Kalt und nass

Richtig lüften bei hoher Luftfeuchtigkeit im Herbst

Lüften ist wichtig, so erhalten wir ein gesundes Raumklima. Doch wie verhält man sich speziell bei hoher Außenluftfeuchtigkeit, also wenn es neblig ist oder ständig regnet?

Richtig Lüften© raven / Fotolia.com

Luft, die länger in einem Raum "stand", ist verbraucht: Der Sauerstoffanteil ist geringer, Schadstoffe sind angereichert und die Luftfeuchtigkeit ist oft sehr hoch. Viele Menschen empfinden solche Luft als unangenehm. Zu Recht: Zu wenig Sauerstoff vermindert unsere Leistungsfähigkeit, hohe Schadstoff- und Staubanteile wirken sich negativ auf unsere Gesundheit aus. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit wiederum führt zu Schimmelbildung und klammen Innenwänden.

Stoßlüften ist am effektivsten

Besonders in den kalten Monaten sollte man gekippte Fenster vermeiden: So kann Luft zwar ständig ausgetauscht werden, jedoch kühlt dabei die Außenfassade aus, welche sich nur langsam wieder erwärmen lässt. Man heizt quasi zum Fenster heraus. Am besten lüftet man, indem man die Heizungen herunterdreht und alle verfügbaren Fenster weit öffnet, sodass ein Durchzug entsteht. Das setzt natürlich voraus, dass auch alle Innentüren offen bleiben, gegebenenfalls muss man in Türen und Fenster stellen, um ein Zufliegen zu vermeiden. Innerhalb kurzer Zeit wird so eine große Luftmenge ausgetauscht. Wie lange man die Fenster offen lässt, hängt von der Außentemperatur ab: Etwa fünf bis zehn Minuten sollte ein Lüftungsvorgang dauern. Ist es warm, kann es mehr sein, ist es kalt, darf es auch mal weniger sein.

Lüften auch bei hoher Luftfeuchtigkeit draußen?

Wer kennt die nass-kalten Herbsttage nicht: Die Nebelsuppe lässt nur wenige Meter Sicht zu und später fängt es noch an zu regnen. Die Außenluftfeuchtigkeit ist hoch, bei vielen bleiben die Fenster auf Kosten des Raumklimas zu – schließlich soll die Luftfeuchtigkeit von draußen nicht in die Wohnung kommen.

Hierbei vergisst man jedoch etwas Wichtiges: Eine relative Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent bei Temperaturen von fünf Grad entsprechen nicht 100 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit bei 20 Grad.

Auch bei Nebel und Regen: Fenster auf!

Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen – die Angabe der Luftfeuchtigkeit ist relativ zur Temperatur: Bei 0° kann ein Kubikmeter Luft lediglich fünf Gramm Wasser fassen, bei 30° sind es bereits 30 Gramm. Lässt man nun die "feuchte" Außenluft in die Wohnung und erwärmt sie, fällt die relative Luftfeuchtigkeit rapide ab, die Luft wird durch die Erwärmung trockener. Daher kann selbst nass-kalte Luft zur Senkung der Raumfeuchtigkeit beitragen.

Konkret messen lässt sich die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer. Zeigt das Hygrometer beispielsweise vor dem Lüften 70 Prozent relative Luftfeuchtigkeit an und man lässt kalt-nasse Luft von außen herein, wird das Hygrometer zuerst eine erhöhte Luftfeuchtigkeit anzeigen, mit dem Erwärmen der Raumluft fällt jedoch auch wieder der Zeiger des Hygrometers – in unserem Beispiel auf bis zu 40 Prozent relative Luftfeuchtigkeit bei 20 Grad.

Das ideale Raumklima

Damit das Raumklima ideal bleibt, sollte man mehrfach täglich lüften. Da die Fassade während dem kurzen und schnellen Luftaustausch warm bleibt, erhöht sich die Temperatur hinterher wieder schnell und wenig Heizenergie geht verloren. Je nach individuellem Empfinden mögen wir eine Raumtemperatur um die 20 Grad. In Küche und Schlafzimmer darf es etwas weniger sein, im Bad natürlich mehr. Die relative Luftfeuchtigkeit in den Räumen sollte zwischen 40 und 50 Prozent liegen. Ist die Luft zu trocken, fühlen sich Viren und Bakterien wohl, ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, vermehren sich Schimmelpilze und Milben. Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit zeigt sich bei vielen durch einen trockenen Hals oder Husten, eine zu nasse Raumluft erkennt man oft an von innen beschlagenen Fenstern.

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