Sicherheit

Risiko Smart Home: Tipps für mehr Datenschutz

Smart Home ist ein Sammelbegriff für Technologien, mit denen etwa die Heizung oder die Solaranlage mit mobilen Endgeräten wie dem Smartphone gesteuert werden können. Das schafft Komfort und hilft beim Energiesparen, bringt aber auch Gefahren mit sich.

03.06.2019, 10:12 Uhr
Computer SicherheitNutzer von Smart-Home-Geräten können ein paar Maßnahmen ergreifen, um die eigenen Daten besser zu schützen.© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

In einem Smart Home sorgen intelligent vernetzte Geräte für mehr Wohnkomfort. Viele Abläufe lassen sich automatisieren und Gebäudetechniken wie die Beleuchtung, die Heizung oder Sicherheitstechnik bequem von Geräten wie dem Smartphone aus der Ferne steuern und überwachen. Dies sorgt auch für mehr Sicherheit und Energieeffizienz in den eigenen vier Wänden. Neben den vielen Vorteilen birgt der Einsatz der smarten Geräte und deren Vernetzung einige Risiken. So können persönliche Daten durch mangelhaft abgesicherte Geräte, fehlerhafte Konfigurationen oder unverschlüsselten Datenverkehr ernsthaft gefährdet sein. Was das Smart Home mit dem Thema Datensicherheit zu tun hat und wie Sie sich vor möglichen Risiken schützen, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Was hat Smart Home mit dem Thema Datensicherheit zu tun?

Im Smart Home werden viele sensible Daten erhoben, ausgetauscht und verarbeitet. Das individuelle Verhalten der Bewohner wird gesammelt und ausgewertet, um Abläufe den Vorlieben und Wünschen entsprechend zu steuern. Beispielsweise "kennen" die Steuersysteme von Beleuchtungen oder Jalousien die typischen Anwesenheits- oder Schlafenszeiten. Bilder der Überwachungskameras zeigen unter Umständen intime Einblicke in die Wohnung oder smarte Lautsprecher zeichnen vertrauliche Gespräche auf. Gelangen diese Daten in falsche Hände oder an die Öffentlichkeit, kann die Privatsphäre empfindlich gestört werden.

Zum Albtraum kann es werden, wenn sich Kriminelle Zugriff auf das Netzwerk hinter einem Smart Home verschaffen. Sie deaktivieren Alarmanlagen oder öffnen und schließen Türschlösser nach Belieben, um sich zu jeder Zeit Zugang zum Haus verschaffen.

Bestimmte Anwendungen erfordern es, dass Informationen über das Internet an zentrale Server der Anbieter übertragen und dort analysiert werden. Für die Nutzer der smarten Geräte ist es oft nicht ersichtlich, ob und an welchen Orten die gewonnenen Daten gespeichert werden. In gewisser Hinsicht ist der Bewohner des Smart Homes dem Anbieter ausgeliefert und muss sich darauf verlassen, dass er mit den Daten verantwortungsvoll umgeht. Im Extremfall wird er zu einem vollständig gläsernen Kunden.

Was sagen Kritiker über die Gefahren in diesem Zusammenhang?

Kritiker bemängeln zahlreiche Risiken, die im Zusammenhang mit der Datensicherheit im Smart Home bestehen. In vielen Bereichen scheinen die Geräte und die Technik noch nicht ausgereift zu sein und weltweit gültige Sicherheitsstandards zu fehlen. Außerdem fehlt vielen Anwendern das notwendige Know-how, um die Technik sicher zu betreiben und alle notwendigen Schutzmaßnahmen umzusetzen.

Hinzu kommt, dass einige Hersteller smarter Produkte zwar schon viele Jahre elektrische Geräte produzieren, aber ihnen Themen wie Vernetzung und der Umgang mit persönlichen Daten relativ neu sind. Diese smarten Geräte haben unter Umständen systematische Sicherheitsmängel oder die Daten der Anwender sind nicht ausreichend geschützt. Im Gegensatz zu normalen elektrischen Geräten müssen die Hersteller sicherstellen, dass über Jahre Updates oder Sicherheitspatches für die smarten Produkte bereitgestellt werden. Ist dies nicht der Fall, kann nach einem bekannt gewordenen Sicherheitsproblem ein neues Gerät nicht mehr sicher betreibbar und völlig unbrauchbar sein. Derzeit gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, wie lange Hersteller ihre smarten Produkte supporten müssen. Bei einigen Herstellern ist der Support direkt nach dem Kauf des Produkts oder dem Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist für den Käufer beendet.

Wie entsteht ein Sicherheitsproblem?

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die die Datensicherheit im Smart Home gefährden. Zahlreiche Gefahren sind von den Benutzern selbst verursacht. Beispielsweise ist das WLAN, mit dem die smarten Geräte vernetzt sind, nicht ausreichend geschützt, die verwendeten Passwörter entsprechen nicht den Empfehlungen für sichere Passwörter oder smarte Geräte sind ohne jegliche Absicherung aus dem Internet erreichbar.

Häufige selbst verursachte Fehler oder Probleme im Smart Home sind:

  • Verwendung schwacher Passwörter
  • unzureichende Absicherung des heimischen Netzwerks
  • unverschlüsselte Kommunikation der Geräte
  • Geräte sind ungeschützt aus dem Internet erreichbar
  • bekannte Sicherheitslücken werden nicht durch Updates behoben

Wie schützen sich Nutzer smarter Geräte vor dem Datenklau?

Wichtig für die Datensicherheit im Smart Home ist eine ganzheitliche Betrachtung der eingesetzten Systeme. Schon eine einzige unsichere Komponenten kann die Datensicherheit des gesamten Smart Homes in Mitleidenschaft ziehen. Wem das notwendige Know-how fehlt, sollte die Anschaffung und Installation der Geräte einem erfahrenen Fachmann überlassen. Wer die Geräte selbst installieren möchte, sollte folgende Sicherheitsmaßnahmen beachten:

  • Anschaffung ausschließlich sicherer und geprüfter Geräte mit Supportleistungen vom Hersteller
  • nur Hersteller wählen, die mit den Daten entsprechend den Vorgaben der europäischen Datenschutzgrundverordnung umgehen
  • Verwendung eines abgesicherten Heimnetzes
  • Verwendung der aktuellen Schutzmaßnahmen drahtloser Netzwerke
  • Einsatz verschlüsselter Kommunikation
  • Einsatz sicherer Passwörter
  • Implementierung von Schutzmaßnahmen vor unbefugtem Zugriff aus dem Internet
  • regelmäßiges Einspielen von Sicherheitsupdates

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