Alternativen

Kochen ohne Strom – klassisch oder kreativ

Bei der Essenszubereitung sind wir in der heutigen Zeit grundsätzlich auf Strom angewiesen. Doch was, wenn dieser mal ausfällt? Egal ob man nun für eine Krise vorbereitet sein möchte, gerne experimentiert oder einfach nur Strom sparen möchte: Kochen geht auch ohne Strom!

kochen© Robert Kneschke / Fotolia.com

Der Elektroherd wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden, etwa 100 Jahre später trat er dann mit der flächendeckenden Stromversorgung seinen Siegeszug in Deutschland an. Heute kochen etwa 82 Prozent aller Deutschen an einem Elektroherd – und sind bei einem Stromausfall gegebenenfalls ziemlich aufgeschmissen. Doch keine Angst, ohne Strom muss nicht gleich heißen, dass man nicht mehr kochen kann. Wir zeigen, wie kochen ohne Strom möglich ist!

Ohne Strom kochen mit Grill und Gaskocher

Wenig spektakulär mag unser erster Rat sein: Soll der Herd ausbleiben oder ist er aus irgendeinem Grund nicht nutzbar, greift man einfach zum Grill unter freiem Himmel. Dieser lässt sich mit Kohle, Briketts oder Naturholz befeuern. Es gibt nichts, was sich nicht grillen ließe und auf dem Grillrost lässt sich auch ein Topf für Nudeln oder Suppe platzieren. Selbst Brot lässt sich in Form von Stockbrot oder als Fladen geformt auf einem erhitzten Stein backen.

In Dörfern gibt es außerdem noch traditionelle Backhäuser – hier backte man gemeinschaftlich sein Brot, die Pizza oder den Flammkuchen. Manche Dörfer wahren diese Tradition noch heute, sodass es regelmäßige Backtage gibt. Ebenfalls hilfreich kann beim Kochen ohne Strom ein Gaskocher sein, wie er beim Camping verwendet wird. Hier gibt es handliche und simpel gehaltene Modelle, mit welchen man einen Topf befeuern kann, aber auch High-Tech-Modelle, über die sich mehrere Töpfe nahezu wie vom heimischen Herd gewohnt befeuern lassen.

Weiterhin handlich besonders auf Campingausflügen soll das BaroCook-System sein. Hierzu verwendet man eine Chemikalie, die beim Zusammentreffen mit Wasser Hitze erzeugt. Diesen Mix gibt man in eine spezielle zweiwandige Box. In den äußeren Freiraum kommt die Chemikalie, in das Innere der Box das zu erwärmende Essen.

Kochsack spart Energie

Wer seinem warmen Essen nicht ständig Energie zuführen möchte, findet vielleicht Gefallen am Kochsack. Die Idee dahinter: Das Essen einmal zu Beginn aufkochen, den heißen Topf in den gut isolierten Kochsack packen und dort schonend nach der Niedrigtemperatur-Methode und ohne nötige Aufsicht weiterköcheln lassen. So lassen sich 30 Prozent und teilweise sogar mehr Energie sparen. Diese Zubereitungsmethode klappt bei nahezu allen Speisen mit viel Flüssigkeit und bei möglichst vollen Töpfen und war bereits in der Nachkriegszeit beliebt. Damals verwendete man mit Heu gefüllte Kisten. Die Koch- oder Schmorzeit beträgt je nach Gericht unter einer Stunde oder aber sogar die ganze Nacht. So sind Kartoffeln nach etwa einer Stunde gar, das ganze Hähnchen verbleibt über Nacht im Kochsack.

Der heute verwendete Kochsack, auch Wonderbag genannt, besteht aus Baumwolle gefüllt mit Daunenfedern – von der Idee her kann man den Topf also auch in sein Bettzeug packen. Wichtig ist, den Topf mit dem Isoliermaterial möglichst eng zu umschließen und keine Lücken nach außen zu lassen.

Backen mit Teelichtern

Hat man weder Elektroherd noch Backhaus zur Verfügung, muss man trotzdem auf frisch gebackenes Brot nicht verzichten. Ein Mini-Ofen lässt sich leicht aus einem großen Topf mit Deckel, ein paar losen Schrauben, die als Abstandshalter auf den Topfboden zu legen sind, sowie einer weiteren hitzebeständigen Schüssel, die in den großen Topf hinein passt, bauen. Der Mini-Ofen wird auf einem Backrost platziert, welcher mithilfe von Steinen aufgebockt wurde. So lassen sich unter Rost und Mini-Ofen zahlreiche Teelichter im Kreis platzieren. Um zu backen, stellt man wie gewohnt seinen Brotteig her und gibt diesen in die innere Schüssel, anschließend zündet man die Teelichter an und wartet ab.

Natürlich lässt sich der Mini-Ofen auch einfach auf den Rost des Grills stellen. Wie lange das Brot benötigt, muss man für seine Konstruktion selbst herausfinden. Manche Experimentierfreudigen berichten von etwa drei Stunden, weisen aber auch darauf hin, dass man die Teelichter nicht zu eng nebeneinander stellen sollte und der Mini-Ofen genug Abstand zu den Lichtern haben sollte, da es bei einigen zur Selbstentzündung des Teelicht-Wachses gekommen sein soll.

Nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktioniert auch der teelichtbetriebene Tischofen.

Holzvergaser aus Dosen

Eine weitere Möglichkeit, ohne Strom zu kochen, basiert auf zwei Dosen, in welchen Holz verbrannt wird und auf welchen man seinen Topf platzieren kann. Dazu benötigt man zwei Dosen, die eine etwas kleiner als die andere, sodass sie ineinander passen. Die äußere Dose enthält am unteren Rand rundum Löcher. Die zweite Dose erhält Löcher oder Schlitze im Boden, am unteren und oberen Rand. Abschließend werden beide Dosen ineinander gesteckt und mit dünnem Holz (oder anderem Brennmaterial) gefüllt. Die Erstverbrennung des Holzes findet im unteren Bereich der Dosen statt, durch die Luftlochreihe am oberen Dosenrand kommt es jedoch weiterhin zu einer Primärverbrennung, was die Flamme heiß und rauchfrei werden lässt. Seinen Topf kann man einfach auf der Dose platzieren. Die Luft, welche zur Verbrennung benötigt wird, kommt von unten.

Ausführliche Infos zum Thema Strom
  • Castor

    Castor-Transporte

    Castor-Transporte lösen immer wieder Proteste aus

    Ein Castor ist ein Behälter, der radioaktives Material sicher verwahren soll. Die Castoren werden auch zum Transport der Brennelemente und Abfallprodukte aus Kernkraftwerken genutzt. Schon oft kam es zu Demonstrationen und Blockaden.

  • Ökologische Fußabdruck

    Ökologischer Fußabdruck

    Was der ökologische Fußabdruck aussagt

    Beschäftigt man sich mit Umweltthemen, begegnet man immer mal wieder dem ökologischen Fußabdruck. Dieser trifft eine Aussage darüber, wie gut der eigene Lebensstandard mit der Umwelt verträglich ist und welche "Fußspuren" man hinterlässt.

  • Kabelrolle

    Starkstrom

    Starkstrom: Mehr Volt machen den Unterschied

    Eigentlich handelt es sich beim Starkstrom um die umgangssprachliche Bezeichnung für den Dreiphasenwechselstrom. Er unterscheidet sich durch eine höhere Spannung von dem Strom, der aus einer gewöhnlichen Steckdose kommt.