Apps kurz vorgestellt

So finden Sie die nächste Ladestation für das E-Auto

Bei der Suche nach der nächsten Ladestation für das Elektroauto kommt man ohne einen Internetzugang nicht weit. Praktisch sind dabei Smartphone-Apps, die über eine Karte die nächstgelegene E-Tankstelle anzeigen. Die Programme bieten aber noch weitere nützliche Funktionen.

ElektroautoBei der Suche nach eine Ladestation für E-Autos ist ein Internetzugang fast unumgänglich.© Tom-Hanisch.de / Fotolia.com

Über die Antriebsart hinaus gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen herkömmlichen Kraftfahrzeugen und E-Autos: Letztere sind nicht auf Tankstellen im herkömmlichen Sinn angewiesen, also bestimmte Flächen, auf denen mehrere Zapfsäulen eines Anbieters bereitstehen, um Kraftstoff abzugeben. Zwar gibt es auch für die Elektromobilität Zonen mit mehreren Ladestationen, darüber hinaus aber auch zahlreiche einzelne Stationen an Orten, wo man sie nicht vermuten würde, beispielsweise an Supermärkten oder Behörden. Ist das Netz einmal gut ausgebaut, stellt das einen Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Tankstellensystem dar. Schwieriger ist heute aber vor allem die Suche nach der nächsten Ladestation.

Preise können stark variieren

Auch das ist anders als bei Benzintankstellen: Bei der Preisgestaltung ist wirklich alles möglich - bis hin zur kostenlosen Abgabe. Das ist ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach der nächsten Tankstelle - wenn für Sie Kosten vor Zeitaufwand gehen, könnte die übernächste Ladestation vorteilhafter sein als der Ladepunkt um die Ecke.

Kostenlos erhalten Sie Strom an Ladestationen, bei denen der Betreiber die Kosten übernimmt, beispielsweise ein Möbelgroßmarkt, der seinen Kunden auf diese Weise einen besonderen Service bieten möchte. Normalerweise fallen aber Kosten an, und die hängen vom Anbieter und dem Ladeverfahren ab. Grundsätzlich gilt diese Regel: Je kürzer die Ladezeit, desto höher der Preis.

Was die Situation zusätzlich unübersichtlich macht, ist die Existenz unterschiedlicher Abrechnungssysteme der verschiedenen Stromanbieter. Einige rechnen beispielsweise nach Zeit und andere nach Kilowattstunden ab. In der Regel gibt es Ladekarten, mit denen nur die eigenen Ladestationen bedient werden können. Auf Benzintankstellen umgesetzt ist das in etwa so, als könne man an einer Aral-Tankstelle nicht tanken, weil man bei Shell registriert ist.

Glücklicherweise müssen Sie sich dennoch nicht bei allen Anbietern registrieren, um Zugriff auf alle Stromtankstellen zu haben. Mittlerweile sind Mobility Service Provider aktiv, die den Zugang zu allen Ladestationen per App ermöglichen.

Der Anschluss muss passen

Das ist ein weiterer Faktor, der die Suche nach der nächsten Stromtankstelle erschwert. Da es unterschiedliche Anschlussnormen mit den entsprechenden Steckern gibt, muss die anvisierte Ladestation die Norm anbieten, die Ihr E-Auto verwendet. Derzeit sind diese Anschlussnormen verbreitet:

  • Wechselstrom mit Typ-2-Stecker: einheitliches Anschlusssystem der EU für E-Autos. Die Ladezeit hängt vom Fahrzeugtyp ab.
  • CCS: erweiterte Variante des Typ-2-Steckers. Erlaubt das Laden auch per Gleichstrom. Ladezeit zwischen 30 und 60 Minuten.
  • CHAdeMO: aus Japan stammendes Schnellladesystem mit einer Ladezeit zwischen 30 und 60 Minuten. Bevorzugt in Wagen aus dem asiatischen Raum enthalten.
  • Tesla Supercharger: Exklusives Ladesystem für Tesla-Modelle S und X. Ladezeit 30 Minuten.

Gerade das letzte Beispiel zeigt die Problematik, die bei der Tankstellensuche für E-Autos heute noch besteht. Es gibt eine Reihe an Systemen, die noch nicht optimal kooperieren, um das problemlose Laden zu ermöglichen - selbst bei einem zukünftig dichten Ladestellennetz. Eine Tankstelle speziell für Teslas - das ist in etwa das gleiche als gäbe es Benzintankstellen exklusiv für Porschefahrer.

