Selbst Strom erzeugen

Steuern auf die Photovoltaikanlage: Wer zahlt was?

Wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach hat, gilt vorm Gesetz als Unternehmer und muss Steuern zahlen. Doch was gilt für Netzeinspeisung und Eigenverbrauch, was hat es mit der Umsatzsteuer auf sich und was kann man von der Steuer absetzen?

Solarenergie© Omika / Fotolia.com

Umweltfreundlichen Strom auf dem eigenen Dach produzieren, ohne weitere Kosten selbst Strom verbrauchen und ganz nebenbei durch überschüssigen Strom noch Geld verdienen: So stellt sich eine Photovoltaikanlage auf den ersten Blick dar. Dass auf die Anlage eventuell Umsatz-, Mehrwert-, Einkommen- und Gewerbesteuer erhoben werden, sobald die Anlage Strom ans öffentliche Netz liefert, ist vielen erst mal nicht bewusst. Dabei gilt jeder mit einer Photovoltaikanlage, die ans öffentliche Netz angeschlossen ist, vor dem Gesetz als Unternehmer. Wer aber welche Art von Steuern zahlen muss, ist unterschiedlich.

Einkommensteuer – hier muss jeder ran

Einkommensteuer muss gezahlt werden, wenn durch die Photovoltaikanlage beim Betreiber ein Gewinnüberschuss hängen bleibt. Hierbei werden die Ein- und Ausgaben gegeneinander aufgerechnet. Zu den Einnahmen werden sowohl der eingespeiste als auch der selbst verbrauchte Strom gezählt. Steuerlich absetzbare Kosten fallen in Form der jährlichen Abschreibung, Betriebs- und Wartungskosten sowie Kreditzinsen und Versicherungsprämien an. Sowohl Gewinne als auch Verluste werden mit anderen Angaben in der Einkommensteuererklärung angegeben und nach Gesamteinkommen besteuert.

Abschreibung als größter Kostenfaktor

Man geht davon aus, dass eine Photovoltaikanlage 20 Jahre lang ihren Dienst auf dem Dach tut. Währenddessen verliert sie an Wert. Diesen Wertverlust kann man in Form der Abschreibung bei der Berechnung der Einkommensteuer geltend machen. Die einfachste Variante ist die lineare Abschreibung, bei welcher jedes Jahr fünf Prozent der Anschaffungskosten geltend gemacht werden. Weitere und etwas kompliziertere Abschreibungsmethoden sind die degressive Abschreibung, der Investitionsabzugsbetrag und die Sonderabschreibung.

So wird der selbst verbrauchte Strom berechnet

Das, was viele Hausbesitzer reizen dürfte, ist der kostenlos produzierte Strom vom eigenen Dach. Bei der Einkommensteuer muss man jedoch auch seinen Eigenverbrauch angeben. Steuerrechtlich gesehen ist der eigene Stromverbrauch Entnahme von Betriebsvermögen zu Privatzwecken und daher bei der Gewinnermittlung zu berücksichtigen. Am einfachsten, aber nicht immer am vorteilhaftesten, ist die pauschale Ermittlung. Hier multipliziert man den Eigenverbrauch mit pauschal 20 Cent pro Kilowattstunde. Das gleiche kann man auch mit dem Wiederbeschaffungswert, also dem durch den Netzbetreiber veranschlagten kWh-Preis, oder auf Grundlage der Herstellungskosten machen.

Umsatzsteuer – Befreiung ist möglich

Jeder, der überschüssigen Strom seiner Photovoltaikanlage ins öffentliche Netz einspeist und es somit an den Netzbetreiber verkauft, gilt grundsätzlich als Unternehmer. Errichtet man also seine Photovoltaikanlage, meldet man diese beim Finanzamt an und muss in der Folge angeben, ob man als Kleinunternehmer oder Unternehmer am Markt agieren möchte. Als Kleinunternehmen muss man die Umsatzsteuer nicht ausweisen, kann dafür jedoch keine Vorsteuern geltend machen, wie sie zum Beispiel beim Kauf der Solarkollektoren zustande kommen. Es macht also durchaus Sinn, als vollwertiges Unternehmen aufzutreten und sich die Arbeit zu machen, Gewerbesteuer auszuweisen, da dies wiederum an anderen Stellen zu steuerlicher Erleichterung führt. Keine Angst, die Umsatzsteuer mindert nicht das Einkommen durch die Photovoltaikanlage, sie wird vom Netzbetreiber zusätzlich zur EEG-Umlage gezahlt. Am besten, man konsultiert hierzu einen Steuerberater.

Zur Ermittlung des steuerlichen Gewinns verrechnet man Betriebseinnahmen mit Betriebsausgaben. Hierzu empfiehlt es sich, alle Belege, die Ausgaben für die Anlage enthalten, aufzubewahren.

Gewerbesteuer – nur für große Anlagen

Die dritte für Besitzer von Photovoltaikanlagen relevante Steuer ist die Gewerbesteuer – wobei diese nur eingeschränkt greift. Man hat für Betreiber eine Gewinngrenze von 24.500 Euro jährlich festgelegt. Nur wenn man diese überschreitet, muss man ein Gewerbe anmelden und Gewerbesteuer zahlen. Gängige Anlagen, wie sie etwa auf Einfamilienhäusern installiert sind, bleiben in der Regel unter dieser Summe.

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