Hilfestellung

Ursachen und Maßnahmen: Was bei einem Stromausfall zu tun ist

Ein Stromausfall kann mehrere Ursachen haben. Vom Kurzschluss über die defekte Stromleitung bis hin zum Blackout-Szenario: Hier erfahren Sie, warum die Stromversorgung unterbrochen sein kann und was in welcher Situation zu tun ist.

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Die meisten Haushalte sind stark von Strom abhängig. Diesen Fakt muss man sich erstmal bewusstmachen. Bei einem Stromausfall funktioniert der Kühlschrank nicht mehr, das Licht geht aus, alle Kommunikationsmittel werden lahmgelegt und wer beispielsweise auf einen Durchlauferhitzer oder eine Stromheizung angewiesen ist, für den wird es noch problematischer. Manchmal kann die Ursache für den Ausfall selbst behoben werden und manchmal ist man völlig hilflos.

Stromausfall wegen eines Kurzschlusses

Hin und wieder fällt der Strom wegen eines Kurzschlusses aus. Je nachdem, wie die Stromkreise verlegt wurden, kann das ein einzelnes Zimmer oder ganze Areale einer Wohnung/ eines Hauses betreffen. Zu einem Kurzschluss kommt es für gewöhnlich, wenn ein Gerät unsachgemäß genutzt wurde oder wenn eine Steckdose überbelastet wird. Dann fliegt die Sicherung raus.

FI-Schutzschalter schützt vor Stromschlägen

Im Grunde handelt es sich dabei um eine Schutzmaßnahme. Die Stromzufuhr wird unterbrochen, um Personen vor einem Stromschlag zu schützen. Dafür sorgt der FI-Schutzschalter, der seit 2009 in Neubauten verpflichtend vorhanden sein muss. Er kontrolliert die Strommenge, die ein Gerät aufnimmt und wieder abgibt. Kommt es hier zu einer gefährlichen Situation, unterbricht der Schalter die Stromzufuhr. In Gebäuden, in denen kein FI-Schalter installiert wurde, ist in der Regel eine gewöhnliche Haussicherung untergebracht. Diese schützt aber leider nur die Stromleitungen vor Überlastung.

Eigenmaßnahmen am Sicherungskasten

Ob lediglich eine Sicherung wegen eines Kurzschlusses rausgeflogen ist und deshalb kein Strom mehr im Haushalt vorhanden ist, lässt sich am Sicherungskasten prüfen. Oftmals bekommt man die Ursache ja aber auch direkt mit, wenn der Kurzschluss erfolgt, während ein Haushaltsmitglied gerade mit einem elektronischen Gerät beschäftigt war.

Im Sicherungskasten finden sich neben dem FI-Schalter auch weitere Sicherungsschalter, die über ihre Nummerierungen Zimmern zugeordnet sind. Ist nur der FI-Schalter umgelegt, kann dieser wieder eingeschaltet werden. Fliegt er wieder heraus, besteht die Ursache für den Kurzschluss weiterhin. Um das Problem zu lösen, müssen alle dem FI-Schalter zugeordneten Sicherungen abgeschaltet werden. Dann wird der FI-Schalter wieder umgelegt und nach und die Sicherungen wieder angeschaltet. Sobald der FI-Schalter reagiert, ist zumindest schon einmal klar, in welchem Räumen sich das Problem befindet und das betreffende Gerät kann von der Stromzufuhr getrennt werden.

Es kann jedoch auch vorkommen, dass der Kurzschluss gar nicht über ein Gerät, sondern durch eine defekte Leitung in der Wand verursacht wurde. Dann sollte ein Fachmann hinzugezogen werden. Fällt im gesamten Haus der Strom aus, kann auch die Zuleitung defekt sein.

Regionale und überregionale Stromausfälle

Fällt der Strom in ganzen Straßen oder Siedlungen aus, ist der Fehler am Stromnetz, genauer Niederspannungsnetz, zu suchen. Das nächst "größere" Stromnetz ist das Mittelspannungsnetz. Liegt hier eine Störung vor, sind ganz Dörfer, Stadtteile und Regionen von einem Stromausfall betroffen. Dazu kann es kommen, wenn beispielsweise Stromkabel während eines Sturms oder während Bauarbeiten beschädigt werden. Andere Ursachen sind Blitzeinschläge oder eine Überlastung des Stromnetzes. Dann müssen die Netzbetreiber sich um die Schäden kümmern. Im Internet finden sich mehrere Webseiten, auf denen solche Stromausfälle abgefragt und auch gemeldet werden können. Das ist dann natürlich nur über mobile Endgeräte wie Smartphones möglich, wenn das Mobilfunknetz noch intakt ist.

Totaler Blackout: Stromausfall in ganz Deutschland

Laut der Bundesnetzagentur ist die Qualität der Stromversorgung in Deutschland sehr gut, im Schnitt lag die Unterbrechungsdauer für Letztverbraucher 2015 bei 12,7 Minuten (2014: 12,28 Minuten) im Jahr. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hält einen deutschlandweiten Stromausfall für sehr unwahrscheinlich: Gegen einen Blackout gibt es mehrere Schutzmaßnahmen. Beispielsweise ist Deutschland in vier Regelzonen aufgeteilt, die unabhängig voneinander funktionieren. Selbst mit einer großangelegten Cyber-Attacke oder auch einem Terroranschlag ist ein totaler Blackout dem Bundesamt zufolge kaum vorstellbar. Dennoch bereitet sich die Behörde nach eigenen Angabe auf so einen Fall vor. Die Folgen eines bundesweiten Ausfalls wären nämlich verheerend. Der öffentliche Verkehr würde etwa wegen der ausgefallenen Ampeln usw. zum Erliegen kommen, Flüge und Züge würden ausfallen, an vielen Tankstellen wäre kein Benzin mehr verfügbar, Rundfunk und Fernsehen könnten nicht mehr ausstrahlen, gekühlte Lebensmittel würden auch in den Supermärkten verderben und Alarmanlagen und Sicherheitssysteme würden nicht mehr funktionieren.

Was tun, wenn der Strom ausfällt?

Wichtig ist es erst einmal die Ursache und das Ausmaß eines Stromausfalls zu ermitteln. Ist der ganze Straßenzug betroffen, kann über Mobiltelefone der Ausfall gemeldet und weitere Infos eingeholt werden. Für den Fall eines länger andauernden Stromausfalls, sollte auch versucht werden, auf dem Laufenden zu bleiben. Auf eine solche Situation kann man sich aber auch vorbereiten, zumindest mit einer Grundausrüstung. Folgendes kann für den Notfall zuhause gelagert werden:

  • Taschenlampe/ Teelichter
  • Reservebatterien/ aufgeladene Powerbank
  • Feuerzeug
  • Verbandskasten
  • verordnete Medikament/ Schmerzmittel/ Durchfallmittel etc.
  • Campingkocher
  • Hygieneartikel: Toilettenpapier, Zahnbürste usw.

Falls es zu einer tatsächlichen Notfallsituation kommt, sollte jeder Haushalt dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zufolge über eine Notfallversorgung verfügen, mit der 14 Tage lang ohne Einkaufen überstanden werden können.

Weiterführende Links
Ausführliche Infos zum Thema Strom
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