Hitzewelle

Sommerhitze bekämpfen und gleichzeitig Strom sparen

Wer im Sommer Strom sparen will, der sollte die Rollläden schießen und den Fernseher ausschalten. Denn ohne die Sommerhitze in der Wohnung, kann auch gleichzeitig Strom gespart werden. Man kann mit einfachen Mitteln die Wohnräume kühl halten - ganz ohne Klimaanlage.

Sonnenblume© click / Fotolia.com

Potsdam (dpa/tmn/red) - Das Thermometer zeigt 30 Grad an, die Mittagssonne brennt auf die Fenster nieder: Die Wohnräume werden zur Sauna. Wer in den Sommermonaten nicht ans Meer flüchten kann, braucht ein paar Tricks, um das Haus auch an den heißesten Tagen kühl zu halten - und das ohne Klimaanlage. Wer sich an ein paar kleine Maßnahmen hält, der kann dabei sogar Strom sparen.

Geräte richtig ausmachen, nicht nur auf Standby

Denn Elektrogeräte wie Computer, Fernseher, Spülmaschine und Fön produzieren Wärme. An ohnehin schon warmen Tagen empfiehlt Klaus Stöckmann, Energieberater der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam, daher nur jene Geräte anzumachen, die auch wirklich gebraucht werden.

Wäsche am besten draußen trocknen

Ein verzichtbares Gerät sei zum Beispiel der Wäschetrockner, sagt Mechthild Himmelreich von der Verbraucherzentrale Bremen. Denn er erzeuge viel Wärme, und die Wäsche trockne bei warmen Temperaturen und Sonnenschein auch sehr gut an der Leine auf dem Balkon oder im Garten. Geräte, die im Moment nicht gebraucht werden, sollten komplett abgeschaltet werden. Denn im Stand-by-Betrieb können sie immer noch Wärme abgeben.

Die Dunstaubzugshaube nutzen

Möglichst wenig Hitze sollten Bewohner auch beim Kochen produzieren. Bei manchen Gerichten kann der Koch die Platten kurz vor Schluss ausschalten, erläutert Himmelreich. Denn sie geben weiterhin Wärme ab, die das Gericht fertig zubereitet. Im Sommer sei zudem der Einsatz von Abzugshauben besonders sinnvoll - sie tragen die warme Kochluft nach draußen. Hier ist der zusätzliche Stromverbrauch nur gering.

Rollläden senken die Temperatur massiv ab

Damit das Haus sich an heißen Tagen erst gar nicht aufwärmt, sollte nur morgens, abends und in der Nacht gelüftet werden, empfiehlt Udo Peters von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Dann ist die Luft wesentlich kühler. Wer Rollläden und Jalousien am Fenster schließt, kann die Zimmertemperatur um bis zu 30 Prozent senken. Darauf weist Janet Simon von der Klimaschutzkampagne "Haus sanieren – profitieren" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hin. Bei Südfenstern, die durchgehend von der Sonne bestrahlt werden, gibt es die Möglichkeit, spezielles Sonnenschutzglas zu verwenden oder aber Reflexionsfolien aufzubringen.

Sonnenschutz am besten von außen

Außenliegender Sonnenschutz sei am effektivsten. Hier wird der Sonnenschein noch vor dem Eindringen in das Haus abgehalten. Aber auch innen angebrachte Rollos, Jalousien oder Vorhänge helfen, die Zimmertemperatur zu senken. So könnten bei längerer Abwesenheit im Urlaub auch die Pflanzen vor Überhitzung geschützt werden. Am besten seien die Blenden und Jalousien hell beschichtet. Das reflektiere das Licht besser.

Schwere Teppiche wegräumen

Beim Kühlen der Zimmer helfen massive Fußböden. Denn sie nehmen die Wärme aus der Raumluft auf. Aber die Bewohner sollten lose und schwere Teppichböden darauf im Sommer wegräumen, rät der Energieexperte Peters. Sie wirken wie eine Wärmedämmung und verhindern, dass der Boden Wärme speichert.

Wem trotz dieser Maßnahmen immer noch zu heiß ist, der sollte über eine fachgerechte Dämmung des Hauses nachdenken. Birgit Holfert von der Verbraucherzentrale Energieberatung erklärt: "Eine wirksame Dämmung hilft gleich doppelt – im Sommer hält sie die Hitze draußen, im Winter die Wärme im Haus."

Quelle: DPA

Ausführliche Infos zum Thema Strom
  • Strommast

    Stromversorger

    Top 10: Die größten deutschen Stromversorger

    Überblick der Top 10: Das sind die zehn größten Stromversorger in Deutschland. Obwohl der Umstieg auf erneuerbare Energien immer weiter voranschreitet, stammt der größte Teil der produzierten Energie aus fossilen Brennstoffen.

  • Ökostrom Stromnetz

    Primärenergie

    Primärenergie für Endverbraucher nutzbar machen

    Als Primärenergie wird die Energie bezeichnet, die aus natürlichen Quellen stammt und noch keine Umwandlung erfahren hat. Bei der Umwandlung ist mit Energieverlusten zu rechnen, die je nach Wirkungsgrad der Umwandlungsanlage verschieden hoch ausfallen. Die Primärenergie hingegen besitzt noch 100 Prozent der Energie.

  • Atomenergie

    CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS)

    CCS-Technologien dienen Speicherung von CO2

    CCS ist die Abkürzung für ein Verfahren, bei dem CO2 aus den Abgasen der Kraftwerke abgeschieden werden kann, um anschließend unterirdisch gelagert zu werden. Das Verfahren gilt vor allem bei Umweltschützern als höchst umstritten.