Sonnenstrom

Solaranlage planen: Worauf man achten sollte

Wer eine Solaranlage installieren möchte, muss im Vorhinein viele Entscheidungen treffen. Was sind wesentliche Stellschrauben bei der Planung einer Photovoltaikanlage? Wie groß muss die Anlage sein?

SolarenergieBei der Planung einer Photovoltaikanlage müssen nicht nur Standort und Anlagengröße bedacht werden.© Omika / Fotolia.com

Strom aus Sonnenenergie erzeugen - falls Sie ein Eigenheim oder Gebäude mit geeigneten Dachflächen besitzen, könnte dieser Wunsch schon bald Realität werden. Die Vorteile einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach sind überzeugend: Als zukünftiger Eigentümer einer Photovoltaikanlage werden Sie deutlich unabhängiger von der öffentlichen Stromversorgung. Im Falle eines Blackouts müssen Sie in Zukunft nicht im Dunkeln sitzen. Dass Hausbesitzer mit eigener Stromerzeugung von den Preissteigerungen der Stromversorger weniger betroffen sind, ist ein weiterer, angenehmer Effekt. Außerdem leisten Sie als Betreiber von PV-Anlagen einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz.

Wesentliche Aspekte für die Planung

Die Voraussetzungen, diesen Traum wahr werden zu lassen, sind heute besser denn je. Solarmodule und alle anderen technischen Komponenten, die zu einer PV-Anlage gehören, wurden in den vergangenen Jahrzehnten immer weiterentwickelt und sind vor allem in den vergangenen Jahren günstiger geworden. Wer die Installation einer PV-Anlage plant, kann aus einem breiten Angebot wählen. Um die Vorteile der Photovoltaik optimal zu nutzen, muss die Anlage jedoch professionell geplant werden.

Die wichtigsten Punkte bei der Planung einer Photovoltaikanlage

  • Welche Leistung soll die Anlage bringen?
  • Welcher Grad der Eigenversorgung soll erreicht werden?
  • Bauliche Gegebenheiten (Ausrichtung und Neigung der Dachfläche, Schattenwurf durch Bäume oder Gebäudeteile...)
  • Einbau eines Speichers, um Zeiten ohne Sonneneinstrahlung zu überbrücken
  • Technische Umsetzung
  • Kosten

Welche Größe sollte man bei der Photovoltaikanlage wählen?

Dabei ist eine Frage entscheidend: Welches Ziel verfolgen Sie mit der Errichtung Ihrer PV-Anlage? Noch vor wenigen Jahren hat diese Frage für viele Hausbesitzer eher eine untergeordnete Rolle gespielt, da die meisten Besitzer von PV- Anlagen den Solarstrom in das öffentliche Netz einspeisten und von der attraktiven Einspeisevergütung profitierten. Mit der Novelle des EEG wurde diese Förderung von PV-Anlagen schrittweise zurückgefahren. Steigende Strompreise haben zusätzlich dazu beigetragen, dass der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms für die Hausbesitzer bei der Planung von PV-Anlagen stärker in den Fokus gerückt ist.

Photovoltaikanlage © Tarife.de

Ermittlung des Eigenverbrauchs

In den meisten Haushalten genügt ein Blick auf die letzten Jahresendabrechnungen des Stromversorgers, um den Jahresbedarf an Elektroenergie zuverlässig abzuschätzen. Für die Planung der PV-Anlage ist das jedoch nicht ausreichend, da der Verbrauch im Tages- und Jahresverlauf starke Schwankungen aufweist. Wer bei der Stromversorgung zu 100 Prozent autark sein will, müsste seine Anlage stark überdimensionieren und zusätzlich ausreichend Speichermöglichkeiten vorsehen. Aus Kostengründen entscheiden sich die meisten Hausbesitzer für eine Anlage, mit der sie ihren Jahresverbrauch zu einem möglichst großen Anteil selbst abdecken können. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) empfiehlt, eher auf kleinere Anlagen zu setzten, die darauf ausgerichtet sind, vornehmlich den Eigenbedarf an Strom zu decken, anstatt eine teurere große Anlage zu installieren, die Stromüberschüsse erzeugt.

