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Stromsperre vermeiden - Was man bei Stromschulden tun kann

Mehr als 300.000 Haushalten im Jahr wird in Deutschland der Strom abgestellt. Stromsperren kommen zustande, wenn Rechnungen nicht bezahlt und Mahnungen ignoriert werden. Was kann man tun, um eine Stromsperre zu vermeiden?

Heizstrom© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Nach deutschem Gesetz kann ein Energieversorger die Belieferung des Kunden mit Strom verweigern, wenn dieser einen Zahlungsrückstand von mindestens 100 Euro zu verantworten hat und eine Stromsperre "verhältnismäßig" ist. Die Stromsperre kann eingerichtet werden, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Verbraucher seinen Zahlungsverpflichtungen in Kürze nachkommt. Eine geplante Stromsperre muss dem Verbraucher mindestens vier Wochen vor dem Vollzug schriftlich angekündigt werden. Spätestens drei Tage vor dem Termin ist der Kunde noch einmal zu informieren. Soweit die Theorie.

Stromsperre vermeiden – was ist zu tun?

Wenn Ihnen nun eine Ankündigung für eine Stromsperre ins Haus geflattert ist, was können Sie tun? Das einfachste wäre natürlich, den ausstehenden Betrag so schnell wie möglich zu bezahlen. Ist das nicht möglich, möchten Sie die Stromsperre aber dennoch vermeiden, suchen Sie sofort das Gespräch mit Ihrem Energieversorger. Die Stromanbieter kommen Kunden oft entgegen, gerade wenn es um kleine Beträge geht und der Kunde Bereitschaft zeigt, zu zahlen. Auch wenn die Stromsperre berechtigt sein sollte, lässt sich vieles im direkten Gespräch klären. Sie könnten sich beispielsweise auf eine Nachzahlung in Form von Raten einigen und damit eine drohende Stromsperre vermeiden. Gibt es keine Einigung, hat der Kunde die Möglichkeit, einen Anwalt einzuschalten, was natürlich erstmal weitere Kosten verursacht.

Daher sollte man sich zunächst Hilfe holen, etwa bei einer Schuldner- oder Sozialberatungsstelle. Wer Leistungen vom Staat bezieht, sollte die zuständige Behörde ebenfalls einschalten. Die laufenden Energiekosten können auch kurzfristig übernommen und mit den Leistungen verrechnet werden.

Am besten gar nicht erst verschulden

Wer seine Stromrechnung nicht begleichen kann, hat vielleicht auch den Überblick über die laufenden Kosten verloren. Möchten Sie eine drohende Stromsperre vermeiden, sollten Sie ein Haushaltsbuch führen und alle Energiekosten per Lastschrift einziehen lassen. Lesen Sie die Zählerstände regelmäßig ab und notieren Sie diese gewissenhaft. Meist ist es leichter (und günstiger!), die drohende Stromsperre zu vermeiden, als einen gesperrten Stromanschluss wieder zu aktivieren. Denn der Schuldner muss die ausstehenden Raten und zusätzlich Gebühren für die Neuaktivierung zahlen. Oft ist bereits der nächste Abschlag fällig, sodass sich die Schuldenspirale weiterdreht.

Stromsperre durch Anbieterwechsel verhindern?

Eine Stromsperre kann mit einem Anbieterwechsel eventuell verhindert werden, bei einer bereits bestehenden Sperre nützt der Wechsel nichts. Allerdings ist auch der Wechsel mit Schulden nicht leicht, denn die meisten Energieversorger holen sich SCHUFA-Auskünfte ein und lehnen nicht zahlungsfähige Kunden ohnehin ab. Wenn das Konto wieder im Plus ist, sollte man aber auf jeden Fall über den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter nachdenken.

Nicht immer ist eine Stromsperre zulässig

In einigen Fällen ist eine Stromsperre unverhältnismäßig. Wenn es sich bei der Forderung um einen Minimalbetrag handelt oder wenn die Sperre eine besondere Härte darstellen würde, ist eine Versorgungsunterbrechung nicht gerechtfertigt. Was aber gilt als "Härtefall"? Die Stromsperre kann unverhältnismäßig sein, wenn zum Beispiel ein Haushalt mit Kleinkindern, Schwangeren, alten und kranken Person betroffen ist und deren Gesundheit durch die Stromsperre beeinträchtigt würde. Auch eine Stromsperre im eisigen Winter wäre möglicherweise ein Härtefall. Hier muss immer der einzelne Fall betrachtet werden; so kann man beispielsweise nicht davon ausgehen, dass allein wegen eines Kindes im Haushalt keine Sperre stattfinden darf. Bei einer entsprechenden Entscheidung wird das Stromunternehmen per Gerichtsbeschluss verpflichtet, die Sperre zurückzunehmen. Bei hoher Dringlichkeit wird die Verfügung sofort erteilt.

Stromsperre vermeiden - was man nicht tun sollte

Wie man sieht, kann man auch kurzfristig noch einiges tun, um eine Stromsperre zu vermeiden. Was auf keinen Fall ratsam ist, ist eine Vogel-Strauß-Politik. Den Kopf in den Sand zu stecken und einfach nichts zu tun, hilft nicht. Dann steht man ohne Strom da und die Schulden wachsen im schlimmsten Fall immer weiter. Was dagegen verboten ist: Den Zählerkasten zu manipulieren und versuchen, die Sperre eigenmächtig zu entfernen, denn damit kann man sich strafbar machen.

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