Preis-Leistungs-Verhältnis

Infrarotheizung: schick aber teuer?

Von Infrarotheizungen sind viele Hausbesitzer begeistert, schließlich lassen sie sich im Vergleich zur gewöhnlichen Heizung sogar kunstvoll inszenieren. Allerdings sind häufig die Kosten, die durch den Betrieb mit Strom entstehen können, ein Gegenargument.

Heizkosten© Wolfgang-S / Fotolia.com

Die Infrarotheizung ist beileibe keine Neuentwicklung - im Gegenteil: Infrarotstrahler sind seit Jahrzehnten im Einsatz. Im industriellen Umfeld dienen sie vielfach als Frostschutz in großen Hallen. Im Wohnumfeld galten sie lange Zeit als Arme-Leute-Heizung für Billigbauten ohne eigene Heizungsanlage. Das hat sich gründlich geändert. Infrarotheizungen gelten als moderne und schicke Variante, um Räume individuell zu beheizen.

So funktioniert die Infrarotheizung

Herkömmliche Heizungen, bei denen erwärmtes Wasser durch Rohrleitungen zu Heizkörpern geleitet wird, funktionieren über Konvektion. Das bedeutet: Die Luft in der Umgebung der Heizkörper wird erwärmt, was eine Luftumwälzung auslöst. Ganz anders die Infrarotheizung: Die ausgesandten Infrarotstrahlen erwärmen nicht die Luft, sondern alles, worauf sie treffen - also auch die Personen im Raum - ganz direkt. Das bedeutet, dass Menschen, Hauswände und Gegenstände im Strahlungsbereich einer Infrarotheizung ähnlich wie ein Wärmespeicher fungieren.

Und wie steht es mit der Gesundheit?

Die Infrarotheizung hat in puncto Gesundheit - was viele nicht erwarten würden - markante positive Aspekte. Da keine Luftumwälzung ausgelöst wird, kommt es auch nicht zur Aufwirbelung von Staub- und Schmutzpartikeln - zumindest nicht durch den Heizvorgang. Das führt zu einem angenehmen Raumklima mit erheblich geringerer Belastung für die Atemwege, wie sie herkömmliche Heizungen oft darstellen. Gerade Menschen mit einschlägigen Beschwerden, also beispielsweise Staub-Allergiker oder Asthmatiker, finden in der Infrarotheizung die ideale Heiztechnologie.

Auch das besonders bei Konvektionsheizungen berüchtigte Austrocknen der Schleimhäute kommt bei der Infrarotheizung weniger vor, denn diese Heiztechnik führt nicht zu einer Austrocknung der Raumluft, was auch die Erkältungsgefahr verringern kann. Besonders interessant bei der Infrarotheizung ist in diesem Zusammenhang das Abstrahlungsverhalten. Da die Infrarotstrahlen nur Elemente erwärmen, auf die sie treffen, kann diese Heizungstechnologie feuchte Räume trockenen, ohne der Raumluft selbst Feuchtigkeit zu entziehen. Auch das führt zu einem spürbar gesünderen Raumklima, besonders in feuchten Gebäuden.

Und was ist mit der Legende, dass Infrarotstrahlen schädlich für den Menschen sind? Das Gegenteil ist der Fall. Das nützliche Strahlenspektrum wird vielfach in der Medizin zur Heilung eingesetzt, vor allem bei der Schmerzbehandlung oder der Lösung von Verkrampfungen, Verspannungen und Gelenkschmerzen.

Heizen mit Infrarotstrahlung: Auf die Dimensionierung kommt es an

Beim Stromverbrauch von Infrarotheizungen bestehen auch heute noch Vorurteile, die aber hauptsächlich von den nicht sehr effektiven Heizstrahlern herrühren. Die Energiebilanz einer modernen Infrarotheizung ist sehr viel positiver, die Kosten sind aber noch immer vergleichsweise hoch. Die grundsätzliche Rechnung lautet: Je 500 Watt pro zehn Quadratmeter Wohnfläche. Um mit diesem Wert den Stromverbrauch errechnen zu können, müssen zunächst Watt in Kilowatt pro Stunde umgerechnet werden. 100 Watt entsprechen 0,1 kWh. Von einem Strompreis von rund 30 Cent pro kWh ausgehend, entstehen mit einem 500 Watt-Gerät 15 Cent Stromkosten pro Stunde (0,5 x 30 Cent).

Hochgerechnet ergeben sich anhand dieser Modellwerte bei einer 70 qm großen Wohnung und einer täglichen Nutzung von 6 Stunden Stromkosten in Höhe von rund 189 Euro im Monat. Zum Vergleich: Laut dem Heizspiegel 2018 liegen die jährlichen Kosten für eine Ölheizung bei einer 70 qm großen Wohnung bei 750 Euro.

Die Berechnung der konkreten Größe der Heizung sollten Sie allerdings einem versierten Heizungsbauer überlassen. Eines muss allerdings klar sein: Mit der Kosteneffizienz einer Heizung auf der Basis von fossilen Energieträgern oder Holzpellets kann eine Infrarotheizung nicht mithalten.

Die Infrarotheizung als Gestaltungselement - geht das?

Die Infrarotheizung ist visuell und platzmäßig überhaupt nicht vorhanden. Sie benötigt weder Heizkörper noch Zuleitungsrohre. Auch auf eine kostenaufwändige Fußbodenheizung können Nutzer verzichten. Infrarotheizungen lassen sich auf ideale Weise in vorhandene Einrichtungselemente integrieren. Und da sich die Infrarotabstrahlung um so effektiver gestaltet, je größer die Abstrahlfläche ist, eignet sich die Infrarotheizung besonders gut für den Einbau hinter großformatigen Bildern. Damit wird auch gleichzeitig ein wichtiges Einbauprinzip erfüllt: Weil die Infrarotstrahlen ein ungehindertes Strahlfeld benötigen, sollten die Heizung möglichst frei im Raum platziert werden. Es macht also wenig Sinn, die Heizung hinter dem Sofa zu verstecken. Das gilt aber auch für reguläre Heizkörper.

Grundsätzlich kann die kompakte Infrarotheizung in alle möglichen Einrichtungsgegenstände integriert oder sogar als Deckenplatte ausgelegt werden. Man sollte aber überlegen, ob jede Lösung wirklich Sinn macht. Warme Luft steigt nach oben. Mit Deckenplatten wird also eine weniger gute Wärmezirkulation erzielt als bei der Platzierung in halber Raumhöhe, wie das beispielsweise mit Bildern möglich ist.

Infrarotheizung hat positive und negative Eigenschaften

Sowohl als ergänzendes System als auch als eigenständige Anlage bietet die Infrarotheizung positive Eigenschaften für die Wohnqualität und bei gesundheitlichen Aspekten. Durch die kompakte Bauweise lassen sich Infrarotheizungen unauffällig in Einrichtungselemente integrieren, beispielsweise in Bilder. Nachteilig wirken sich die tendenziell höheren Energiekosten gegenüber fossilen Energieträgern oder Holzpellets aus. Im Hinblick auf den Klimaschutz ändert sich die Bilanz je nachdem, welche Energieträger für den Strom zu Einsatz kommen.

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