Heizkosten

Heizölverbrauch einschätzen und sparen

Den eigenen Heizölverbrauch zu kennen und einschätzen zu können, hat mehrere Vorteile. Zumindest sollte es nicht zu wenig sein, wenn man den Tanklaster zu sich nach Hause bestellt. Wie viel verbrauchen die Deutschen im Schnitt?

PreiserhöhungenDer Heizölverbrauch hängt auch stark von der Beschaffenheit des Gebäudes ab. Vergleichswerte sind deshalb mit Vorsicht zu genießen.© Teamarbeit / Fotolia.com

Um den eigenen Heizölverbrauch einschätzen zu können, macht der Vergleich mit anderen Haushalten Sinn. Das hilft beispielsweise denjenigen, die zum ersten Mal eine Ölheizung nutzen, bei der Kostenabwägung und der Heizölbestellung. Andere können prüfen, ob ihr Verbrauch überdurchschnittlich hoch ist und somit auch zu viel für das Heizen bezahlt wird.

Maßgeblich abhängig ist die benötigte Menge an Heizöl von der Fläche, die beheizt werden soll. Pauschale Angaben kann man aber nur genau als solche annehmen: Denn auch bei Häusern mit der selben Quadratmeterzahl an Wohnfläche, kann der Heizölverbrauch sehr unterschiedlich ausfallen, beispielsweise dann, wenn sich der Energiestandard der Häuser stark unterscheidet.

Heizölverbrauch vergleichen

Für einen Vergleich mit anderen Haushalten bietet sich beispielsweise der jährlich erscheinende Heizspiegel an, den die Beratungsgesellschaft co2online jährlich gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund herausgibt. Der Heizspiegel 2019 bezieht sich auf das vergangene Abrechnungsjahr. Dabei wurden die folgenden Durchschnittswerte ermittelt:

Wohnfläche (m²) Verbrauch in kWh je m²/ Jahr (Kosten (m²/ Jahr);
sparsam durchschnittlich verschwenderisch
100 - 250 bis 100 (bis 9,30 €) bis 160 (bis 13,20 €) ab 240 (ab 18,21€)
251 - 500 bis 97 (bis 8,90 €) bis 155 (bis 12,60 €) ab 234 (ab 17,41 €)
501 - 1.000 bis 94 (8,40 €) bis 151 (12,10 €) ab 228 (16,81 €)

Quelle: Heizölspiegel 2019: Vergleichswerte gelten für die gesamte Wohnfläche innerhalb eines Gebäudes, inkl. Warmwasserbereitung

Wer in einer Wohnung lebt, zieht für den Vergleich die Gesamtquadratmeterzahl des gesamten Wohngebäudes heran. Dazu wird die letzte Heizkostenabrechnuing genutzt. Der hier angegebene Heizenergieverbrauch des gesamten Gebäudes (oder Heizkosten) wird im nächsten Schritt durch die Gesamtgebäudefläche geteilt. So erhält man den Wert für den Verbrauch bzw. Kosten pro m² im Jahr.

Im Schnitt lag der Verbrauch 2018 bei einer 70 Quadratmeter großen Wohnung bei rund 10.570 kWh Heizöl, was etwa Kosten von rund 854 Euro verursacht (wenn die Warmwasserbereitung auch über Heizöl läuft). In Litern sind das etwa 1.016 (1 Liter Heizöl = 10,4 kWh). Für ein 110 Quadratmeter großes Einfamilienhaus fielen Heizkosten von etwa 1.450 Euro an. Beispiele für den Heizölverbrauch (anhand des Heizölspiegels bei einem durchschnittlichen Verbrauch):

Wohngebäude mit 100 m² Gesamtfläche: ca. 1.540 Liter pro Jahr

Wohngebäude mit 250 m² Gesamtfläche: ca. 3.730 Liter pro Jahr

Zu hoher Heizölverbrauch: Woran kann es liegen?

Ein zu hoher Heizölverbrauch weist darauf hin, dass entweder der energetische Zustand eines Gebäudes nicht gut ist, das Heizverhalten angepasst werden sollte oder aber die Heizungsanlage nicht mehr richtig funktioniert.

Sanierungsbedürftige Immobilie

Der Heizspiegel zeigt, dass sich sowohl der Heizölverbrauch als auch die Kosten bei einem schlechten Sanierungsstand verdoppeln können. Typische Schwachstellen bei älteren Gebäuden sind die Fenster und Türen, die Wärmedämmung des Daches und der Außenwände sowie der Zustand des Kellers. Aber auch bei der Heizung sollte man unbedingt auf die Betriebszeit achten. Ganz pauschal kann man davon ausgehen, dass eine Heizung, die älter als 15 Jahre ist, vermutlich nicht mehr effizient arbeitet.

Es gibt sogar Vorschriften, ab denen eine Sanierung zur Pflicht wird. Das kann die Heizung oder auch die Dämmung eines Hauses betreffen und ist in der Energiesparverordnung (EnEV) festgeschrieben. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Beim Kauf einer Immobilie und auch bei Vermietungen sind Immobilienbesitzer und Vermieter verpflichtet, einen Energieausweis vorzulegen. Darauf wird auf einer bunt dargestellten Skala eine Energieeffizienzklasse abgebildet, die Interessenten schon einmal einen guten Hinweis liefern kann.

Anzeichen für eine defekte Heizung

Wenn der Verbrauch an Heizöl deutlich über dem Schnitt liegt, sollten mal die Heizkörper kontrolliert werden. Als Laie kann man hier auch schon einiges tun. Erstmal kann man prüfen, ob die Heizkörper alle gleichmäßig warm werden. Wenn die Heizung gluckernde oder rauschende Laute von sich gibt, ist das auch kein gutes Zeichen. Das kann aber auch einfach Luft in den Heizkörpern sein, die abgelassen werden muss. Wenn die Heizung nicht richtig warm wird, ist ein hydraulischer Abgleich der nächste und nicht ganz so kostenintensive Schritt, den aber ein Fachmann durchführen muss.

Bei allen Maßnahmen zur Heizungsmodernisierung sollte definitiv geprüft werden, ob Zuschüsse eingeholt werden können. Eine gute Anlaufstelle ist hier das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Heizkosten effektiv senken

Wenn der energetische Zustand des Gebäudes gut ist und die Heizung einwandfrei läuft, sollte man das eigene Heizverhalten mal überdenken. Laufen die Heizungen auch bei Abwesenheit auf höchster Stufe? Steht öfter das Fenster länger auf Kipp und ist es in der Wohnung so warm, dass man auch im Winter ein T-Shirt tragen kann? Solche Verhaltensweisen werden sicherlich dazu führen, dass mehr Heizöl genutzt wird als in anderen Haushalten. Einige wichtige Maßnahmen sind:

  • Heizung bei Abwesenheit und Nachts runterdrehen
  • Heizung bei kurzer Abwesenheit nicht ganz abstellen – Räume kühlen aus!
  • Gesunde Raumtemperatur wählen
  • Bei offenen Fenster Lüften statt auf Kipp

Wem das regelmäßige Rauf- und Runterdrehen der Heizung zu lästig ist, kann über die Anschaffung intelligenter Thermostate samt intelligenter Steuerung nachdenken. Dann kann die Heizung bequemer gesteuert und automatisch reguliert werden.

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