Stromtarif

Sonderkündigungsrecht bei Strompreiserhöhungen

Bei Stromverträgen gilt das Sonderkündigungsrecht, sobald der jeweilige Anbieter die Preise erhöht. In der Regel muss der Stromkunden dann aber schnell tätig werden, um die Fristen für die Kündigung beim alten Anbieter einhalten zu können.

StromrechnungBei einer Preiserhöhung hat der Kunde stets ein Sonderkündigungsrecht© Martin Saure / Fotolia.com

Jeder Vertrag hat eine Kündigungsfrist, die normalerweise eingehalten werden muss. Bei Strom- oder Gasverträgen des Grundversorgers, in der Regel die örtlichen Stadtwerke, sind das meist zwei Wochen zum Monatsende. Kündigungsfristen können aber auch deutlich länger sein, wenn man bei einem alternativen Stromanbieter ist oder einen Sondertarif bezieht.

Oftmals haben Gas- bzw. Stromverträge eine Mindestlaufzeit, dann kann es sein, dass man für ein halbes Jahr oder ein Jahr an seinen Anbieter gebunden ist. Will man vorzeitig aus dem Vertrag, kann man unter Umständen sein Sonderkündigungsrecht geltend machen. In welchen Fällen hat man Anspruch auf ein Sonderkündigungsrecht?

Wenn der Stromanbieter die Preise erhöht

Ein Sonderkündigungsrecht steht dem Stromkunden laut Gesetz dann zu, wenn der Anbieter die Preise erhöht. Hat man keinen Tarif mit Preisgarantie gebucht, kann das jederzeit passieren. Der Anbieter muss eine Preiserhöhung allerdings vorher ankündigen, sodass man sein Sonderkündigungsrecht wahrnehmen kann. Die Frist, in der man sein Sonderkündigungsrecht nutzen kann, ist allerdings oft kurz, zum Teil beträgt sie nur zwei Wochen. Hier muss man also unter Umständen schnell handeln.

Verbraucher müssen sich dabei keine Sorgen darüber machen, dass sie nach der Kündigung ohne Strom dastehen. Kommt der neue Vertrag nicht pünktlich zustande oder fällt komplett weg, springt zunächst erst einmal wieder der Grundversorger ein.

Sonderkündigungsrecht trotz Erhöhung wegen staatlicher Abgaben?

Übrigens spielt es dabei keine Rolle, ob der Stromanbieter die teureren Preise mit der Erhöhung staatlicher Abgaben begründet. Auch in diesem Fall kann der Kunde auf sein Sonderkündigungsrecht zurückgreifen. Problematisch wird es allerdings, wenn vertraglich vereinbart wurde, dass das Recht auf die Sonderkündigung im Falle der Erhöhung staatlicher Abgaben erlischt. Laut Verbraucherzentrale sollen Stromkunden auch in diesem Fall an ihrem Sonderkündigungsrecht festhalten.

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Bei Sonderkündigungsrecht selbst kündigen?

Nutzt man das Sonderkündigungsrecht, bietet es sich an, Verträge selbst zu kündigen. Dies gilt auch generell bei sehr kurzen Kündigungsfristen. Normalerweise übernimmt beim Anbieterwechsel der neue Stromanbieter die Kündigung beim alten Versorger. Beim Sonderkündigungsrecht kann es jedoch sein, dass diese kurze Frist schon abgelaufen ist, bevor der neue Anbieter den alten Vertrag kündigen kann. Dann ist es sicherer, selbst zu kündigen, um diese Frist nicht verstreichen zu lassen. Ein anderer Grund wäre eine besonders lange Laufzeit, an die man gebunden wäre, wenn man die Kündigungsfrist verstreichen lässt.

Was gibt es beim Sonderkündigungsrecht noch zu beachten?

Wie bei jeder Kündigung sollte auch beim Sonderkündigungsrecht die Form eingehalten werden. Das heißt, die Kündigung erfolgt in Schriftform und am besten per Einschreiben, damit man einen Beleg hat. Nutzt man sein Sonderkündigungsrecht und kündigt seinen Stromvertrag selber, sollte man dies ausdrücklich auf der Anmeldung beim neuen Lieferanten vermerken, damit alles reibungslos läuft.

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