Ist ein Speicher vorhanden, lässt sich der Anteil an selbstverbrauchtem Strom steigern. Verzichten Sie aus Kosten- oder Platzgründen auf einen Stromspeicher beziehen Sie bei Bedarf Strom aus dem öffentlichen Netz oder speisen überschüssigen Strom ein. Erfahrungsgemäß ist für ein Einfamilienhaus eine Anlage mit einer Leistung von 4 - 5 kWp ausreichend. Dafür wird - abhängig von der Bauart des Kollektors - eine Dachfläche von etwa 30 Quadratmeter benötigt und so lassen sich rund 4.500 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Dabei handelt es sich lediglich um Richtwerte. Beispielsweise kann es durch örtlich Begebenheiten hier zu abweichenden Werten kommen.

Anpassung an die örtlichen und baulichen Gegebenheiten

Bei der Ermittlung der optimalen Größe Ihrer PV-Anlage müssen Sie - wie bereits erwähnt - zusätzlich Standortfaktoren berücksichtigen. Die Zahl der Sonnenstunden pro Jahr unterscheidet sich von Region zu Region. Noch wichtiger ist die Ausrichtung der zur Verfügung stehenden Dachflächen. Optimal sind Dächer, die nach Süden zeigen und eine Dachneigung von 20 – 50 Grad haben. Schatten von Mansarden, Bäumen oder benachbarten Gebäuden beeinträchtigen die Effizienz der Solarkollektoren. Um solche Einflüsse bei der Planung einer PV-Anlage angemessen zu berücksichtigen, nutzen Fachleute Simulatoren. Mit Hilfe der speziellen Software wird die Anlagengröße und die Belegung des Daches mit Solarkollektoren zu optimiert.

Technische Umsetzung: spätestens hier ist der Profi gefragt

Die technische Umsetzung der Planung erfordert detailliertes Fachwissen und Praxiserfahrung. Wie zuverlässig und effizient die Anlage über einen langen Zeitraum arbeiten wird, entscheidet sich bereits bei der Auswahl der Module, des Wechselrichters und anderer Komponenten des komplexen Systems. Die optimale Dimensionierung und Verschaltung der einzelnen Komponenten trägt ebenfalls zur Effizienz einer PV-Anlage bei. Das alles sind Anforderungen, die Laien in der Regel überfordern.

Kosten der Photovoltaikanlage

Für die meisten Hausbesitzer spielen wirtschaftliche Aspekte eine zentrale Rolle, wenn sie sich für die Errichtung einer Photovoltaikanlage entscheiden. Damit sich die Anlage in angemessener Zeit amortisiert, müssen die Kosten bei der Planung stets berücksichtigt werden. Für die PV-Anlage eines Einfamilienhaus sollten Sie für Material- und Montagekosten mindestens 6.000 bis 9.000 Euro einplanen. Lassen Sie zusätzlich einen Speicher installieren, erhöhen sich die Kosten um etwa 6.000 - 15.000 Euro. Je größer eine Anlage ist, desto niedriger sind Material- und Montagekosten pro kWp.

Fazit

Bei der Planung einer Photovoltaikanlage sind viele Details zu berücksichtigen. Ziel der Planung sollte es sein, eine Anlage zu errichten, bei der die technischen Möglichkeiten und die wirtschaftlichen Interessen des Hausbesitzers angemessen berücksichtigt werden. Hausbesitzer, die dieses Ziel ohne kostspieliges Experimentieren erreichen wollen, sollten sich bei der Planung einer PV-Anlage von einem Fachmann unterstützen lassen. So können Sie sicher sein, dass Sie eine zuverlässig arbeitende Anlage bekommen, die zu Ihrem individuellen Bedarf, zu den örtlichen Gegebenheiten und zu Ihrem Budget passt.

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Quelle: DPA

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