Stromverbrauch

Welche Geräte sind die größten Stromfresser im Haushalt?

Stromfresser können überall im Haushalt lauern. Manchmal sind es große ineffiziente, manchmal zahlreiche kleine Geräte, die eine überhöhte Stromrechnung verursachen. Zunächst gilt es, die größten Energiesünden im eigenen Heim aufzudecken.

Waschmaschine© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Viel Strom verbrauchen besonders die großen Haushaltsgeräte. Stromfresser sind dabei vor allem alte und ineffiziente Geräte, beispielsweise Kühlschränke, Waschmaschinen und Kühltruhen.

So benötigt eine 15 Jahre alte Waschmaschine beispielsweise 1 bis 1,5 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Waschgang. Neue und effizientere Geräte kommen schon mit nur 0,5 Kilowattstunden aus. Ja nach Gebrauch der Waschmaschine, den spezifischen Strom- und Wasserkosten können so über die Jahre hinweg mehrere hundert Euro gespart werden. Oft lohnt es sich daher, direkt ein neues Gerät anzuschaffen. Denn durch die eingesparte Energie machen sich neue Geräte oft schnell bezahlt.

Stromfressende Multimedia-Ausstattung

Aber auch bei den modernen Elektrogeräten gibt es Stromfresser, etwa PCs und Fernseher im ständigen Stand-by-Betrieb. Im Stand-by-Modus wird eine kleine Menge Strom verbraucht, was sich aufs Jahr hochgerechnet aber auf der Stromrechnung bemerkbar macht.

So kann es beispielsweise beim TV-Bildschirm erhebliche Unterschiede im Energieverbrauch geben. Nehmen wir an, dass der Fernseher vier Stunden am Tag läuft und die restliche Zeit im Standby-Modus verbringt. Effiziente 32-Zoll-Bildschirme benötigen etwa 44 kWh im Jahr, ineffiziente Geräte der gleichen Größe können über 100 kWh verbrauchen. Fest steht, dass der Stromverbrauch mit größeren Anzeigegeräten natürlich höher wird, aber auch die Unterschiede zwischen energiesparenden Geräten und Stromfressern nehmen zu. Bei einem 55-Zöller bewegen wir uns beispielsweise schon zwischen 90 und 300 kWh Jahresverbrauch.

Wie entlarve ich Stromfresser im Haushalt?

Stromfresser kann man durch Messgeräte entlarven. Diese werden von einigen Verbraucherzentralen oder auch Stadtwerken verliehen. Man schaltet sie zwischen Steckdose und Gerät und kann den ungefähren Verbrauch ablesen und hochrechnen. Solche Energiemessgeräte kann man auch im Baumarkt oder beim Discounter kaufen, sie sind schon für unter 20 Euro erhältlich, also eine durchaus sinnvolle Investition. Intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, sind ebenfalls im Kommen und ersetzen in Neubauten die herkömmlichen Stromzähler. Sie haben unterschiedliche Funktionen, zum Beispiel den aktuellen Stromverbrauch online einzusehen; einige erlauben einen besseren Überblick über den Verbrauch einzelner Geräte und können damit Stromfresser sichtbar machen und den Verbraucher sensibilisieren.

Wie man noch gegen Stromfresser vorgehen kann

Wenn es nicht möglich ist, die stromfressenden Geräte gegen effizientere auszutauschen, ist das beste Mittel gegen Stromfresser, den Energieverbrauch einzuschränken. Vermeiden Sie Stand-by-Betrieb und trennen Sie aufladbare Geräte möglichst bald nach vollständiger Aufladung vom Stromnetz, damit lässt sich schon einiges an Strom sparen. Eine Steckerleiste mit mehreren Anschlüssen, die mit einem einzigen Schalter bedient wird, erleichtert das Abschalten mehrerer Geräte über Nacht oder bei Abwesenheit. Einige Stromfresser laufen auch dann noch weiter, wenn sie scheinbar ausgeschaltet sind. Dann hilft nur, sie von der Steckdose zu nehmen.

EU-Label Staubsauger © Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Energielabel in Europa entlarvt hohen Stromverbrauch

Seit einigen Jahren besteht in der EU für bestimmte Geräte die Kennzeichnungsplicht zu einem sogenannten Energielabel. Tatsächlich kommen auch immer mehr Geräte hinzu. Sie sollen Verbraucher dabei helfen, sparsamere Geräte auszuwählen und so letztendlich den Energieverbrauch in der EU zu senken.

So verbraucht beispielsweise eine sparsame Kühl-Gefrierkombi der Klasse A+++ um die 130 kWh im Jahr. Ineffizientere Geräte der Klasse A+ in der gleichen Größenordnung liegen bereits bei 310 kWh. Ein zwölf Jahre altes, damals als stromsparend verkauftes Gerät, liegt bei rund 400 kWh.

Auf den Labeln sind neben den Effizienzklassen auch der Energieverbrauch und je nach Gerät die Geräuschentwicklung verzeichnet. Seit 2015 sind die Energielabel auch für den Online-Handel verpflichtend. Online-Energielabel müssen unter anderem bei Kühlgeräten, Wäschetrocknern, Raumklimageräten, Staubsaugern, Fernsehgeräte und Leuchten zu sehen sein.

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