Geld für Neues

Raus mit der alten Heizung: Förderung für den Heizungstausch

Soll die alte Heizung einer neuen weichen, stellen sich viele Fragen. Welche Technik eignet sich für das Gebäude und was muss alles erneuert werden? Was kostet die neue Anlage, welche Betriebskosten entstehen und nicht zuletzt: Gibt es Fördermaßnahmen?

10.02.2021, 12:28 Uhr
Günstig Heizen© ZIHE / Fotolia.com

In vielen deutschen Kellern stehen noch alte Heizungen. Diese leisten häufig noch gute Dienste, es kann sich aber dennoch lohnen, über einen Austausch nachzudenken. Heizungen, die älter als 15 Jahre sind, gehören zu den älteren Modellen. Der Wirkungsgrad, also wie gut der Brennstoff in verfügbare Wärme umgewandelt wird, ist im Vergleich zu neuen Modellen geringer. Das bedeutet einen unnötig hohen Verbrauch von Brennmaterial und einen erhöhten Ausstoß von Klimagasen wie CO2.

Energie-Label hilft, die alte Heizung einzuschätzen

Heizungslabel Die Heizungslabel ab September 2018 gibt es in zwei Versionen, links für Kombi-Anlagen mit erneuerbaren Energien und rechts Einzelgeräte.© IWO

Für den Laien ist es häufig gar nicht so leicht zu beurteilen, wie die Heizung im Keller nun aufgestellt ist. Um das zu ändern, tragen seit 2017 alle alten Heizungen beim Besuch des Schornsteinfegers oder Heizungsmonteurs ein Energie-Label. Aber selbstverständlich tragen auch neue Heizanlagen ein Label. Zwar sagt so ein Effizienzlabel leider wenig über den tatsächlichen Energieverbrauch einer Heizung aus - schließlich sind die jeweiligen Energieträger unterschiedlich teuer und der Energieverbrauch sehr individuell. Dennoch gibt das Label Aufschluss, wie effizient eine Heizung arbeitet.

Das Label ist wie bereits bekannte Kennzeichnungen von Neugeräten aufgestellt: "A" und "grün" bedeuten einen geringen Energieverbrauch. Seit Ende September 2019 gibt es die neue Effizienzklasse A+++. Generell schaffen es nur noch Heizungen mit erneuerbaren Energien in die obersten Klassen. Reine Gas- und Ölheizungen mit Brennwerttechnik erreichen höchsten A oder B. Die Stufen E und G gibt es bei neuen Heizungen gar nicht mehr und sind damit höchstens noch auf alten Anlagen in Kellern zu finden.

Welche Heizung ist die richtige?

Ist man bereit, seinen alten Heizkessel gegen einen neuen zu tauschen, stellt sich als nächstes die Frage nach der passenden Technik. Klassisch mit Öl und Gas, oder doch lieber regenerativ mit Pelletheizung, Erdwärme und Solarthermie? Jede Technik hat ihre Vor- und Nachteile, über eine neue Ölheizung müssen Verbraucher spätestens 2026 nicht mehr nachdenken, dann dürfen diese nämlich nicht mehr eingebaut werden. Und auch jetzt gibt es in Sachen Öl nur noch eine Förderung: Wenn man die Ölheizung gegen eine andere Technologie ersetzt wird. Ökoheizungen werden hingegen in jeder Form gefördert.

Neben der Energieeffizienz sin noch weitere Fragen zentral. Pelletheizungen beispielsweise bieten eine CO2-neutrale und kostenstabile Heizmethode, für das Pelletlager wird jedoch etwas Platz benötigt. Wärmepumpen sind zwar in der Anschaffung recht teuer, nehmen dafür wenig Platz weg und stellen eine zuverlässige und konstante Wärmequelle dar. Solarthermie bietet Wärme aus Sonnenenergie und setzt ein passend ausgerichtetes Dach voraus. An sonnigen Tagen kann man problemlos seinen Wärmebedarf daraus decken, braucht jedoch einen Plan B für weniger schöne Tage. Gasheizungen gelten als platz- und energieeffizient, wobei ein Anschluss ans lokale Gasnetz oder ein Gasspeicher hinterm Haus benötigt wird. Welche Technik nun die richtige ist, muss jeder gegebenenfalls mit Hilfe eines Fachmannes individuell für sein Gebäude herausfinden.

Tipp: In unserem Heizungsvergleich finden Sie einen ersten Überblick über die verschiedenen Heizungsarten mit ihren Vor- und Nachteilen.

KfW und BAFA sind die richtigen Ansprechpartner

Egal, für welche Technik man sich entscheidet, nahezu alle Neuerungen an der Heizungsanlage sind förderfähig, sofern erneuerbare Energien zum Einsatz kommen und/ oder in der Zukunft einen Platz haben werden. Ob in Form von günstigen Krediten oder Zuschüssen, hängt individuell von der Maßnahme und dem Förderer ab. Gute Anlaufpunkte sind KfW und BAFA. Die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, ist weltweit die größte nationale Förderbank und greift vielen Bauherren und auch Sanierern bei der Heizungserneuerung mit zinsgünstigen Krediten unter die Arme. Das BAFA, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, ist eher für die Zuschüsse zuständig.

Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden alle Förderprogramme der KfW und des BMWI gebündelt und bestehende Regelungen angepasst. Einzelmaßnahmen in Bestandsgebäuden - wie eben eine Heizungssanierung - werden bereits zu Beginn des Jahres 2021 über das neue Förderprogramm bezuschusst. Für Neubauten und Komplettsanierungen (z.B. Effizienzhäuser der KfW) gelten die Bestimmungen erst ab Juli 2021.

Förderung für den Austausch alter Heizungen nach dem BEG

Wer für den Austausch seiner Heizung eine Förderung beantragen will, profitiert bereits seit Januar 2021 von der erhöhten Obergrenze von 60.000 Euro bei den förderfähigen Kosten (Mindestinvestitionsvolumen: 2.000 Euro). Wird der Austausch der Heizung als Teil eines sogenannten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) durchgeführt, winkt noch einmal ein zusätzlicher Bonus von fünf Prozent. Für den Heizungsaustausch muss nicht zwingend ein Energieberater hinzugezogen werden, eine Bestätigung eines Fachunternehmens genügt. Besitzer von Ein-, Zwei und Mehrfamilienhäusern können für die Planung durch einen Fachmann Fördergelder beantragen. Der Antrag kann online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingereicht werden.

Eine andere Fördermöglichkeit ergibt sich über den Steuerbonus. Das funktioniert aber nur, wenn keine Fördergelder für den Heizungsaustausch in Anspruch genommen wurde. Die neue Heizung lässt sich dann von der Steuer absetzen. Dabei ist eine Steuerermäßigung von bis zu 40.000 Euro möglich.

Übergangslösung für die Förderung von Ökoheizungen in Neubauten

Da Neubauten bei der Einführung des neuen Förderprogramms erst im Juli berücksichtigt werden, kann für den Einbau von Wärmepumpen, Solarthermieanlagen usw. weiterhin der Förderkredit "Energieeffizient Sanieren – Kredit 151, 152) der Kfw bis Ende Juni beantragt werden.

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