Nachtstrom

Wann Strom nachts billiger ist

Immer mal wieder hört man davon, dass Strom nachts billiger sein soll als tagsüber. Das stimmt jedoch nur eingeschränkt und trifft nur auf Haushalte zu, die Tag- und Nachtstrom beziehen. Wie funktioniert das mit dem Strom zu unterschiedlichen Preisen?

15.04.2015, 11:01 Uhr
Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Strom zu unterschiedlichen Preisen

Wer davon gehört hat, dass Strom nachts billiger sein soll als tagsüber, fragt sich wahrscheinlich, ob man so nicht einiges an Geld sparen könnte. Waschmaschine, Spülmaschine, Akkus laden… Alles ab sofort nur noch nachts? Ob sich diese Umgewöhnung lohnt, hängt ganz davon ab, über welchen Stromtarif man seine Energie bezieht. Günstiger ist Strom in der Nacht nämlich nur für Leute, die zwei Zähler im Haus haben: einen für Tagstrom und einen für Nachtstrom – und die entsprechende Heizung.

Warum wird Strom nachts billiger abgegeben?

Die Unterscheidung zwischen Tag- und Nachtstrom stammt aus den 70er Jahren. Damals suchte man nach Möglichkeiten, die Stromkraftwerke gleichmäßig auszulasten. Diese Möglichkeit fand man in Form von Nachtspeicheröfen. Strombetriebene Heizungen, die sich während der Nacht aufluden und tagsüber gleichmäßig die Wärme wieder abgaben. Da solche Nachtspeicheröfen sehr stromintensiv sind, kam man den Betreibern in Form von günstigerem Nachtstrom entgegen, also von Strom, der nachts billiger war. So erzielte man eine Win-Win-Situation: Die Bevölkerung konnte günstig heizen und die Stromproduzenten hatten gleichmäßig ausgelastete Kraftwerke.

Relikte der Stromgeschichte

Auch heute werden noch einige Häuser mittels Nachtspeicheröfen beheizt und moderne Speicheröfen immer noch verkauft. Wer sein Haus mit Strom heizt, der besitzt in der Regel einen Stromzähler mit zwei Zählwerken. Eines für den Tag, eines für die Nacht. Tagsüber von 6 bis 22 Uhr wird der Strom vom Tagesstromzähler festgehalten, nachts läuft der Nachtstromzähler. Teilweise laufen aber auch Haushaltsstrom und Heizstrom über getrennte Zähler. Sehr viel billiger ist der Strom nachts jedoch nicht mehr, sodass das Heizen mit Strom zu den teuersten Varianten zählt, das Haus warm zu halten. Die Überlegung, nur aufgrund von etwas billigerem Nachtstrom eine solche Heizung einzubauen, sollte demnach eher verworfen werden.

Nachtstrom nutzen

Wer aufgrund einer Nachtspeicherheizung seinen Strom noch über einen zweigeteilten Tag- und Nachttarif bezieht, für den bietet es sich aber natürlich an, den billigeren Strom in der Nacht zu nutzen. So könnte man stromintensive Geräte wie die Spülmaschine, den Wäschetrockner oder die Waschmaschine zwischen 22 und 6 Uhr anstellen. So laufen die Geräte mit Nachtstrom, welcher einige Cent günstiger ist als der Tagstrom. Zuvor sollte man allerdings überprüfen, wie genau die Nutzung im konkreten Fall abläuft: Teilweise wird nachts automatisch auf Nachtstrom umgeschaltet, teilweise läuft aber auch nur die Elektroheizung über diesen günstigeren Tarif. In dem Fall würde man nichts sparen, wenn man andere Geräte nachts laufen lässt.

Da unter anderem aufgrund der Verbreitung von Wärmepumpen variable Stromtarife wieder zunehmen und auch von alternativen Anbietern angeboten werden können, lohnt es sich, einen entsprechenden Tarifvergleich zu machen. Mittlerweile stellt es nämlich in der Regel kein Problem mehr dar, mit einer Nachtspeicherheizung den Anbieter zu wechseln – auch wenn die Auswahl noch nicht so groß ist wie bei den regulären Stromtarifen.

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