Mietrecht

Heizungsreparatur in der Mietwohnung: Rechte und Pflichten

Für eine Heizungsreparatur in einer Mietwohnung gelten spezielle Regeln. Zunächst einmal muss der Vermieter dafür sorgen, dass die Heizkörper richtig funktionieren und eine angemessene Temperatur erreicht werden kann.

HeizkostenabrechnungDie Heizungsreparatur zahlt in der Regel der Vermieter. Im Notfall darf auch der Mieter den Handwerker rufen und bekommt das Geld zurückerstattet.© M. Schuppich / Fotolia.com

Klirrender Frost und die Heizkörper in der Mietwohnung bleiben kalt: eine Horrorvision für viele Mieter. In diesem Fall ist schnelles Handeln angesagt. Der Heizungsausfall muss sofort dem Vermieter, Verwalter oder Hausmeister gemeldet werden. Der Vermieter ist grundsätzlich dafür verantwortlich, dass die Heizung funktioniert. Er muss umgehend für eine Heizungsreparatur sorgen. Andernfalls haben die Mieter das Recht, selbst einen Handwerker mit den nötigen Arbeiten zu beauftragen und dem Vermieter die Kosten dafür in Rechnung zu stellen.

Grundlagen: Betrieb der Heizung in Mietwohnungen

Die Heizung ist ein wichtiger Bestandteil der Mietsache. Räumlichkeiten, die über keine Heizmöglichkeit verfügen, sind nicht zur Wohnungsvermietung geeignet. Der Vermieter ist rechtlich verpflichtet, für eine angemessene Raumtemperatur in den vermieteten Wohnungen zu sorgen. Es gibt in Deutschland keine gesetzliche Vorgabe für eine bestimmte Heizperiode. Es hat sich jedoch als üblich eingebürgert, dass der Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. April als Heizperiode gilt. Die Zeiträume variieren jedoch je nach Witterung und den klimatischen Verhältnissen in verschiedenen Regionen.

Außerhalb dieser üblichen Betriebszeit für die Heizungen müssen Heizungen auch eingeschaltet werden, wenn an drei Tagen hintereinander die Temperaturen unter 12 Grad liegen und kurzfristig keine Wetteränderung vorhergesagt ist. Zum Heizen verpflichtet ist der Vermieter auch, wenn in Wohnräumen die Temperatur unter 16 Grad sinkt. In Wohnräumen sollte während der kühlen und kalten Jahreszeiten eine Temperatur von 20 bis 22 Grad erreicht werden und in Nebenräumen 18 Grad. Zu Nachtzeiten zwischen 23 Uhr und 6 Uhr dürfen die Heizungen zur Energieersparnis heruntergefahren werden.

Vermieter muss für die Wartung der Heizung sorgen

Der Vermieter hat die Verpflichtung, für eine ordnungsgemäße Wartung der Heizungsanlage und deren Funktionalität zu sorgen. Dazu gehört auch die rechtzeitige Befüllung der Ölheizung mit Heizöl. Ein Vermieter kann auch nicht mitten im Winter den langwierigen Austausch der alten, aber intakten Heizungsanlage vornehmen, weil er gerade ein günstiges Angebot gefunden hat. Eine Heizungsreparatur muss von geprüften, sachkundigen Fachhandwerkern ausgeführt werden. Der Vermieter ist verpflichtet, entsprechende Unternehmen zu beauftragen.

Rechte der Mieter beim Ausfall der Heizung - schnelle Heizungsreparatur

Eine angenehme Raumtemperatur während des Heizungsbetriebs ist ein Mieterrecht. Funktioniert die Heizung nicht, während draußen Minusgrade herrschen, kann das besonders für ältere Bewohner, Babys und Kleinkinder gesundheitliche Folgen haben. Ein längerer Heizungsausfall bei niedrigen Außentemperaturen ist daher ein erheblicher Wohnmangel. Der Mieter hat das Recht, vom Vermieter die umgehende Heizungsreparatur zu fordern. Sollte versäumt worden sein, Heizöl zu bestellen, so muss sich der Vermieter/die Verwaltung schnellstens darum kümmern. Sorgt der Vermieter nicht für die umgehende Heizungsreparatur und reagiert auch nicht auf folgende Anmahnungen durch die Mieter, kann der Mieter selbst einen Handwerksbetrieb beauftragen. Dazu hat der Mieter auch das Recht, wenn der Vermieter bei einem Heizungsausfall bei strengem Frost nicht erreichbar ist, z.B. am Wochenende. Die Kosten muss der Vermieter auch in diesem Fall tragen, aber selbstverständlich für Reparaturen, die zur Instandsetzung nötig waren.

