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Was tun, wenn der Strom abgestellt werden soll?

Für viele scheint es Meilen weit weg und undenkbar: Kein Strom in Deutschland? Doch trifft es jährlich immer wieder Tausende von Menschen. Was man tun kann, wenn einem der Strom abgestellt werden soll, lesen Sie hier!

Stromrechnung© WavebreakMediaMicro / Fotolia.com

Wann und warum wird der Strom abgestellt?

Die Stromversorgung in Deutschland ist selbstverständlich, sollte man meinen. Trotzdem muss der Strom natürlich bezahlt werden. Und wenn dies jemand nicht kann, hat der Stromlieferant die Möglichkeit, seinen Forderungen durch das Abstellen des Stroms Nachdruck zu verleihen. Betroffen sind davon meist diejenigen, denen nicht viel Geld zur Verfügung steht: Hartz-IV-Empfänger, Rentner, Erwerbstätige mit geringem Einkommen oder Studenten und Auszubildende.

Ganz so schnell geht es jedoch auch nicht: Damit der Stromversorger zu solch einer drastischen Maßnahme greifen darf, muss der Stromkunde mindestens 100 Euro Schulden haben. Diese können durch versäumte Teilzahlungen, aber auch durch nicht geleistete Nachzahlungen zustande kommen. Sind Bewohner in der Wohnung, die auf Strom dringend angewiesen sind, wie zum Beispiel Kranke oder Schwangere, darf der Strom nicht abgestellt werden.

Die Schritte, bis man ohne Strom dasteht

Hat man bei seinem Stromanbieter Schulden und möchte der einem deswegen den Saft abdrehen, so muss er dies vier Wochen vorher ankündigen. Diese Ankündigung erfolgt in schriftlicher Form und flattert meist nur ins Haus, wenn der Stromanbieter nicht damit rechnet, dass die Schulden zeitnah beglichen werden können. Eine weitere Benachrichtigung erfolgt noch einmal drei Tage vor dem geplanten Abstelltermin.

Daraufhin wird die Stromzufuhr von einem Mitarbeiter gekappt, wofür man noch einmal zusätzlich zahlen muss. Der Betrag wird von jedem Anbieter selbst bestimmt und beträgt im Schnitt etwa 30 Euro. Doch soweit sollte man es erst gar nicht kommen lassen.

Kommunizieren ist Gold wert

Sobald der erste Brief mit der Nachricht ins Haus flattert, dass der Strom bei weiterem Ausbleiben der Zahlungen abgestellt wird, sollte man aktiv werden. Zunächst sollte man den Kontakt zum Anbieter suchen. Oft kommen die Stromlieferanten dem Kunden durch Ratenzahlung oder kurzzeitiges Aussetzen der fälligen Beträge entgegen. Schließlich haben auch die Stromkonzerne ein Interesse daran, ihr Geld auf kurze oder lange Sicht zu erhalten. Meistens versucht man das Abstellen des Stroms zu verhindern. Doch das geht nur, wenn der Betroffene auf den Stromlieferanten zugeht und die Mahnungen nicht ignoriert.

Strom abgestellt: Wer hilft im Notfall?

Kommt man mit dem Stromlieferanten auf keinen grünen Zweig, kann man sich an Verbraucherzentralen, Wohlfahrtsverbände und Sozialämter bzw. Jobcenter wenden. Letztere können Beziehern von Arbeitslosengeld durch Direktzahlungen an den Stromlieferanten unter die Arme greifen, die Grundsicherung heraufsetzen oder ein Darlehen gewähren. Auch wäre denkbar, sich bei Verwandten oder Freunden einen gewissen Betrag zu leihen. Bei einem Streit mit dem Energieversorger kann auch die Schlichtungsstelle Energie e.V. Hilfestellungen bieten.

Stromverbrauch vermindern hilft Stromkosten zu senken

Damit man erst gar nicht in die Notlage kommt, sich gegen das Abstellen des Stroms wehren zu müssen, sollte man sich vorab einige Gedanken darüber machen, wie man Strom einsparen kann. So sollte man Elektrogeräte komplett ausschalten, und Lichter nur dort einzuschalten, wo man sie tatsächlich benötigt. Strommessgeräte, die man sich bei den Verbraucherzentralen oder den Stadtwerken leihen kann, helfen, Stromfresser aufzuspüren.

Ebenfalls wichtig ist es, seinen Stromverbrauch im Auge zu behalten. Bemerkt man, dass der Stromverbrauch höher als gedacht ist, sollte man beginnen, erste Reserven anzulegen, um die kommenden Zahlungen leisten zu können. So wird man nicht vom Brief am Ende des Jahres überrascht und kann auf die eigenen Ersparnisse zurückgreifen. Das erspart viel Stress und verhindert böse Überraschungen.

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