Nachgefragt

Smart Home: Experten geben Tipps für Einsteiger

Gerade beim Energieverbrauch können Smart-Home-Technologien sowohl Mietern als auch Hauseigentümern Vorteile bringen. Aber wo fängt man als Einsteiger am besten an? Günther Ohland von der Smart Home Initiative Deutschland gibt Tipps für den Einsatz smarter Technologien.

Smart Home Steuerung© Syda Productions / Fotolia.com

1.) Aus energetischer Sicht: Wo fangen Einsteiger am besten an, wenn sie aus ihrem Zuhause ein Smart Home machen wollen?

Für die meisten Menschen steht heute die Sicherheit vor Einbruch an erster Stelle bei den Motiven, sein Haus smart zu machen. Allerdings wird vorausgesetzt, dass diese Lösung auch energetische Vorteile bringt und dadurch die Kosten sehr schnell wieder einspart werden. Aus Energieeffizienz-Sicht ist es sinnvoll, Heizkörper zu managen. Dazu gehört ein Zeitprofil (wann soll welche Raumtemperatur herrschen) und die Verhinderung von „zum Fenster hinaus heizen" durch Überwachung der Fenster und Türen.

2.) Was sind aktuell die stärksten Lösungen, um Energie zu sparen?

Günther Ohland/ Smart Home InitiativeGünther Ohland ist erster Vorsitzender der Smart Home Initiative Deutschland e.V.© SmartHome Initiative Deutschland e.V.

Am schnellsten spart man durch das Abschalten von Heizkörpern, solange die naheliegenden Fenster/Türen nicht geschlossen sind. Ein Zeit-Temperaturprofil verhindert, dass zeitweise ungenutzte Räume wie Kinderzimmer, während die Kinder in der Schule sind, voll geheizt werden. Auch das automatische und damit konsequente völlige Absenken von Außenrollos spart im Winter durch die zusätzliche Luftschicht.

3.) Wie viel Energie und Geld kann tatsächlich mit Smart-Home-Lösungen gespart werden?

Das hängt von der Bausubstanz und der Nutzung der Räume ab. 20 Prozent der Heizkosten der entsprechenden Räume werden typischerweise gespart, teilweise deutlich mehr. Werden Räume nicht durchgehend genutzt, wie beispielsweise Kinder- oder Gästezimmer, lässt sich die Temperatur in der ungenutzten Zeit absenken. Nicht geschlossene Fenster, also geöffnete oder gekippte Fenster bewirken, dass meist darunter gelegene Heizkörper oder auch Klimageräte abgeschaltet sind. Bei modernen Heizungen ist es oft möglich, dass die Heizkörperstellventile den tatsächlichen Heizbedarf an die Heizungssteuerung melden. So braucht der Brenner erst gar nicht zu starten, wenn aktuell kein Bedarf besteht.

4.) Sind Smart-Home-Lösungen eigentlich nur für Hauseigentümer oder gibt es auch Konzepte, die sich in einer Mietwohnung bezahlt machen?

Es gibt Lösungen für den dauerhaften Einbau, aber ebenso für die Nachrüstung, die bei Wohnungswechsel problemlos ausbaubar sind und sich in der neuen Wohnung wieder verwenden lassen. Auch in Mietwohnen rechnet sich SmartHome, denn die genannten raumbezogenen Geräte reduzieren die Nebenkostenrechnung des Mieters. Man vermeidet durch eine einfache „Fenster auf-Heizkörper zu“-Regel, dass geheizt wird, ohne dass darauf für die Bewohner ein Nutzen resultiert.

5.) Viele Sorgen sich um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten. Was sind mögliche Gefahren und wie kann man ihnen entgegenwirken?

Zwischen den Sensoren, die Temperatur und Nutzung erfassen und den Akteuren, die etwas schalten, gibt es eine Steuerung, die die Regeln, nach denen das smarte Haus funktioniert, enthält. Findet diese Steuerung irgendwo in der Cloud statt, verliert man leicht die Kontrolle über seine Daten. Deshalb empfehlen wir nur Systeme, die sich auch ohne das Internet und die Cloud betreiben lassen. Das Internet ist nur dann notwendig, wenn man seine Wohnung oder sein Haus von außen per Smartphone steuern oder beobachten will. Sonst funktioniert das Haus völlig selbstständig, ohne Benutzereingriff und ohne Internet.

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