Gesundheit

Lichttherapie: Anwendung, Einsatzbereiche, Kosten

Bei einer Lichttherapie setzt man sich täglich für einige Zeit in das Licht einer besonders hellen Lampe, die Sonnenlicht imitiert. Die Lichtdusche soll unter anderem bei Depressionen helfen. Wie haben die Anwendungsgebiete, die Vor- und Nachteile sowie Kosten zusammengestellt.

09.01.2017, 16:23 Uhr
Lichttherapie© JPC-PROD / Fotolia.com

Eine Lichttherapie ist vergleichsweise simpel: Täglich setzt man sich in den Schein einer besonders hellen Lampe, deren Farbe und Helligkeit mit Sonnenlicht zu vergleichen ist. Dabei kommen Leuchten mit diffusem, weißem Licht zum Einsatz, die es auf bis zu 10.000 Lumen bringen. Zum Vergleich: Normale Zimmerbeleuchtung bringt es nur selten auf über 500 Lumen und ist damit deutlich dunkler.

Wir wirkt Lichttherapie?

Sonnenlicht fördert das Wohlbefinden, indem es die Hormone Melatonin und Serotonin beeinflusst. Serotonin wirkt sich positiv auf unsere Stimmung aus und wird daher auch als Glückshormon bezeichnet, während Melatonin das "Schlafhormon" ist.

Alleine der Aufenthalt im Lichtkegel der Leuchte soll genügen, um die verschiedensten Symptome zu lindern. Wie lange man täglich im Schein der künstlichen Sonne sitzt, kommt auf die Beschwerden an. Zwischen einer halben und zwei Stunden sind gängig. Dabei muss man nicht ständig zur Lampe blicken – man kann nebenbei ruhig frühstücken, lesen oder arbeiten.

Wann wird die Lichttherapie eingesetzt?

Unsere Ahnen handhabten das Winterhalbjahr so wie Eichhörnchen und Co.: Wurden die Tage kürzer, die Temperaturen niedriger und gab es weniger zu essen, wurde die Aktivität heruntergefahren, man ging in eine Art Energiesparmodus. Auch heute fühlen sich viele Menschen im Winterhalbjahr müde, schlapper, antriebsloser. Geschuldet ist das dem Lichtmangel und kann zu einer sogenannten "Winterdepression" führen. Da wir diesen Energiesparmodus heutzutage nicht mehr benötigen, versucht man, ihn mit künstlichem Sonnenlicht zu unterbinden.

Weitere Einsatzmöglichkeiten der Lichtdusche sind Schlaf- und Essstörungen, Stress bedingt durch Schichtarbeit oder Jetlag und Burnout. Dank dem hellen Licht lässt sich die innere Uhr sozusagen wieder korrekt programmieren.

Lichttherapie bei körperlichen Beschwerden

Eine andere Art von Lichtdusche gibt es auch für körperliche Beschwerden. Mit UVA- und UVB-Strahlung werden Schuppenflechte und Neurodermitis behandelt. UVB-Lampen unterstützen zudem die körpereigene Produktion von Vitamin D, welches der Körper nur mithilfe von sonnenähnlichem, strahlungshaltigem Licht herstellen kann.

Vor der Lichttherapie ärztlichen Rat einholen

Wer denkt, dass eine Lichttherapie das passende sein könnte, sollte sich nicht einfach irgendeine Lichtdusche kaufen. Die Farblichttherapie beispielsweise ist eher bei den alternativen Heilmethoden und im Wellness-Sektor einzuordnen. Studien und die Praxiserfahrung zeigen zwar eine gute Wirksamkeit, medizinisch anerkannt ist das Ganze jedoch nicht. Am besten man sucht einen Arzt oder Therapeuten auf, der bereits Erfahrung mit Lichttherapie gesammelt hat.

Die Lichttherapie soll während der Morgenstunden ihre größte Wirksamkeit entfalten und sollte am besten täglich auch bei Beschwerdefreiheit durchgeführt werden. Wie lange man im Licht duscht, hängt von der Stärke der Leuchte und den Beschwerden ab. Auch hier ist ein guter Arzt mit Erfahrung in diesem Sektor viel Wert. Nebenwirkungen treten recht selten auf. Manche berichten von Kopfschmerzen, Augenreizung oder Hautirritationen. Noch wichtiger wird die Absprache mit dem Arzt, wenn man Medikamente wie Psychopharmaka oder Antibiotika schluckt, da diese die Lichtempfindlichkeit des Körpers drastisch verändern können.

Was kostet eine Lichttherapie?

Lichtduschen gibt es in den unterschiedlichsten Formaten. Sie können klein und handlich oder groß und sperrig sein, als Schreibtischlampe oder als eine Art Bilderrahmen für die Wand. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Kosten für eine solche Leuchte, welche durch die Krankenkassen grundsätzlich nicht getragen werden. Möchte man sich eine Lichtdusche für zu Hause anschaffen, kann man kleinere Modelle bereits für unter 100 Euro erstehen. Deutlich häufiger muss man jedoch mehrere 100 Euro berappen.

Meist werden die Lichtduschen mit Leuchtstofflampen betrieben, die je nach Ausführung schnell mal über 200 Watt aus der Steckdose ziehen. Mittlerweile sind jedoch auch einige LED-Modelle auf dem Markt, welche natürlich deutlich stromsparender sind. Neben dem Stromverbrauch der Lichtdusche kommen die Kosten natürlich auch auf die Sitzungsdauer an, sodass sich die laufenden Kosten nur ganz individuell feststellen lassen.

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