Holzheizung

Kaminofen nachträglich einbauen: Tipps und Hilfe

Ein Kaminofen verbreitet eine behagliche Atmosphäre in der Wohnung und kann helfen Geld zu sparen. Wer nachträglich einen Kamin einbauen möchte, sollte sich Gedanken um den richtigen Zeitpunkt machen. Am besten man wird noch vor der Heizsaison aktiv.

Kaminofen© Irene Teesalu / Fotolia.com

Sankt Augustin (dpa/tmn/red) - Nicht nur im Winter wird der Kaminofen gerne angeworfen. Auch an kühlen Sommerabenden und in der Übergangszeit ist seine wohlige Wärme willkommen. Außerdem hat er weitere, nicht zu unterschätzende Vorteile: Heizen mit dem Kaminofen entlastet die Haushaltskasse und schont die Umwelt. Deshalb liegen Kaminöfen voll im Trend und mancher Hausbesitzer plant, sich einen zuzulegen. Das sollte geschehen, bevor die nächste Heizperiode beginnt.

Beratung vom Schornsteinfeger

"Der Kauf eines Kamins will gut vorbereitet sein", erläutert Stephan Langer vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks in Sankt Augustin bei Bonn. Am besten holen Hausbesitzer sich einen Fachmann ins Haus, der prüft, welcher Kamin geeignet ist, ob ein passender Schornstein vorhanden ist oder ein neuer Abzug eingerichtet werden muss. "Viele Schornsteinfeger bieten solche Beratungen kostenlos an", sagt Langer. "Sie dauern etwa 15 bis 20 Minuten."

Der Kunde kann sie in Anspruch nehmen, muss es aber nicht. Für die Installation eines Kaminofens braucht nicht unbedingt ein Schornsteinfeger eingeschaltet zu werden. Aber die Abnahme des fertigen Systems durch den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger ist Pflicht. Nur mit dessen Zustimmung darf der neue Kamin in Betrieb genommen werden.

Vorschriften für den Schornstein

Die meisten Kaminöfen werden an die Wand gestellt. Ist kein geeigneter Schornstein im Haus, muss ein neuer angebaut werden. "Das ist kein großer Aufwand", sagt Langer. Er wird durch einen Durchbruch in der Wand geführt und verläuft an der Außenwand nach oben. Es gibt auch die Möglichkeit, ihn durch das Gebäude zu verlegen. Das ist etwas aufwendiger. Die meisten Kunden entscheiden sich für die Variante an der Außenwand.

Wie hoch der Schornstein sein muss, hängt vom Umfeld des Hauses ab. Die notwendigen Abstände zu den Nachbarn wurden mit der Bundesimmissionsschutzverordnung im März 2010 deutlich erhöht. Jetzt muss die Einmündung mindestens 15 Meter vom Fenster des Nachbarhauses entfernt sein. Anderenfalls muss der Schornstein das Fenster um mindestens einen Meter überragen. "Das ist auch zu beachten, wenn ein alter Kamin durch einen neuen ersetzt werden soll", erklärt Langer. Wer diese Vorschriften nicht einhält, muss nachbessern.

Verwirrende Vielfalt

Die Auswahl an Kaminöfen ist groß und für Laien oft verwirrend. Es gibt Modelle aus Emaille, Gusseisen, Naturstein, Keramik, Speckstein oder Granit in etlichen Farben und Formen. Das schicke Aussehen ist aber nicht alles. "Einen Kaminofen kauft man nicht wie einen Wohnzimmerschrank", betont der Experte. Um das passende Modell zu finden, muss man wissen, wo der Kamin später im Raum stehen wird - an der Wand oder vielleicht sogar in der Mitte. Danach richten sich Art und Länge des Schornsteins, an den er angeschlossen wird.

Risiken beim Kauf im Internet

Langer empfiehlt, den Kaminofen in einem Fachgeschäft zu kaufen. "Dort berechnen die Verkäufer häufig von sich aus die passenden Schornstein-Querschnittgrößen für die Kunden." Beim Kauf im Internet ist dieser Service meist nicht enthalten. "Es kommt nicht selten vor, dass Kunden von unkundigen Verkäufern sogar das falsche Material verkauft wird", sagt der Experte. "Da wird der Kaminofen schon mal an Alu-Rohre angeschlossen, die ausschließlich für Öl- und Gasfeuerstätten zugelassen sind." Das sei brandgefährlich. "So ein System fällt natürlich bei der Abnahme durch den Schornsteinfeger durch."

Kaminöfen müssen den Anforderungen entsprechen

Bei einem guten Händler bekommt der Kunde auch gleich ungefragt eine sogenannte Prüfstandsmessbescheinigung für seinen neuen Ofen. "Ohne dieses Blatt Papier darf der Kaminofen nicht betrieben werden", erklärt Langer. Es ist ein Nachweis dafür, dass der Ofen alle aktuellen Umweltauflagen erfüllt.

Aber: "In der Regel entsprechen die heute in Deutschland verkauften Kaminöfen diesen Anforderungen und auch den strengeren Maßstäben der zweiten Stufe der Novelle der Ersten Bundesimmissionsschutzverordnung, die 2015 in Kraft treten wird", berichtet Frank Kienle, Geschäftsführer des Industrieverbandes Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) in Frankfurt am Main.

Geeignete Brennstoffe wählen

Im regelmäßigen Betrieb entscheidet der Umgang mit dem Ofen wesentlich darüber, wie viel Staub und Rauch entstehen. "Wichtig ist, dass der Kamin sauber ist und die Brennstoffe geeignet und entsprechend trocken sind", erläutert Kienle. Am besten eignen sich Scheitholz oder Briketts. "Wer nasses Holz oder gar Spanplatten, Kunststoff und Müll verbrennt, ist nicht nur ein Umweltfrevler, sondern sorgt unweigerlich dafür, dass sein Schornstein bald versottet und die Freude am flackernden Kaminfeuer nicht lange währt." Kunden sollten unbedingt in die Bedienungsanleitung schauen, welche Brennmaterialien für ihren Kaminofen zugelassen sind.

Alternative Pelletofen

Bedienungsärmer, aber auch weniger romantisch sind Pelletöfen. Sie verfügen über eine Mechanik, die das Brennmaterial automatisch aus einem Vorratsbehälter in den Brennraum transportiert. Je nach Bedarf kann die Temperatur am Pelletofen eingestellt werden. Ist diese erreicht, schaltet sich das Gerät automatisch ab. "Aufgrund der optimalen Steuerung heizen die Geräte sogar um einiges länger als Kaminöfen, ohne dass Brennmaterial nachgelegt werden muss", erklärt Reiner Verbert, Experte für Feuerungsanlagen beim TÜV Rheinland. "Allerdings ist bei ihnen statt des prasselnden Kaminfeuers nur das Rauschen des Gebläses und der Transport der Pellets zu hören."

Quelle: DPA

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