Heizkosten sparen

Heizung prüfen und reparieren - selbst erledigen oder Fachmann rufen?

In den kalten Wintermonaten ist die Heizung normalerweise täglich im Einsatz. Um die Lebensdauer der Anlage zu verlängern und ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten, sollte sie regelmäßig überprüft werden.

11.05.2020, 10:23 Uhr
Energieverbrauch© Digitalpress / Fotolia.com

Damit es auch im nächsten Winter schön warm ist, kann man den Frühling nutzen und einen Fachmann mit einem Heizungscheck oder einer Heizungswartung beauftragen. Stellt sich dabei heraus, dass Optimierungsbedarf besteht, weil beispielsweise Bauteile instand gesetzt werden müssen, hat man noch bis zur nächsten Kälteperiode Zeit, die Mängel zu beseitigen. Gerade für eine komplette Heizungsmodernisierung sollte man ausreichend Zeit einplanen.

Doch was können Anlagenbesitzer selbst tun, um zu überprüfen, ob die Heizung noch richtig funktioniert, und wann ist der Fachmann gefragt? Wir klären auf, welchen Mängeln und Defekten man auch ohne fachmännische Hilfe auf die Spur kommen und wie man sie beheben kann. Außerdem informieren wir darüber, wann man die Hilfe eines Heizungsfachmanns in Anspruch nehmen sollte.

Die Heizung selbst überprüfen – was tun?

Ein sicheres Zeichen dafür, dass mit der Heizung etwas nicht stimmt, ist eine veränderte Wärmeleistung oder das Auftreten von Geräuschen beim Aufdrehen der Heizung. Auch wenn die Heizkörper nicht mehr gleichmäßig warm werden, kann das unter anderem auf zu viel Luft in der Anlage zurückzuführen sein.

Erster Schritt: Heizung entlüften

Eine Möglichkeit, diesen Mangel zu beheben, ist das Entlüften der Heizung. Wer keine unnötigen Energiekosten zahlen möchte, sollte seine Heizkörper sogar regelmäßig entlüften. Das macht man, indem man das Entlüftungsventil so lange geöffnet lässt, bis die Luft entwichen ist und nur noch Wasser austritt.

Niedriger Druck – Heizkörper werden nicht gleichmäßig warm

Hierbei ist aber auch Vorsicht geboten: Hat man zu viel Luft entweichen lassen, muss manchmal Wasser nachgefüllt werden, um den Druck wieder auszugleichen. Unzureichender Druck kann generell zu einer verminderten Leistung der Heizung führen. Welche Einstellungen hier vorgenommen werden müssen, sind von Heizung zu Heizung unterschiedlich. Wer sich nicht sicher ist, sollte hier definitiv einen Installateur hinzuziehen. Ohne fachmännische Anleitung sollten Laien hier generell nicht zu Werke gehen.

Tipp:Tipp: Lassen sich die Heizkörper dagegen gar nicht mehr herunterdrehen oder versagen komplett den Dienst, können auch andere Fehlerquellen die Ursache sein. Im Zweifelsfall sollte man sich immer an den Heizungsfachmann wenden.

Heizung beim Frühjahrsputz nicht vernachlässigen

Um einem plötzlichen Heizungsausfall vorzubeugen, sollte man spätestens während des alljährlichen Frühjahrsputzes die Staubablagerungen an den Heizkörpern nicht vergessen. Nicht immer sind also technische Einstellungen zu optimieren, manchmal reicht es schon, den Staub, der sich in den Innen- und Zwischenräumen der verschiedenen Heizkörpertypen absetzt, zu entfernen. Sind nämlich Heizungsrohre und Heizkörper verstaubt, kostet das unnötige Energie – und belastet damit die Umwelt und den Geldbeutel. Das liegt daran, dass die Staubschicht wie eine Dämmung wirkt und die Wärmeabgabe somit minimiert wird. Wenn die Frühlingstage doch kälter werden als gedacht und die Heizung beansprucht wird, kann man so sicher sein, dass sie ihre volle Wärmeleistung erreicht.

Die Heizung vom Fachmann prüfen lassen

Während man also durchaus selbst etwas tun kann, um die Funktion der eigenen Heizung zu erhalten, sollte die Heizungswartung von einem Experten durchgeführt werden. Das sollte man in regelmäßigen Abständen in Angriff nehmen, damit die Heizung konstant reibungslos und möglichst effizient läuft.

Bei der Wartung wird im Rahmen einer Inspektion zunächst der Ist-Zustand der Heizanlage festgestellt. Anschließend erfolgt eine genauere Überprüfung, deren Dauer und Umfang je nach Heizsystem variieren kann. Bei Anlagen mit Öl-, Gas- oder Holzbetrieb schaut sich der Fachmann vor allem den Brenner an und achtet außerdem auf störende Ablagerungen, die durch den Verbrennungsprozess entstehen. Darüber hinaus überprüft er das gesamte System auf Lecks und sucht alle Schnittstellen, beispielsweise Zuleitungen und Anschlüsse, nach Mängeln ab. Letztlich werden auch der Heizwasserdruck kontrolliert und die Heizkörper werden bei Bedarf entlüftet. Eine Heizungswartung kostet 160 Euro bei einer Ölheizung und rund 130 bei einer Gasheizung. Am teuersten wird die Wartung mit rund 215 Euro bei einer Pelletheizung (Quelle: heizspiegel.de).

Heizungscheck: Kann die Heizung effizienter arbeiten?

Während bei der Wartung der Heizung deren Funktionalität im Mittelpunkt des Interesses liegt, geht es beim Heizungscheck um die Optimierung und das damit verbundene Einsparpotenzial der Anlage – also die qualitative Bewertung der energetischen Funktion der Heizung. In diesem Rahmen ist ebenfalls eine sorgfältige Inspektion nötig, die nach den Richtlinien EN 15378 und DIN 4792 genormt ist. Dazu gehört auch ein hydraulischer Abgleich.

Eine sehr wichtige Rolle beim Heizungscheck spielen die möglichen Maßnahmen zur Optimierung, die sich auf Grundlage der erhobenen Daten ergeben. Bei der Optimierung geht es vor allem darum, Brennstoff einzusparen und somit die Effizienz der Anlage zu erhöhen. Dafür schaut sich der Fachmann unter anderem die Kesseldimensionierung und die Isolierung der Heizungsrohre an und gibt anschließend Empfehlungen zur Optimierung an den Haus- oder Anlagenbesitzer. Dieser kann zwischen den entsprechenden Maßnahmen abwägen und diese einleiten.

Wenn die Technik veraltet ist, kann beispielsweise die Notwendigkeit bestehen, den Kessel auszutauschen. So kann man die eigene Heizung nicht nur effizienter machen, sondern auch die Heizkosten merklich reduzieren. Beim Heizungscheck handelt es sich um eine Energieberatung. Hier sollte immer überprüft werden, ob dafür Fördermittel beantragt werden können.

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