E-Auto LadesteckerLinks im Bild ein ChAdeMO-Stecker, rechts ist ein CCS-Stecker zu sehen.
Elektroauto Stecker Typ 2Stecker Typ 2 ist in Europa am weitesten verbreitet und wurde als Standard festgelegt.

So finden Sie Ihre E-Tankstelle

Abhängig davon, ob Sie vorbereitend geeignete Ladestationen entlang einer geplanten Reiseroute finden wollen oder im Auto spontan die nächste Tankmöglichkeit suchen, können Sie Ihre Suche entweder am Computer oder am Smartphone vornehmen. Eines steht in beiden Fällen fest: Ohne Internetanschluss ist eine sinnvolle Suche nach E-Tankstellen nicht durchführbar.

Für die vorangehende Reiseplanung am Computer eignen sich Dienste wie smarttanken.de oder e-tankstellen-finder.com. Beide Anwendungen funktionieren ähnlich: Auf einer zoombaren Karte sind alle registrierten Tankstellen eingezeichnet. Besonders praktisch ist e-tankstellen-finder.com: Der Klick auf eine Tankstelle liefert unterschiedlich ausführliche Angaben dazu, mindestens aber die genaue Adresse und die Art und Anzahl der verfügbaren Anschlüsse. Über ein Suchfeld können Sie eine beliebige Adresse eingeben und sich die Ladestationen in der Umgebung anzeigen lassen. Nutzer haben die Möglichkeit, selbst ausfindig gemachte Ladepunkt zu melden.

Apps für die Suche nach der nächsten Ladestation

Für den mobilen Einsatz eignen sich Smartphone-Apps, die es in großer Zahl für iPhone und Android-Geräte gibt. Hier einige Beispiele:

Nextcharge Ladestationen: Diese kostenlose App liefert Informationen zu über 300.000 E-Tankstellen verschiedener Anbieter (darunter Innogy, Tesla Destination und ChargePoint) weltweit und zeigt die nächstgelegenen an. Mit einem Klick kann der Standort dann an das Navigationsgerät weritergegeben werden. Nutzer können zudem nach dem passenden Steckertyp filtern und auch sehen, ob die nächste E-Tankstelle gerade genutzt wird. Darüber hinaus zeigt die App Bewertungen anderer Nutzer an. Natürlich können auch eigene Bewertungen hinzugefügt werden.

PlugShare: Das Programm verfügt über alle Funktionen, die Nextcharge auch anbietet. Darüber hinaus können andere E-autofahrer per Chat kontaktiert werden. Dem Hersteller zufolge greift die App auf einen Datenpool von über 300.000 Ladegeräten zu. Die E-Tankstellen werden dabei von unter anderem von Innogy, Supercharger und ChargePoint betrieben. Die App umschließt auch einen Routenplaner, bei dem Zwischenstopps an E-Auto-Tankstellen festgelegt werden können.

Stromtankstellen: Die Gratis-App findet eigenen Angaben zufolge über 62.000 Stromtankstellen in 45 Ländern. Auch hier gibt es ausführliche Informationen zu jeder Station: Neben Adresse und Steckertypen sind auch Angaben zu Preisen, maximaler Leistung und Öffnungszeiten enthalten. Die integrierte Navigationssoftware leitet den Anwender direkt zum anvisierten Ladepunkt.

Neben diesen gibt es auch noch die Apps von Tankstellen-Anbietern selbst. Ein Beispiel: die App "EnBW mobility+". Die kostenlose App erlaubt die Suche nach der nächsten E-Tankstelle der EnbW und ihrer Roaming-Partner mit passendem Stromanschluss (über 30.000 Ladepunkte). Auch die Bezahlung lässt sich über die App abwickeln oder alternativ mit der ADAC e-Charge Card. Für das Laden mit der Karte ist eine Mitgliedschaft beim ADAC erforderlich. Dazu ist die Eröffnung eines Kontos und die Wahl eines Tarifes des Energieanbieters erforderlich. Der Lademonitor zeigt den aktuellen Ladestatus an.

Unzweifelhaft gehört den E-Autos beim Individualverkehr die Zukunft, doch an der muss noch intensiv gearbeitet werden. Der Systemwirrwarr bei den Ladetechnologien, Anbietern und Bezahlverfahren ist eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur massenkompatiblen Elektromobilität.

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