Intelligente Technik

Solaranlage & Smart Home: Eigenverbrauch komfortabel steigern

Die Solaranlage kann auch mit Smart-Home-Technologien gesteuert werden. Im Kern soll sich so der Eigenverbrauch erhöhen. Welche Vorteile das genau bringt und was für Funktionen unterschiedliche Systeme bieten, erfahren Sie hier.

Smart HomeAlles unter Kontrolle: Mit Smart-Home-Lösungen hat man die Solaranlage und Stromerzeugung immer im Blick.© Artur Marciniec / Fotolia.com

Wer Solarenergie erzeugt, spart Geld, weil ein Teil oder der gesamte Strom selbst erzeugt wird und so der Einkauf über einen Stromanbieter wegfällt. Noch effizienter kann der Eigenstrom genutzt werden, indem die Prozesse über eine Smart-Home-Lösung verwaltet werden.

Ein Beispiel: Die Sonne scheint und die Photovoltaikanlage läuft auf Hochtouren. Leider ist aber niemand zuhause und bei vielen wandert der eigene Sonnenstrom in das Stromnetz. Später muss dann Strom von einem Energieanbieter zugekauft werden. Mit einem intelligenten Energiemanagement kann die Eigenstromversorgung gesteigert werden. Schlaue Geräte bemerken nämlich, wenn gerade "zu viel" Sonne scheint und demnach mehr Strom erzeugt als verbraucht wird und schalten genau dann beispielsweise die Waschmaschine ein. Wer sich für eine Smart-Home-Lösung für seine Photovoltaikanlage interessiert, kann zwischen unterschiedlichen Angeboten und Funktionen wählen.

Überwachung, Steuerung und Analyse

Die Basis für Smart-Home-Lösungen ist im Grunde immer dieselbe: Über eine zentrale Steuereinheit können elektronische Geräte im eigenen Heim über Funkempfänger und Sender bedient werden. Das kann die Heizung, die Waschmaschine oder eben auch die Solaranlage sein. Die Stromerzeugung und der Stromverbrauch können dann über den PC oder per App via Smartphone oder Tablet überwacht und zum Teil auch verwaltet werden.

Grundlegende Smart-Home-Systeme für die Photovoltaikanlage ermöglichen hauptsächlich die Überwachung der Eigenstromerzeugung und des Stromverbrauchs. So können Stromerzeuger erkennen, wann wie viel Eigenstrom genutzt wird oder eben verloren geht und entsprechende Anpassungen vornehmen (z.B. Zeiteinstellungen bei elektronischen Geräten nutzen).

Mit erweiterten Systemen kann zudem beispielsweise festgelegt werden, wann sich welche Geräte automatisch ein- oder ausschalten. Darüber hinaus gibt es mittlerweile aber auch Smart-Home-Lösungen, die Geräte je nach dem Verhältnis von Stromverbrauch und Erzeugung selbst zuschalten.

Sollen auch weitere Elektrogeräte wie die Waschmaschine gesteuert werden, müssen diese natürlich ebenfalls smart oder mit entsprechenden Funkempfängern ausgestattet werden.

Was sind die Vorteile eines Energiemanagement-Systems bei einer Photovoltaikanlage?

Kurzgefasst ergeben sich die folgenden Vorteile, wenn die Solaranlage smart gesteuert wird:

  • Stromfresser lassen sich um einiges leichter entlarven
  • Stromerzeuger können schnell und aus der Ferne auf kurzfristige Wetterumschwünge reagieren (oder die smarte PV-Anlage übernimmt das selbst)
  • Ebenfalls kann schnell auf ungeplante Änderungen beim Stromverbrauch reagiert werden (wenn etwa Familienmitglied früher als geplant nach Hause kommt und Waschmaschine und Trockner anstellt)
  • Energie-Management-Systeme können gleichzeitig mehrere Geräte und deren Stromverbrauch berücksichtigen
  • Gesteigerter Komfort

Beispielssysteme für die Smart-Home-Solaranlage

"SmartHome Power Control solar" von innogy

Energieanbieter Innogy bietet eine Smart-Home-Lösung für die Photovoltaikanlage an. Das Angebot richtet sich an diejenigen, die bereits eine Solaranlage installiert haben. Grundlage für die Vernetzung des Heims ist hier die Steuereinheit "Smart Home Zentrale", mit der auch die Heizung oder Rollläden gesteuert werden können. Daneben wird auch ein elektronischer Haushaltszähler benötigt.

Das Angebot für die smarte Solaranlage umfasst dann das "SmartHome Power Control solar"-Paket, bestehend aus zwei Ausleseeinheiten und einer Empfangseinheit. Die Ausleseeinheiten senden dabei an digitalen Stromzählern angebracht Daten über den Stromverbrauch oder Netzeinspeisung an die Empfangseinheit. Die Daten können dann über den PC oder aber auch per App über das Smartphone eingesehen werden.

Das Energiemanagement-System verwaltet darüber hinaus bei zuvor eingestellter Programmierung (eigens festgelegte Szenarien) weitere elektronische Geräte und kann diese zu- oder abschalten.

Drei unterschiedliche Systeme bei SMA

Die Firma SMA bietet mehrere Systeme mit unterschiedlichem Umfang an und verspricht dabei Stromkosten-Einsparungen von 30 und 50 Prozent. Bei der Basisversion besteht das System aus einem Solarwechselrichter und Moduloptimierern, um die Leistung einzelner Solarmodule beispielsweise bei Verschattung zu verstärken. Smart wird es erst mit einer Erweiterung, die zusätzlich einen Speicher beinhaltet sowie den eine zentrale Steuereinheit, den "Sunny Home Manager 2.0". Mit der zentralen Steuerung gibt es dann auch die Möglichkeit, das System selbst anhand aktueller Wetterprognosen entscheiden zu lassen, wann sich der Einsatz welches Gerätes am meisten lohnt.

Loxone: Mini Server übernimmt die Steuerung der Solaranlage

Die österreichische Firma Loxone bietet Smart-Home-Lösungen für das gesamte Haus an und auch für die Photovoltaikanlage. Die zentrale Komponente ist hier ein Miniserver, der mit allen anderen Geräten verbunden werden kann. Den Server gibt es in einer festinstallierten Variante, die sich für den Neubau eignet, aber auch in einer mobilen Variante für Nachrüster. Das System entscheidet auch hier aufgrund von Wetterprognosen, ob es sich lohnt, den Geschirrspüler zu starten oder nicht. Über "Smart Socket Air" – das sind Funktsteckdosen, die auch Strom- und Temperaturmessungen durchführen können, werden Waschmaschine, Trockner und Co. dazu mit dem Miniserver vernetzt.

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