Gesundheit

Sensibles Thema im Winter: Heizung bei Allergikern

Im Winter leiden einige Allergiker besonders stark. Das liegt an der Heizung und der dauerhaften Nutzung zur kalten Jahreszeit. Welche Heiztechnik schont Allergiker am ehesten?

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Mit Beginn der Heizsaison leiden viele Menschen unter Symptomen wie trockenen Schleimhäuten, tränenden Augen, einer verstopften oder laufenden Nase und mitunter sogar unter Atemnot. Vor allem Allergiker plagen gesundheitliche Probleme. Doch selbst hinter Beschwerden, die sich wie eine gewöhnliche Erkältung anfühlen, kann eine bisher unerkannte Allergie stecken. Auch Asthmatikern setzt trockene Luft in Innenräumen zu, weil sie ihre Atemwege zusätzlich reizt.

Warum kann die Heizung Allergikern Probleme bereiten?

Mitunter ist die Luft in geschlossenen Räumen stärker mit Schadstoffen belastet als die Außenluft. Ein ungesundes Raumklima beinträchtig das Wohlbefinden und kann Erkrankungen auslösen. Allergiker sind davon deutlich stärker betroffen. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem der Betroffenen überempfindlich auf den Kontakt mit bestimmten Stoffen (Allergenen). In Innenräumen lösen vor allem Hausstaub, Hausstaubmilben sowie Schimmelpilze allergische Reaktionen aus. Oft werden durch das Aufdrehen der Heizung "die mikroskopisch kleinen Allergene … aufgewirbelt und verbinden sich mit der Atemluft", veranschaulicht der Leiter der Allergieambulanz an der Universitätsklinik Innsbruck, Oberarzt Dr. Norbert Reider.

Ist die Raumluft in der Heizperiode zu trocken, sterben Hausstaubmilben und Schimmelpilze ab. Ihre Rückstände vermischen sich mit dem normalen Hausstaub und verteilen sich in den Innenräumen. Wirbelt die Heizung die Raumluft zusätzlich um, nehmen die Beschwerden für Allergiker oft zu. Die Auswahl eines geeigneten Heizkonzepts kann viel bewirken. Abhängig von der Heizung können sich die Symptome bei Allergikern verstärken oder aber erfolgreich gelindert werden. Daher sollte die Heizung bei Allergikern sorgfältig geplant werden.

Wodurch sollte sich eine Heizung bei Allergikern auszeichnen?

Die am meisten verbreiteten Heizsysteme beruhen auf dem Prinzip der Konvektion. Hierbei steigt die vom Heizkörper erwärmte Raumluft nach oben auf. Infolgedessen entsteht zwischen Boden und Decke ein beachtlicher Temperaturunterschied, der eine permanente Luftzirkulation bewirkt. Die zirkulierende Raumluft wiederum wirbelt sämtliche vorhandenen Staubpartikel auf, sodass sie zwangsläufig mit der Atemluft aufgenommen werden.

Weil Allergiker unter dieser Belastung leiden, ist die richtige Heizung ein wichtiges Thema. Jede Heizung sollte den Effekt der Luftzirkulation möglichst verringern. Auch die beliebten Kaminöfen beruhen auf dem Prinzip eines beständigen Luftstroms, der den Hausstaub beständig verteilt. Für alle, die unter einer Hausstauballergie leiden, sind sie deshalb ungeeignet.

Welche Heizungen eignen sich für Allergiker?

Geht es um die Wahl einer passenden Heizung bei Allergikern, bieten Heizsysteme mit Strahlungswärme klare Vorteile. Baubiologen sehen Flächenheizungen (wie Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen) sowie Infrarotheizungen als ideale Heizung bei Allergikern. Alle diese Heizungstypen beruhen auf demselben Prinzip. Wände, Decken, Böden und die Objekte im Raum werden erwärmt und geben die Wärme gleichmäßig wieder an die Raumluft ab. Auch Kachelöfen und sogenannte Grundöfen strahlen Wärme ohne Luftstrom in Wohnräume ab. Ein weiterer Vorteil dieser Öfen: Die Schamotte, aus denen sie gemauert werden, speichern die Wärme über viele Stunden. Entsprechend lange geben sie ihre Wärme an die Umgebung ab und sorgen für ein gesundes Wohnklima. Der große Vorteil für Allergiker besteht bei diesen Heizungen darin, dass die in der Raumluft enthaltenen Allergene nicht so stark aufgewirbelt werden.

Sanieren vorhandener Heizungen

Oft ist der Leidensdruck im Winterhalbjahr so groß, dass sich die Frage stellt, wie die Heizung bei Allergikern umgestaltet werden kann. Ein Komplettumbau ist aufwändig und kostspielig. Der nachträgliche Einbau einer Infrarotstrahlungsheizung hingegen ist meist unproblematisch. Auch der Austausch vorhandener Heizkörper gegen sogenannte Hygieneheizkörper kann eine Möglichkeit sein. Ist eine Sanierung geplant, kann alternativ zur Fußbodenheizung eine Fußleistenheizung installiert werden.

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