Selbst Strom erzeugen

Photovoltaikanlage mieten: Für wen lohnt sich das?

Eine Photovoltaikanlage mieten statt kaufen: Das bringt natürlich den Vorteil, dass nicht gleich zu Beginn eine große Summe an Eigenkapital benötigt wird. Dennoch gibt es einige Nachteile. Lohnt sich die Miete im Vergleich zum Kauf?

SolarenergieMietet man eine Photovoltaikanlage, kümmert sich der Vermieter um die Installation und Wartung.© electriceye / Fotolia.com

Solarstrom vom eigenen Hausdach? Diesen Wunsch erfüllen sich immer mehr Hausbesitzer. Allein 2018 wurden in Deutschland nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft 76.500 neue Photovoltaikanlagen installiert. Damit stieg die installierte Kapazität auf 46 Gigawatt peak (GWp). Obwohl die staatliche Förderung der Solarenergie in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgefahren wurde, lohnt sich die Erzeugung von Solarstrom heute mehr denn je.

Wer seinen eigenen Strom erzeugt und verbraucht, muss sich über steigende Strompreise in Zukunft keine Sorgen mehr zu machen. Trotz der offensichtlichen Vorteile einer Photovoltaikanlage scheut mancher Hausbesitzer jedoch die relativ hohen Investitionen. Solarzellen und Installationsarbeiten kosten - abhängig von der Größe der Anlage - mehrere Tausend Euro. Will oder kann man diese Summe nicht sofort investieren, gibt es auch die Möglichkeit, eine Photovoltaikanlage zu mieten.

Auch Mieter einer Wohnung können übrigens Solarstrom vom Dach eines Hauses nutzen. Bei einer solchen Konstellation spricht man von Mieterstrom.

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Wie funktioniert das Mieten einer Photovoltaikanlage?

Schließen Sie einen Mietvertrag über eine Photovoltaikanlage ab, installiert der Vermieter auf Ihrem Haus- , Garagen- oder Carportdach und übergibt Ihnen die Anlage betriebsbereit. Beleuchtung, Waschmaschine, Wasserkocher oder Elektroherd betreiben Sie dann mit eigenem Solarstrom. Überschüssiger Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Die erforderlichen Wartungs- und Reparaturarbeiten erledigt der Vermieter. Die Kosten für diesen Service sind in der Miete enthalten. Um die Versicherung der Anlage kümmert sich ebenfalls der Vermieter.

    Vorteile:

  • der Einstieg in die Solarstromerzeugung ist auf diese Weise unkompliziert und schnell möglich
  • die Miete der Photovoltaikanlage bietet Ihnen ein hohes Maß an Planungssicherheit, weil die monatlichen Kosten fix bleiben
  • Sie brauchen sich um nichts zu kümmern, weil die Anbieter ein Rundum-Sorglos-Paket bieten
  • Wartung und Versicherung der Photovoltaikanlage sind in der Regel Bestandteil des Vertrages

Nachteile:

  • Sie binden sich langfristig, üblicherweise haben Mietverträge Laufzeiten von 20 oder 25 Jahren
  • die Photovoltaikanlage bleibt Eigentum des Vermieters, Sie erwerben kein Eigentum an der Anlage

Für wen lohnt es sich, eine Photovoltaikanlage zu mieten?

Mieten einer Photovoltaikanlage ist für Hausbesitzer empfehlenswert, die nicht genügend Eigenkapital haben, um sich selbst eine Photovoltaikanlage anzuschaffen und installieren zu lassen. Planung, Installation, Wartung, Reparatur und Versicherung der Photovoltaikanlage - alle diese Dinge erledigt der Vermieter für Sie. Das dieser Service seinen Preis hat, versteht sich von selbst. Vergleicht man die Kosten für die Anschaffung und das Betreiben einer eigenen Anlage mit den Kosten für die Miete einer Photovoltaikanlage, hat der Käufer einen finanziellen Vorteil. Bequemer hat es jedoch der Mieter, wobei nicht außer Acht gelassen werden darf, dass Verwaltungsaufgaben wie die Abrechnung mit dem Energieversorger dennoch beim Mieter liegen.

Wenn es nur darum geht, die Zahlung auf monatliche Raten aufzuteilen, sollte ebenfalls erwogen werden, ob ein zinsgünstiger Kredit beispielsweise bei der KfW-Bank nicht sinnvoller ist. Ebenfall gibt es auch viele Angebote, bei denen die Photovoltaikanlage gepachtet werden kann: Mit den monatlichen Raten wird die Photovoltaikanlage abgezahlt und geht dann in den eigenen Besitz über.

Für die Höhe des Mietpreises spielt es keine Rolle, wie viel Strom Sie selbst verbrauchen. Die Größe der Anlage beeinflusst die Kosten, die Sie viele Jahre zu zahlen haben, jedoch sehr stark. Es empfiehlt sich deshalb ganz gleich ob die Anlage gemietet, gepachtet oder gekauft wurde, Fachleute hinzuzuziehen, die ermitteln können, wie viel Solarfläche ausreichend ist, um Ihren Strombedarf zu decken. Je höher der Anteil des Eigenverbrauchs ist, desto kostengünstiger ist Ihre gemietete Photovoltaikanlage.

Wer vermietet Photovoltaikanlagen?

Wer in Deutschland eine Photovoltaikanlage mieten will, kann heute unter einer Reihe von Anbietern wählen. Oft sind es Stadtwerke, die sich auf diese Weise neue Geschäftsfelder erschließen. Aber auch der Energiekonzern E.ON vermietet Anlagen (Pacht-Modell).

Konditionen der Mietverträge bei Solaranlagen

Achten Sie beim Vergleich der Angebote nicht nur auf die Höhe der Miete, sondern auch auf das 'Kleingedruckte ' in den Verträgen.

Punkte, die Sie vor dem Abschluss des Mietvertrages kritisch prüfen müssen:

  • Garantiert der Vermieter die Strommenge, die Sie durchschnittlich pro Tag benötigen?
  • Wer bekommt die Vergütung für den Strom, der in das Netz eingespeist wird?
  • Zahlt der Vermieter im Falle einer längeren Störung eine Entschädigung?
  • Bleibt der Mietvertrag bestehen, falls das Haus den Eigentümer wechselt?
  • Fallen nach Ablauf des Mietvertrages Kosten an?

Fazit: Photovoltaikanlage mieten und eigenen Strom umweltfreundlich erzeugen

Das Mieten einer Photovoltaikanlage bietet sich unter bestimmten Voraussetzungen als eine empfehlenswerte Alternative zum Kauf an. Je höher der Anteil des eigen verbrauchten Solarstroms ist, desto profitabler wird Ihre gemietete Photovoltaikanlage. Es gibt eine Reihe von Anbietern, die Photovoltaikanlagen vermieten. Holen Sie unbedingt mehrere Angebote ein und vergleichen Sie die Konditionen der Verträge sorgfältig, bevor Sie unterschreiben.

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