Sparsam

Strom sparen in der Küche: Energieeffizient kochen und backen

Beim Kochen und Backen kann man mit einigen Maßnahmen seinen Stromverbrauch senken. Wir geben Tipps, wie Sie in der Küche Strom sparen können!

Strom sparen beim KochenSo bitte nicht: Stellen Sie den Kochkopf auf eine passende Herdplatte - lieber etwas kleiner als zu groß - sonst geht Energie verloren!© alephnull / Fotolia.com

Strom sparen beim Backofen

In vielen Rezepten oder bei Fertiggerichten wird dazu geraten, den Backofen vorzuheizen. Wenn möglich sollte man darauf verzichten und die Wärme des Backofens sofort nutzen, um unnötige Stromkosten zu vermeiden. Doch bei einigen einige Gerichten ist das Vorheizen nötig, besonders wenn man eine Kruste oder krosse Oberfläche erreichen möchte. Ohne Vorheizen wäre das Gericht dann schon gar, bevor die Oberfläche knusprig ist - würde man aber länger backen würde das Innere vielleicht schon zu trocken. Bei vielen Fertiggerichten kann man auf das Vorheizen aber getrost verzichten, dann verlängert sich einfach die Backzeit um ein paar Minuten. Ebenso kann man Strom sparen, wenn man den Backofen schon ein paar Minuten vor Ende der Backzeit ausschaltet und die Restwärme nutzt.

Übrigens: Es muss nicht immer der Backofen sein. Für das Aufbacken von Brötchen und anderem Backwerk ist der Toaster die richtige Adresse, denn der Backofen muss erst einmal aufgeheizt werden. Das dauert lange und frisst Strom.

Effizienzklassen bei Backöfen

Beim Kauf eines neuen Backofens ist die Energieeffizienzklasse entscheidend für den späteren Stromverbrauch. Beispielsweise verbraucht ein Backofen der Effizienzklasse A mit einer Größe von 65 Litern im Jahr etwa 80 kWh, während ein Gerät der Klasse B 110 kWh verbraucht (Quelle: die-stromsparinitiative.de). Betrachtet man die Energiekosten über 15 Jahre hinweg, liegen die Kosten bei dem effizienteren Gerät bei 288 Euro im Vergleich zu 396 Euro bei dem Gerät der Klasse B. Bei einem Gerät, das über zehn Jahre alt ist, zahlt man 576 Euro an Strom über 15 Jahre hinweg.

Die jeweilige Effizienzklasse lässt sich auf dem entsprechenden Energieeffizienzlabel ganz einfach ablesen. Bei dem Stromverbrauch wird hier zwischen dem Umluft- und dem Standardbetrieb unterschieden. Die Größe des Gerätes spielt für den Stromverbrauch natürlich auch eine Rolle. Geräte bis zu 35 Litern gelten als klein, bis zu 65 Litern als mittelgroß und alles darüber hinaus wird als Großgerät gehandhabt.

Stromverbraucher Herd: Sparen beim Kochen

Damit keine Wärme verloren gehen kann, sollten die zum Kochen verwendeten Töpfe und Pfannen zur verwendeten Kochstelle des Elektroherdes passen. Außerdem sollten sie einen möglichst glatten Boden haben, damit die Wärme von der Kochplatte über eine große Auflagefläche weitergegeben werden kann. Und wie heißt es sprichwörtlich so schön: Jedes Töpfchen braucht sein Deckelchen. Das gilt besonders in der Küche, denn die Garzeiten der Gerichte lassen sich deutlich verkürzen, wenn durch die Verwendung des passenden Deckels keine Energie aus dem Topf entweichen kann.

Darüber hinaus lässt sich beim Kochen sich der Stromverbrauch leicht senken, indem man die Kochplatten etwa zehn bis 15 Minuten vor Kochende auf eine niedrigere Stufe zurückschaltet. Beim Garen kann man außerdem recht sparsam mit dem Wasser umgehen. Wer fünf Liter Wasser erwärmt, obwohl sich eine handvoll Nudeln auch mit zwei Liter Wasser kochen liesen, verbraucht unnötig viel Strom.

Strom und Wasser sparen beim Geschirr waschen

Ohne großen Aufwand lassen sich auch beim Geschirrspülen leicht Wasser und Energie einsparen. Wer einen Geschirrspüler besitzt, sollte das Geschirr nicht von Hand vorspülen. Das Gerät sollte ohnehin erst angestellt werden, wenn es voll beladen ist. Das entsprechende Waschprogramm sollte sorgfältig nach Verschmutzungsgrad und Geschirrart ausgewählt werden. Hierüber informiert die Betriebsanleitung. Damit die Reinigungskraft des Geschirrspülers auch richtig zur Entfaltung kommt, sollte des weiteren die Siebkombination regelmäßig gereinigt werden.

Wer mit der Hand spült sollte immer den Stopfen in den Ausguss machen. Auch wer wenig Geschirr spült sollte dies nicht unter fließendem Wasser tun, da erhöht nicht nur den Wasserbrauch, sondern kostet auch mehr Energie, schließlich muss das Leitungswasser aufgeheizt werden.

Spülmaschinen verbrauchen - übrigens ebenso wie Waschmaschinen - die meiste Energie, um das verwendete Wasser zu erwärmen. Der Anschluss der Spülmaschinen an eine Warmwasserzufuhr ist daher zu empfehlen. Doch Vorsicht: Es ist darauf zu achten, ob das Gerät für den Anschluss an die Warmwasserleitung vorgesehen ist. Weiterhin macht diese Aktion nur Sinn, wenn aus Ihrer Leitung schon nach ungefähr fünf Litern warmes Wasser kommt. Wenn nicht, bekommt die Maschine nur kaltes Wasser, der Boiler oder die Heizanlage muss das in die Leitung abgegebene ungenutzte Warmwasser aber trotzdem ersetzen und verbraucht damit unnötig Energie. Ein weiterer Tipp: Es sollte nach Möglichkeit ein Programm mit niedriger Temperatur gewählt werden.

Auch hier sollte beim Gerätekauf auf die Energieeffizienzklasse des Geschirrspülers geachtet werden. Laut einer Untersuchung der Verbraucherzentrale ist ein Gerät der Effizienzklasse A+++ rund 15 Prozent effizienter als ein Gerät mit der Klasse A+ (Stand: Januar 2016).

Tiefgefrorenes schonend auftauen

Tiefkühlkost sollte grundsätzlich rechtzeitig aus dem Gefrierfach genommen und bei Zimmertemperatur aufgetaut werden. Beim Auftauen in der Mikrowelle, im Topf oder im Backofen wird unnötig Energie verschwendet. Es empfiehlt sich auch, tiefgefrorenes Fleisch einen Tag vor dem Gebrauch aus dem Gefrierfach zu nehmen und im obersten Fach des Kühlschranks aufzutauen. Nicht nur, dass das Fleisch langsam auftaut (um Faserrisse zu vermeiden), die Kälte wird auch noch an den Kühlschrank abgegeben, der somit weniger arbeiten muss und weniger Strom verbraucht.

Strom sparen bei Küchengeräten - muss alles elektrisch sein?

Und zu guter letzt sollte man mal einen kritischen Blick auf die Küchenausstattung werfen: Elektrische Dosenöffner, elektrisches Brotmesser, elektrische Saftpresse - außer dem elektrischen Geschirrtuchhalter ist in der "modernen" Küche scheinbar alles zu finden. Doch viele dieser neuen Helfer brauchen wir nicht wirklich, oder?

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