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Solarthermie kombinieren und Heizkosten sparen

Mit Solarthemie kostenlose Wärme durch die Sonne nutzen - eine tolle Idee, nur scheint im Winter, wenn wir besonders viel Wärme benötigen, bekanntlich nicht so häufig die Sonne. Daher ist es meist nötig, die Anlage mit einer zweiten Energiequelle zu kombinieren. Lesen sie mehr über die verschiedenen Möglichkeiten!

Solarthermie© bildergala/ Fotolia.com

Solarthermieanlagen können sowohl das Brauchwasser als auch das Wasser für den Heizungskreislauf erhitzen. Bei viel Sonne, also besonders im Sommer klappt das wunderbar, an sonnenarmen Wintertagen kann das Wasser jedoch durchaus kalt bleiben. Damit das nicht passiert, werden Solaranlagen grundsätzlich mit einer anderen Heiztechnik kombiniert. Hier bietet sich die klassische Öl- oder Gasheizung, aber auch regenerative Techniken wie die Wärmepumpe oder Holzpelletheizung an.

Die Frage nach der günstigsten und cleversten Kombinationsmöglichkeit vom Solarthermieanlagen –Sie haben es schon fast geahnt – lässt sich nicht pauschal beantworten. Dazu gibt es zu viele Möglichkeiten, die sich je nach Haus, Vorstellungen, Wünschen und auch der Investitionskraft der Bewohner unterschiedlich gut anbieten. Am besten man lässt sich vom Fachmann beraten, der später auch die Installation durchführen kann. Weitere Anlaufstellen sind Energieberater aller Art oder unabhängige Beratungsstellen wie die des BAFAs.

Regenerativ und fossil kombinieren

Heizung mit Solarthermie Die Modernisierung einer Gas- oder Ölheizung durch eine Solarthermie-Anlage wird staatlich bezuschusst. © guukaa / Fotolia.com

Nicht selten kommt es vor, dass Gebäude, die bereits mit einer Gas- oder Ölheizung ausgestattet sind, Verstärkung durch Sonnenenergie erhalten. Beim Brauchwasser lassen sich so rund 60 Prozent abdecken, beim Heizen sind es immerhin 40 Prozent. Plant man bei einem Neubau alle beide ein, kann die klassische Heizung häufig etwas kleiner dimensioniert gewählt werden. So entlastet man nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt durch den verminderten Treibhausaustoß. Klassisch funktioniert diese Kombination so, dass die Solaranlage den Warmwasserspeicher füllt, reicht die Sonnenenergie und damit die Wassertemperatur nicht aus, springt der Heizkessel ein. Im Sommer kann man so die Heizung auf Basis fossiler Rohstoffe vollständig ausschalten, auch in den Übergangsmonaten im Frühjahr und Herbst kann die Solaranlage noch den meisten Wärmebedarf alleine decken. Die klassische Heizung wird nur zugeschaltet, wenn der Warm- und Brauchwasserbedarf nicht gedeckt werden kann. Im Winter wird im Falle mehrerer sonnenloser Tage das Zuschalten der Gas- oder Ölheizung notwendig.

Solarthermie mit Wärmepumpe kombinieren

Der Vorteil von Wärmepumpen ist, dass hier Wärme wetterunabhängig zur Verfügung gestellt werden kann. Je nach gewählter Wärmepumpe zieht diese die Wärme aus Luft, Wasser oder Bodengrund. Hierzu arbeitet sie wie ein Kühlschrank, bloß nach dem umgekehrtem Prinzip. Der Umgebung wird über ein Kältemittel Wärme entzogen, welches so den Aggregatzustand von flüssig nach gasförmig wechselt. Durch die Komprimierung des Kältemittels in der Pumpe steigt die Temperatur an, welche wiederum ans Brauch- und Heizwasser des Haushaltes abgegeben wird. Energiequelle der Wärmepumpe ist Strom – keine Angst, diese arbeitet in der Regel effizient. Aus einer Kilowattstunde Strom können drei bis fünf Kilowattstunden Wärmeenergie gewonnen werden.

Kombinationsmöglichkeiten hat man unterschiedlichste. Wie bei der Kombination Solarthermie – Gas oder Öl gibt es zum einen den Aufbau, dass die Wärmepumpe nur dann anspringt, wenn die Sonnenenergie nicht ausreicht, um die gewünschte Wassertemperatur im Speicher zu erreichen. Zum anderen gibt es aber auch die Möglichkeit, den Wirkungsgrad der Wärmepumpe zu erhöhen. Etwa indem man mittels der Sonnenkraft die Erde erwärmt und so die Energie für den Winter speichert. Oder etwa die Quelltemperatur für die Wärmepumpe mittels Solar erhöht.

Zweifach Energie aus der Sonne nutzen

Wer seine Solarthermie-Anlage mit einer Pellet-Heizung kombinieren möchte, heizt in zweifacher Hinsicht mit Sonnenenergie. Denn auch der einstige Baum hat die Energie der Sonne in seinem Holz gebunden. Für eine Pelletheizung benötigt man ähnlich viel Platz wie für eine Ölheizung, da die zu verbrennenden Pellets irgendwo gelagert müssen. Keine Angst, Holz nachlegen muss bei der Pelletheizung niemand mehr. Das geschieht völlig automatisch. Nur hin und wieder den Aschebehälter leeren muss man. Bei dieser Kombinationsform setzt man wieder darauf, dass die Solaranlage möglichst viel Wasser erhitzt und die Pelletheizung nur im Bedarfsfall einspringt.

Förderung für Solarthemie-Anlagen fast immer möglich

Egal ob man Solarthermie nachrüsten möchte, oder von Beginn an auf die Kraft der Sonne setzt: Eine Förderung durch die KfW oder das BAFA ist einem fast immer sicher. Bei der Kombi Solar-Pellet bekommt man teilweise bis zu einem Drittel der Gesamtkosten erstattet, auch Wärmepumpen und die Erneuerung alter Gas- oder Ölheizkessel ist mit im Förderprogramm. Ob Zuschuss oder günstiger Kredit gilt es individuell zu klären. Ebenfalls lohnen kann es sich, nach lokalen Förderprogrammen Ausschau zu halten – hier kann eine kurze Nachfrage beim Rathaus aufschlussreich sein.

Expertenwissen zur Wärmepumpe

Ökologisch

Hier gibt es Hinweise vom Bundesverband Wärmepumpe e.V. zu den Vor- und Nachteilen bei einer Wärmepumpe.

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Alle Informationen zur Pelletheizung

Holzpellet

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