Recht auf Mietminderung durch Ausfall der Heizung

Kommt es durch Verzögerungen oder durch langwierige Reparaturen an der Anlage zu einem längeren Heizungsausfall, kann der Mieter die Miete kürzen. Eine Mietminderung kann auch dann vorgenommen werden, wenn der Vermieter am Heizungsausfall keine Schuld trägt. Der Heizungsausfall muss protokolliert werden. Möglich sind beim Heizungsausfall Mietminderungen von bis zu 30 Prozent. Mietminderungen sind immer nur für die nachweislichen Ausfallzeiten möglich. Die Gesamtmiete muss dafür auf die Tagesmiete heruntergerechnet werden. Von dieser sind dann die entsprechenden Abzüge zu machen. Für die Mietminderung ist auch maßgeblich, welche Räume vom Heizungsausfall betroffen waren. Als erheblicher Mangel gelten nicht funktionierende Heizungen in der gesamten Wohnung. Falls der Mieter verreist war, kann er die Mietminderung erst ab dem Tag geltend machen, an dem er den Heizungsausfall bemerkt und gemeldet hat.

Unzureichende Heizungsleistung

Oft werden Heizkörper auch einfach "nur" nicht ausreichend warm. Ist an kalten Wintertagen der Heizkörper nur lauwarm, kann keine wohnliche Raumtemperatur erreicht werden. In solchen Fällen ist es oft mit einer Entlüftung getan. Die Entlüftung kann mit einem entsprechenden Heizkörperschlüssel auch der Hausmeister oder ein damit beauftragter Mieter vornehmen. Melden sollten Mieter auch, wenn die Heizung unregelmäßig funktioniert, die Leistung zeitweilig stark abfällt. Grundsätzlich ist der Vermieter dafür verantwortlich, bei allen Arten von Funktionsstörungen für eine sofortige Reparatur der Heizung zu sorgen.

Nicht jede Heizungsreparatur geht zulasten des Vermieters

Viele Mietverträge verpflichten den Mieter zur Kostenübernahme bei Kleinreparaturen. Gültig sind solche Vereinbarungen allerdings nur, wenn auch direkt eine Summe der Kleinreparatur benannt wird, z.B. bis 100 oder 150 Euro. Liegen die Kosten der Heizungsreparatur unterhalb des im Mietvertrag festgelegten Betrags, muss der Mieter sie begleichen. Bevor eine Forderung gestellt wird, sollte der Mietvertrag noch einmal eingesehen werden. Häufig gerät in Vergessenheit, welche Klauseln vor Jahren unterzeichnet wurden.

Der Mieter muss auch dann die Kosten für eine Heizungsreparatur bezahlen, wenn der Schaden sein eigenes Verschulden ist. Hat beispielsweise ein Heimwerker einen Heizkörper ohne Zustimmung des Vermieters selbst ersetzt, ist er für Funktionsstörungen verantwortlich. Der Mieter ist laut Mietvertrag immer zur ordnungsgemäßen Nutzung der Mietsache verpflichtet. Hat er die Heizung beschädigt, muss er bei der folgenden Heizungsreparatur auch die Kosten übernehmen.

War dieser Artikel hilfreich?

Ausführliche Infos zum Thema Heizung
  • Energieeffizienz

    Null-Energie-Hotel

    Null-Energie-Hotel: Übernachten mit gutem Gewissen

    Das Thema Nachhaltigkeit spielt in immer mehr Bereichen unseres Lebens eine Rolle. Wer zum Beispiel umweltfreundlich verreisen möchte, kann in einem sogenannten Null-Energie-Hotel übernachten. Was ist das genau?

  • Heizen im Herbst

    hydraulischer Abgleich

    Hydraulischer Abgleich – eine lohnende Investition

    Ein hydraulischer Abgleich wird durchgeführt, um die Leistung von Heizungsanlagen zu optimieren. Energieökonomisch perfekt arbeitet ein Heizsystem, wenn sich die Wärme innerhalb eines Gebäudes möglichst gleichmäßig verteilt. Wann macht die Maßnahme Sinn?

  • Heizung

    Nachtspeicherheizung

    Die Nachtspeicherheizung im Wandel der Zeit

    Die Nachtspeicherheizung hat einen eher schlechteren Ruf. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie Strom zum Heizen verbraucht und dadurch im Vergleich zu anderen Heizsystemen als unrentabel gilt. Wer nicht umstellen mag, profitiert immerhin von einer steigenden Anzahl an Anbietern.