Geld für Neues

Raus mit der alten Heizung: Förderung für den Heizungstausch

Soll die alte Heizung einer neuen weichen, stellen sich viele Fragen. Welche Technik eignet sich für das Gebäude und was muss alles erneuert werden? Was kostet die neue Anlage, welche Betriebskosten entstehen und nicht zuletzt: Gibt es Fördermaßnahmen?

Günstig Heizen© ZIHE / Fotolia.com

In vielen deutschen Kellern stehen noch alte Heizungen. Diese leisten häufig noch gute Dienste, es kann sich aber dennoch lohnen, über einen Austausch nachzudenken. Heizungen, die älter als 15 Jahre sind, gelten gemeinhin als "alt". Der Wirkungsgrad, also wie gut der Brennstoff in verfügbare Wärme umgewandelt wird, ist im Vergleich zu neuen Modellen geringer. Das bedeutet einen unnötig hohen Verbrauch von Brennmaterial und einen erhöhten Ausstoß von Klimagasen wie CO2.

Energie-Label hilft, die alte Heizung einzuschätzen

Für den Laien ist es häufig gar nicht so leicht zu beurteilen, wie die Heizung im Keller nun aufgestellt ist. Um das zu ändern, bekommen ab 2017 alle alten Heizungen beim Besuch des Schornsteinfegers oder Heizungsmonteurs ein Energie-Label. Das Label ist wie bereits bekannte Kennzeichnungen von Neugeräten aufgestellt: "A" und "grün" bedeuten einen geringen Energieverbrauch, ab "D" wirds rot mit einem hohen Energieverbrauch. Kriterien zur Einstufung sind jedoch lediglich der Gerätetyp und das Baujahr. Das kann zur Folge haben, dass eine gut eingestellte alte Heizung ähnlich effizient ist wie eine neue, nicht optimal eingestellte Heizung. Das würde jedoch nicht im Label berücksichtigt. Einen ersten Anhaltspunkt gibt es jedoch in jedem Fall.

Welche Heizung ist die richtige?

Ist man bereit, seinen alten Heizkessel gegen einen neuen zu tauschen, stellt sich als nächstes die Frage nach der passenden Technik. Klassisch mit Öl und Gas, oder doch lieber regenerativ mit Pelletheizung, Erdwärme und Solarthermie? Jede Technik hat ihre Vor- und Nachteile. Pelletheizungen beispielsweise bieten eine CO2-neutrale und kostenstabile Heizmethode, für das Pelletlager wird jedoch etwas Platz benötigt. Wärmepumpen sind zwar in der Anschaffung recht teuer, nehmen dafür wenig Platz weg und stellen eine zuverlässige und konstante Wärmequelle dar. Solarthermie bietet Wärme aus Sonnenenergie und setzt ein passend ausgerichtetes Dach voraus. An sonnigen Tagen kann man problemlos seinen Wärmebedarf daraus decken, braucht jedoch einen Plan B für weniger schöne Tage. Gasheizungen gelten als platz- und energieeffizient, wobei ein Anschluss ans lokale Gasnetz oder ein Gasspeicher hinterm Haus benötigt wird. Auch Ölheizungen sind noch lange nicht out, wenn man sie mit anderen Energiequellen kombiniert, benötigen jedoch für die Bevorratung des Öles einiges an Platz. Welche Technik nun die richtige ist, muss jeder gegebenenfalls mit Hilfe eines Fachmannes individuell für sein Gebäude herausfinden.

Tipp: In unserem Heizungsvergleich finden Sie einen ersten Überblick über die verschiedenen Heizungsarten mit ihren Vor- und Nachteilen.

Förderung durch die KFW - fast alles förderfähig

Egal, für welche Technik man sich entscheidet, nahezu alle Neuerungen an der Heizungsanlage sind förderfähig. Ob in Form von günstigen Krediten oder Zuschüssen, hängt individuell von der Maßnahme und dem Förderer ab. Gute Anlaufpunkte sind KfW und BAFA. Die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, ist weltweit die größte nationale Förderbank und greift vielen Bauherren und auch Sanierern bei der Heizungserneuerung unter die Arme. Hierüber werden sowohl Heizungsanlagen auf Basis fossiler Energieträger als auch kombinierte Anlagen aus erneuerbarer und fossiler Energie, sowie Heizungen auf Basis von erneuerbaren Energien gefördert. Die KfW zieht eine Anlagenerneuerung als Einzelmaßnahme in Betracht, aber auch in Zusammenhang mit der Errichtung eines Effizienzhauses.

BAFA fördert Heizungstausch mit Erneuerbaren

Auch das BAFA, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, fördert den Austausch alter Heizungen – jedoch nur, wenn diese mit erneuerbaren Energien in Verbindung stehen. So werden Solarthermie, Biomasse und Wärmepumpen gefördert. Teilweise lassen sich die Förderungen der KFW und BAFA auch kombinieren. Hier lohnt es sich, genauer hinzusehen. Genau hinsehen muss man bei der BAFA-Förderung sowieso. Zwar kann man grundsätzlich davon ausgehen, dass man beim Einbau von erneuerbaren Energien eine Förderung erhält, wie diese aussieht, muss man jedoch zahlreichen recht komplexen Tabellen entnehmen.

Weitere Förderprogramme für das Erneuern der Heizung

Neben den gängigen Förderungen bieten BAFA und KfW außerdem das Anreizprogramm Energieeffizienz. Hier wird der Heizungsaustausch bei Verbesserung der Energieeffizienz bezuschusst. Bei der KfW gibt es in diesem Rahmen weitere Tilgungs- und Investitionszuschüsse, beim BAFA pauschal 20 Prozent des Gesamtförderbetrages und einen einmaligen Zuschuss von 600 Euro.

Natürlich gibt es nicht nur die großen Geldgeber auf dem Markt. Es lohnt sich auch, nach regionalen Aktionen zu fragen oder bei der eigenen Bank Erkundigungen bezüglich eines günstigen Kredits einzuholen. Auch zeitlich begrenzte Aktionen von den verschiedensten Akteuren sind denkbar. Die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums sowie die heimische Kommune sind daher gute Anlaufpunkte.

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