Geld für Neues

Raus mit der alten Heizung: Förderung für den Heizungstausch

Soll die alte Heizung einer neuen weichen, stellen sich viele Fragen. Welche Technik eignet sich für das Gebäude und was muss alles erneuert werden? Was kostet die neue Anlage, welche Betriebskosten entstehen und nicht zuletzt: Gibt es Fördermaßnahmen?

Günstig Heizen© ZIHE / Fotolia.com

In vielen deutschen Kellern stehen noch alte Heizungen. Diese leisten häufig noch gute Dienste, es kann sich aber dennoch lohnen, über einen Austausch nachzudenken. Heizungen, die älter als 15 Jahre sind, gehören zu den älteren Modellen. Der Wirkungsgrad, also wie gut der Brennstoff in verfügbare Wärme umgewandelt wird, ist im Vergleich zu neuen Modellen geringer. Das bedeutet einen unnötig hohen Verbrauch von Brennmaterial und einen erhöhten Ausstoß von Klimagasen wie CO2.

Energie-Label hilft, die alte Heizung einzuschätzen

Heizungslabel Die Heizungslabel ab September 2018 gibt es in zwei Versionen, links für Kombi-Anlagen mit erneuerbaren Energien und rechts Einzelgeräte.© IWO

Für den Laien ist es häufig gar nicht so leicht zu beurteilen, wie die Heizung im Keller nun aufgestellt ist. Um das zu ändern, tragen seit 2017 alle alten Heizungen beim Besuch des Schornsteinfegers oder Heizungsmonteurs ein Energie-Label. Aber selbstverständlich tragen auch neue Heizanlagen ein Label. Zwar sagt so ein Effizienzlabel leider wenig über den tatsächlichen Energieverbrauch einer Heizung aus - schließlich sind die jeweiligen Energieträger unterschiedlich teuer und der Energieverbrauch sehr individuell. Dennoch gibt das Label Aufschluss, wie effizient eine Heizung arbeitet.

Das Label ist wie bereits bekannte Kennzeichnungen von Neugeräten aufgestellt: "A" und "grün" bedeuten einen geringen Energieverbrauch. Seit Ende September 2019 gibt es die neue Effizienzklasse A+++. Generell schaffen es nur noch Heizungen mit erneuerbaren Energien in die obersten Klassen. Reine Gas- und Ölheizungen mit Brennwerttechnik erreichen höchsten A oder B. Die Stufen E und G gibt es bei neuen Heizungen gar nicht mehr und sind damit höchstens noch auf alten Anlagen in Kellern zu finden.

Welche Heizung ist die richtige?

Ist man bereit, seinen alten Heizkessel gegen einen neuen zu tauschen, stellt sich als nächstes die Frage nach der passenden Technik. Klassisch mit Öl und Gas, oder doch lieber regenerativ mit Pelletheizung, Erdwärme und Solarthermie? Jede Technik hat ihre Vor- und Nachteile. Pelletheizungen beispielsweise bieten eine CO2-neutrale und kostenstabile Heizmethode, für das Pelletlager wird jedoch etwas Platz benötigt. Wärmepumpen sind zwar in der Anschaffung recht teuer, nehmen dafür wenig Platz weg und stellen eine zuverlässige und konstante Wärmequelle dar. Solarthermie bietet Wärme aus Sonnenenergie und setzt ein passend ausgerichtetes Dach voraus. An sonnigen Tagen kann man problemlos seinen Wärmebedarf daraus decken, braucht jedoch einen Plan B für weniger schöne Tage. Gasheizungen gelten als platz- und energieeffizient, wobei ein Anschluss ans lokale Gasnetz oder ein Gasspeicher hinterm Haus benötigt wird. Auch Ölheizungen sind noch lange nicht out, wenn man sie mit anderen Energiequellen kombiniert, benötigen jedoch für die Bevorratung des Öles einiges an Platz. Welche Technik nun die richtige ist, muss jeder gegebenenfalls mit Hilfe eines Fachmannes individuell für sein Gebäude herausfinden.

Tipp: In unserem Heizungsvergleich finden Sie einen ersten Überblick über die verschiedenen Heizungsarten mit ihren Vor- und Nachteilen.

Förderung durch die KFW - fast alles förderfähig

Egal, für welche Technik man sich entscheidet, nahezu alle Neuerungen an der Heizungsanlage sind förderfähig. Ob in Form von günstigen Krediten oder Zuschüssen, hängt individuell von der Maßnahme und dem Förderer ab. Gute Anlaufpunkte sind KfW und BAFA. Die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, ist weltweit die größte nationale Förderbank und greift vielen Bauherren und auch Sanierern bei der Heizungserneuerung unter die Arme. Hierüber werden sowohl Heizungsanlagen auf Basis fossiler Energieträger als auch kombinierte Anlagen aus erneuerbarer und fossiler Energie, sowie Heizungen auf Basis von erneuerbaren Energien gefördert. Die KfW zieht die Förderung einer Anlagenerneuerung als Einzelmaßnahme in Betracht, beispielsweise für den Einbau einer Brennstoffzellenheizung in ein bestehendes Gebäude, aber auch in Zusammenhang mit der Errichtung eines Effizienzhauses. Auch für Smart-Home-Anlagen für die Steuerung der Heizung gibt es ein Förderprogramm.

BAFA fördert Heizungstausch mit Erneuerbaren

Auch das BAFA, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, fördert den Austausch alter Heizungen – jedoch nur, wenn diese mit erneuerbaren Energien in Verbindung stehen. So werden Solarthermie, Biomasse und Wärmepumpen gefördert. Auch kleinere Maßnahmen wie der Austausch der Umwälzpumpe oder Warmwasser-Zirkulationspumpe wird unterstützt. Teilweise lassen sich die Förderungen der KFW und BAFA auch kombinieren. Hier lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Weitere Förderprogramme für das Modernisieren der Heizung

Neben den gängigen Förderungen bieten BAFA und KfW außerdem das Anreizprogramm Energieeffizienz. Hier wird der Heizungsaustausch bei Verbesserung der Energieeffizienz bezuschusst, wenn beispielsweise eine besonders ineffiziente Heizanlage mit einer effizienten Wärmepumpe kombiniert wird. Bei der KfW gibt es in diesem Rahmen weitere Tilgungs- und Investitionszuschüsse, beim BAFA pauschal 20 Prozent des Gesamtförderbetrages.

Natürlich gibt es nicht nur die großen Geldgeber auf dem Markt. Es lohnt sich auch, nach regionalen Aktionen zu fragen oder bei der eigenen Bank Erkundigungen bezüglich eines günstigen Kredits einzuholen. Auch zeitlich begrenzte Aktionen von den verschiedensten Akteuren sind denkbar. Die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums sowie die heimische Kommune sind daher gute Anlaufpunkte.

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