn innerhalb des Hauses der Überspannungsschutz und außerhalb des Hauses ein Blitzableiter ein Gebäude schützt. Für Blitzableiter an Gebäuden gilt aber nur eine gesetzliche Pflicht, wenn das Haus höher als 20 Meter ist. Ein vollständiger Schutz gegen Blitze besteht dann, wenn Sicherungen am Hausverteiler, den Unterverteilern sowie den einzelnen Steckdosen vorhanden sind.

Unbedingt ausschalten und vom Stromnetz trennen sollte man alle Geräte, wenn man die Wohnung während eines Gewitters verlässt. Und wer längerfristig vereist, sollte sich vorsorglich darum kümmern, damit es nicht während der Abwesenheit zu einem Gewitter und Problemen kommt. Ratsam ist es außerdem, seine Hausratsversicherung (falls bestehend) genau zu prüfen. Oftmals zahlen die Gesellschaften nur, wenn ein spezieller Blitzschutz für die Elektrik bestand.

Beispiele für Steckerleisten mit Überspannungsschutz

Steckerleisten mit Überspannungsschutz gibt es in ganz einfachen Varianten oder aber auch direkt mit USB-Anschlüssen und sogar solche, die beispielsweise mit intelligenten Sprachassistenten kompatibel sind. Im folgenden ein paar Beispiele:

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Mehr Blitzeinschläge wegen Solaranlagen?

Immer wieder taucht auch das Gerücht aus, dass Solaranlagen besonders anfällig für Blitzeinschläge sind. Dem Bundesverband Solarwirtschaft zufolge besteht hier keine erhöhte Gefahr, sofern die Anlage nicht maßgeblich über das Gebäude hinausragt. Allerdings sollten verschiedene Maßnahmen getroffen werden, um die Sicherheit zu gewährleisten. Am besten wird hierzu eine Blitzschutzfachkraft hinzugezogen werden - auch wenn bereits eine Blitzschutzanlage auf dem Hausdach besteht. Geregelt sind die Bestimmungen zum Blitz- und Überspannungsschutz in der DIN EN 62305 (VDE 0185-305:2011-10/ Beiblatt 5).

Besondere Vorkehrungen sind auch in Sachen Brandschutz nötig, weil es sonst bei einem Brand für Feuerwehrleute sehr gefährlich werden kann.

Wer eine Versicherung für die Photovoltaikanlage abschließen möchte, der sollte bereits während der Planung der Anlage mit seinem Versicherer klären, wie die Bedingungen bei der Police und den Überspannungsschutz geregelt sind.

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