Ökodesign-Richtlinie

Energie-Etikett: Was nützt das Heizungslabel den Verbrauchern?

Mit dem Heizungslabel haben sich die Regeln beim Kauf einer neuen Heizungsanlage geändert. Die Pflicht zum Energie-Etikett gilt auch für einige Warmwasserbereiter und Wärmepumpen. Was verraten die Energielabel Verbrauchern?

Energiepreise© Zar / Fotolia.com

In der EU schreibt man Energieeffizienz groß – so möchte man unter anderem auch den Energieverbrauch von Heizungen und Warmwasserbereitern verringern. Alle Geräte, die künftig auf den Markt kommen, müssen energiesparender sein und die EU-Regeln einhalten. Energiefresser werden nach einer Übergangsfrist ganz verboten. Das soll Bürgern beim Stromsparen helfen und das Klima schützen. Ähnliche Auflagen gelten bereits für Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler und Kühlschränke.

Auch alte Heizungsanlagen erhalten ab Januar 2017 Energieeffizienzlabel. Diese werden vom Fachmann anhand Baujahr und Heizkesseltyp eingeordnet.

Heizungslabel für neue Heiztechnik

Die sogenannte Ökodesign-Richtlinie schreibt der Industrie vor, Produkte umweltgerecht zu gestalten, so dass sie wenig Strom verbrauchen. Neue Heizungsanlagen und Warmwasserbereiter müssen im Handel ein Energie-Etikett tragen. Für eine bestimmte Leistung dürfen sie nicht mehr als eine bestimmte Energiemenge verbrauchen. Die Kennzeichnungspflicht umfasst laut Industrie Heizgeräte, Heizkessel und Warmwasserbereiter bis 70 Kilowatt, Warmwasserspeicher bis 500 Liter Speichervolumen und Wärmepumpen. Auch Kombinationen dieser Produkte mit Regelungstechnik und Solarunterstützung als Verbundanlage gehören dazu. Es geht dabei nur um neue Geräte.

Welche Informationen sind auf dem Energielabel zu sehen?

Das Label gibt an, wie effizient das Gerät mit Energie - etwa Gas, Strom oder Öl - umgeht. Eine Farbskala von grünem A (besonders sparsam) bis rotem G weist den Energieverbrauch aus. So werden zum Beispiel Gas- und Ölheizungen mit Brennwerttechnik in der Regel mit dem Buchstaben A bewertet.

Wie hoch ist das Sparpotenzial?

Wer seinen alten Boiler gegen einen neuen austauscht, kann laut EU-Kommission bis zu 275 Euro pro Haushalt im Jahr sparen. Neue Geräte benötigten oft nur halb so viel Energie wie alte. Da Heizungen die größten Energieverbraucher im Haushalt sind, können Verbraucher auch da sparen. Private Haushalte verwenden nach Angaben der SPD-Europaabgeordneten Martina Werner im Schnitt 6,4 Prozent ihres Einkommens für den wohnbezogenen Energieverbrauch - davon entfallen ungefähr zwei Drittel auf Heizungskosten. Die EU-Kommission erwartet übrigens nicht, dass die Hersteller die Kosten für neue Geräte wesentlich anheben werden.

Wie gut ist die alte Heizanlage? Nicht nur Label für Neugeräte

Damit man einschätzen kann, wie gut oder schlecht die eigene Heizungsanlage im Keller ist, gibt es seit Beginn 2017 Energieeffizienzlabel auch für alte Heizungsanlagen. Ausgestellt werden die kostenlosen Label von Heizungsbauern, Installateuren, Energieberatern und Schornsteinfegern. Spätestens bei der nächsten Feuerstättenschau gibt es für Heizungsanlagen mit Baujahr 1991 und älter ein Label vom Schornsteinfeger.

Die Einstufung wird mithilfe einer Datenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie getroffen und soll dem Hausherren einen potenziellen Handlungsbedarf aufzeigen. Das Heizungslabel muss auf dem Kessel bleiben, zu mehr verpflichtet es jedoch nicht. Hierbei sei angemerkt, dass eine schlechte Einstufung beim Label nicht unbedingt ein vernichtendes Urteil sein muss: Denn das Label betrachtet nur Baujahr und Typ des Heizkessels, nicht aber die Gesamtanlage. Ist die Heizungsanlage gut reguliert und eingestellt, kann der Energieverbrauch durchaus vergleichbar sein mit einer neuen, dafür aber schlecht eingestellten Heizungsanlage.

Kosten für die Energieart nicht vernachlässigen

Verbraucher dürften die Aussagekraft des Heizungslabels nicht überschätzen, mahnt das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO). Denn bei Heizgeräten sind die Kosten - unabhängig vom Label - ganz verschieden - je nachdem ob Strom, Gas oder Öl gebraucht wird. Im August 2016 etwa lagen die Kosten für einen Liter Heizöl im Schnitt gut 20 Prozent unter dem Preis für die entsprechende Energiemenge Erdgas. Zudem kommt es beim Heizen nicht nur auf das einzelne Heizgerät an, sondern auch auf andere Faktoren wie das Alter des Gebäudes oder die Verglasung der Fenster. Die EU-Kommission empfiehlt, erneuerbare Energien zu nutzen wie Sonnenkollektoren oder Wärmepumpen.

Das sagen Heizungsindustrie und Politiker

Macht das Heizungslabel Sinn? Ja, sagt der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese: "Die Einsparung von Energie und damit CO2 sind ein wichtiger Schritt zur Reduzierung der Treibhausgase und ein wichtiges Signal der Europäischen Union auf dem Weg zur Klimakonferenz in Paris." Auch Verbraucherschützer sind zufrieden: "Das reduziert Kosten und ist gut für das Klima", sagt Monique Goyens von der europäischen Verbraucherschutzorganisation Beuc.

Die Heizungsindustrie ist vorbereitet - zumal das Vorhaben lange angekündigt war und es auch für andere Hausgeräte bereits Energielabel gibt. Handwerker und Installateure hoffen auf neue Aufträge. Die EU-Vorgaben seien "klare Impulse, die helfen, den langersehnten Modernisierungsstau in deutschen Kellern aufzulösen", schreibt der Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK).

Quelle: DPA

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