Sonnenstrom

Photovoltaik: Förderung und Zuschüsse in der Übersicht

Photovoltaik-Förderung kann bei den unterschiedlichsten Stellen in Anspruch genommen werden. Wer seinen Strom mit Hilfe der Sonne selbst erzeugen will, kann von Zuschüssen und günstigen Finanzierungshilfen profitieren.

Solaranlage HausdachPhotovoltaik-Förderung: Unterstützung gibt es nicht nur vom Staat.© anweber / Fotolia.com

Wer beschließt, seinen Strom selbst zu erzeugen, und dafür eine Solaranlage installieren möchte, der kann zahlreiche Fördermittel in Anspruch nehmen. Das gilt sowohl für den Bau als auch für den Betrieb der Anlage.

KfW: Kredite für Photovoltaikanlagen

Zur Photovoltaik-Förderung hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine spezielle Finanzierungsvariante ins Leben gerufen, die auch die Installation einer PV-Anlage unterstützt.

Das Förderprogramm "Erneuerbare Energien - Standard – Photovoltaik " richtet sich an diejenigen, die Strom oder Wärme mit Hilfe erneuerbarer Energien erzeugen wollen. Die Förderung gibt es auch für Modernisierungen und Erweiterungen bestehender Anlagen. Das können Windkraft-, Wasserkraft-, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Biogasanlagen und eben Photovoltaikanlagen sein. Sogar Batteriespeicher werden gefördert und auch die Kosten für die Planung sind miteingeschlossen.

Bei den Krediten der KfW-Bank fallen für gewöhnlich vergleichsweise geringe Zinsen an. Für die Berechnung wird die Bonität des Antragstellers miteinbezogen. Bei den Fördermöglichkeiten müssen zu Beginn der Tilgung oft nur die Zinsen zurückgezahlt werden und die Laufzeit kann jeweils auf fünf, zehn oder 20 Jahre festgesetzt werden. Wichtig: Die Anträge müssen dabei vor dem Bau der Anlage gestellt werden.

Regionale Photovoltaik-Förderung

Manche Bundesländer, Städte und Gemeinden bieten ebenfalls Fördermittel für Photovoltaik-Anlagen an. Hierbei sollten die Möglichkeiten am besten bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung erfragt werden.

Einen Überblick kann man sich beispielsweise bei der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie verschaffen.

Zuschüsse von Energieversorgern

Auch einige Energieversorgungsunternehmen stellen Fördermittel für Photovoltaik-Anlagen bereit. Je nach Versorger kann die Förderung stark variieren. Bei einigen kann ein einmaliger Zuschuss in Anspruch genommen werden, bei anderen wiederum wird die staatliche Einspeisevergütung aufgestockt.

Photovoltaikanlage © Tarife.de

EEG-Einspeisevergütung: Strom verkaufen

Nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) erhalten Betreiber von Photovoltaik-Anlagen eine Vergütung für den Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Wie hoch die Vergütung ausfällt, richtet sich zum einen nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme und etwa nach der Anlagengröße. Die Höhe der Vergütung pro Kilowattstunde (kWh) wird für zwanzig Jahre garantiert. 2019 war die Einspeisevergütung auf ein sehr niedriges Niveau gesunken. Deshalb lohnt es sich eher, den Strom zu einem größtmöglichen Anteil selbst zu verbrauchen. Gleicht man den Gewinn durch die Einspeisung in der öffentliche Netz mit den Kosten für den Strom, der anschließend wieder zugekauft werden muss, zahlt man drauf.

Die aktuellen Vergütungssätze können bei der Bundesnetzagentur abgefragt werden.

Steuervorteile bei Stromeinspeisung

Sobald man als Betreiber einer Photovoltaik-Anlage Strom in das öffentliche Netz einspeist, ist man verpflichtet, ein Gewerbe anzumelden. Mehrere Posten wie etwa die Finanzierung der Anlage oder Reparaturen sowie bestimmte laufende Kosten können steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings gilt die ausgezahlte Einspeisevergütung als Einnahme. Als Kleinunternehmer (bei Einnahmen unter 17.500 Euro pro Jahr) gibt es die Möglichkeit, sich von der Umsatzsteuer befreien zu lassen. Wer einen hohen Anteil des Solarstroms selbst nutzt, sollte davon Gebrauch machen. Umsatzsteuer zu zahlen macht hier nur im Anschaffungsjahr Sinn, weil hier für gewöhnlich mehr Vorsteuer geltend gemacht werden kann.

Mieterstromförderung ab 2017

Mit dem EEG 2017 werden auch Mieterstrom-Modelle staatlich gefördert. Vermieter können Mietparteien und Nachbarn Solarstrom vom eigenen Dach anbieten und erhalten dafür den sogenannten "Mieterstromzuschlag". Für Mieter hat der Solarstrom beispielsweise den Vorteil, dass bei dem Solarstrom die Netzentgelte, Stromsteuer und Konzessionsabgaben wegfallen und der Strom dadurch günstiger ist als der aus dem öffentlichen Netz.

Weitere Infos zum Mieterstrom

Solarthermie und Photovoltaik: Zwei unterschiedliche Dinge

Wer Sonnenenergie nutzen möchte, um zu heizen oder warmes Wasser zu erzeugen, nutzt dabei eine andere Technik - die Solarthermie. Auch hierfür können Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle etwa unterstützt das Heizen mit erneuerbaren Energien .

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