Stromrechnung

Stromabschlag zu hoch: Nicht mehr zahlen als notwendig

Wenn der Stromabschlag zu hoch angesetzt ist, müssen Kunden das nicht einfach hinnehmen. Welche Maßnahmen kann man in dem Fall ergreifen? Wie wird der Stromabschlag eigentlich ermittelt und welche Vorteile ergeben sich für den Stromanbieter und Verbraucher?

Stromrechnung© Martin Saure / Fotolia.com

Die Abschlagszahlung ist ganz allgemein eine Teilzahlung. Sie wird unter dem Vorbehalt einer endgültigen Abrechnung geleistet. Mit dem Stromabschlag wird die Leistung des Stromversorgers vorfinanziert. Gleichzeitig verringert der Anbieter das Risiko, dass seine Forderungen aus der Stromlieferung am Ende nur teilweise oder gar nicht beglichen werden.

Rechtsgrundlage für Abschlagszahlungen ist § 632a BGB, des Bürgerlichen Gesetzbuches. Für Stromabschlagszahlungen gilt darüber hinaus § 13 der Stromgrundversorgungsverordnung, der StromGVV. Dort ist näher definiert, wie sich der Stromabschlag berechnet, den der Endverbraucher monatlich im Hinblick auf die jährliche Endabrechnung zahlt.

Höhe des Stromabschlags berechnen

Wie kann es passieren, dass der Stromabschlag zu hoch ist? Für einen neuen Stromkunden legt der Energieversorger im ersten Abrechnungszeitraum Durchschnittswerte zum Stromabschlag zugrunde. Sie sind in der Regel ein Mix aus Personenzahl im Haushalt, Zimmerzahl und Quadratmetergröße der Wohnung. Darüber hinaus gibt es statistische Werte von Verbraucherzentralen und von Energieversorgungsunternehmen zum durchschnittlichen Jahresstromverbrauch von Ein- und Mehrpersonenhaushalten. Bei einem Stromanbieterwechsel gibt der neue Kunde auch sehr häufig selbst an, wie hoch der Verbrauch in etwa ist. Das kann man schnell anhand der vorhergehenden Rechnungen und anhand des Verbrauchs im Vorjahr prüfen.

Anpassung aufgrund des Vorjahresverbrauchs

Ab dem zweiten Vertragsjahr, wenn der tatsächliche Stromverbrauch eines Abrechnungszeitraumes vorliegt, wird der bisherige Stromverbrauch zugrundegelegt und "gerne etwas nach obenhin angepasst“. Damit sichert sich der Stromversorger gleichzeitig eine bessere Liquidität für die kommenden Monate. Wenn bei einer Million Haushalte je Haushalt und Monat der Stromabschlag um einen Euro erhöht wird, dann ergibt das eine rechnerische Mehreinnahme von 12 Millionen Euro für den neuen, zwölfmonatigen Abrechnungszeitraum.

Der Stromkunde als Endverbraucher muss einen zu hohen Stromabschlag aber nicht hinnehmen; er hat im Gegenteil mehrere Möglichkeiten, seinen Stromabschlag punktgenau auf den bisherigen oder auf den zu erwartenden Stromverbrauch abzustellen.

Stromabschlag zu hoch: Was kann man tun?

Nach § 13 Absatz 1 letzter Satz der StromGVV muss der Energieversorger glaubhafte Angaben des Kunden bei der Festsetzung des Stromabschlags für den Fall berücksichtigen, dass der zukünftige Verbrauch erheblich geringer als bisher sein wird. Dem kann er sich nicht verweigern, und in den meisten Fällen tut er das auch nicht.

Glaubhaft bis hin zu nachweisbar ist die Reduzierung der Personen im Haushalt, beispielsweise wegen Auszugs einer Person in die eigene Wohnung, oder wegen Wohnortwechsel zum Studium. Wenn sämtliche bisherigen Glühbirnen durch LED-Leuchten ersetzt werden, verringert sich zwangsläufig der Stromverbrauch. Eine weitere Möglichkeit ist es, monatlich den Strom abzulesen und die Zwischenstände dem Stromanbieter mitzuteilen. Der kann diese Zahlen nicht ignorieren, sondern er muss darauf reagieren. Als sozusagen letzte Möglichkeit bleibt der Weg zur Schlichtungsstelle des Energieversorgers, zur städtischen Verbraucherzentrale, oder zum Rechtsanwalt des Vertrauens. Doch soweit kommt es erfahrungsgemäß nicht. Die Unternehmen sind kompromissbereit, wenn ihnen Sachargumente sowie nachvollziehbare Zahlen und Fakten vorgelegt werden. Denn im Grunde genommen legen sie Wert auf zufriedene Dauerkunden, die pünktlich zahlen, und die ansonsten möglichst wenig Aufwand verursachen.

Stromnachzahlung vermeiden

Übrigens hat man als Kunde aber auch Vorteile, wenn der Stromabschlag etwas höher angesetzt als das, was am Ende tatsächlich verbraucht wird. So kann man sich vor einer Nachzahlung schützen. Denn am Ende des Jahres erfolgt die Jahresabschlussrechnung. Hat man mehr verbraucht, muss man die zusätzliche Strommenge nachträglich bezahlen. Liegt der Verbrauch jedoch darunter, erhält man die zu viel gezahlte Summe von seinem Stromanbieter zurück.

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