Green IT

Effizienz im Büro für Umwelt und Geldbeutel

Green IT ist der Begriff, unter dem sämtliche Maßnahmen gefasst werden, mit der in der Kommunikations- und Informationstechnologie durch effizientes Handeln die Umwelt geschützt werden kann. Gleichzeitig können Unternehmen richtig viel Geld sparen.

Computer Büro© Brad / Fotolia.com

Linden (dpa/red) - Gerade in der IT lässt sich jede Menge Geld durch effiziente Geräte und Know-how sparen. Das ist für Verbraucher und besonders für Gewerbebetreibende von Interesse: Laut der Deutschen Energie-Agentur können mit effizienten Geräten und entsprechendem Nutzerverhalten bei 200 Arbeitsplätzen mehr als 7.100 Euro eingespart werden. Und nicht nur das: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat errechnet, dass mit Green-IT-Lösungen im Jahr 2020 die Co2-Emissionen um bis zu 25 Prozent gesenkt werden könnten – ein Geschäftswert von 84 Milliarden Euro.

Was ist Green IT?

Unter Green IT werden alle Maßnahmen gefasst, mit der Verbraucher und Unternehmen bei der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien der Umwelt etwas Gutes tun. Es geht folglich um eine effiziente Nutzung der Technik. Das schließt modernere Geräte, aber auch den sparsamen Umgang mit ihnen ein. Gerade für Mittelständler gibt es einige Bereiche, auf die man achtgeben sollte.

Laptop, PC und Monitor

Hier ist es wichtig, die eigenen Ansprüche zu hinterfragen: Wird der Computer fast nur für Schreibarbeiten genutzt? Dann braucht es keine leistungsstarke Grafikkarte, die auch mehr Strom verbraucht. Mit einem energieeffizienten 40-Watt-PC mit herkömmlichen Komponenten spart man gegenüber einem 80-Watt-PC mit leistungsstarken Komponenten rund die Hälfte der Stromkosten ein. Ein Laptop oder Notebook verbraucht noch einmal weniger als ein PC - im Schnitt 70 Prozent.

Sparpotential IT-Geräte

Beim Monitor gilt: Flachbildschirme sind energieeffizienter als die alte Röhre. Oft ist der Bildschirm zu hell eingestellt, dann lässt sich mit Dimmen Energie sparen. Manche Monitore verfügen auch über eine Technik, die die Helligkeit automatisch an die Umgebung anpasst. Sinnvoll ist, die Funktion "Monitor ausschalten" zu aktivieren, damit er nach einigen Minuten der Nichtbenutzung automatisch in den Stand-by-Modus wechselt. Natürlich gibt es mittlerweile auch interessante Hilfsmittel, die beim Sparen helfen können, wie beispielsweise den Präsenz-Sensor, der erkennen kann, ob jemand am Rechner sitzt und entsprechend in den Stand-by-Modus schaltet.

Was Mindestanforderungen angeht, bietet die neue Öko-Design-Verordnung Nr. 617/2013 für Computer und Server einen guten Überblick, rät die Zeitschrift "kompetent" (Ausgabe Oktober 2014); für Monitore oder Drucker ist noch immer das Ökosiegel "Energy Star" ein guter Anhaltspunkt. Weitere Siegel sind Der Blaue Engel, das TCO-Label und das EU-Ecolabel.

Server und deren Kühlung

Laut "kompetent"-Autoren lassen sich in Rechenzentren rund zwei Drittel an Energie sparen. So müssten mit optimierten IT-Komponenten frühere Höchsttemperaturen nicht mehr eingehalten werden. Eine Maßnahme könnte auch die Virtualisierung, die Nutzung von Online-Speicherkapazitäten sein. Besonders kleine Firmen könnten davon profitieren, beispielsweise Cloud-Dienste in Anspruch zu nehmen. Mit virtuellen Speichern könne man 15 bis 20 Prozent an Energie sparen.

Drucker, Kopierer und Scanner

Tintenstrahldrucker haben in der Regel einen geringeren Stromverbrauch als Laserdrucker. Wer selten druckt, für den lohnt sich daher der Tintendrucker. Allerdings ist bei manchen Tintendruckern das vollständige Abschalten nicht sinnvoll, weil der Druckkopf beim Start mit Tinte gespült wird - dann sind die Kosten für den Tintenverbrauch eventuell höher als die Stromersparnis. Hier sollte man sich beim Hersteller erkundigen. Multifunktionsgeräte samt Scanner und Kopierer kombinieren alle Einzelfunktionen und können daher zusätzlich Energie sparen.

Die Autoren von "kompetent" weisen zudem noch darauf hin, dass digitalisierte Formulare und Dokumente sowie Druckzentren nicht nur die Kosten senken können, sondern insgesamt zu effizienteren Kommunikationsprozessen beitragen.

Die Initiative Energieeffizienz stellt eine Liste mit besonders energieeffizienten Computern, Laptops und Druckern bereit.

Energiesparschritte für Unternehmen

  • Ausstattung aufgrund des Bedarfs abwägen:
    Welcher Bedarf besteht an welchem Arbeitsplatz? Genügt ein PC mit geringer Rechenleistung und wird tatsächlich ein eigener Drucker benötigt?
  • Geeignete Technologien wählen
    z.B. eine Thin-Client-Lösung, bei denen der einzelne Arbeitsplätze nur aus Maus, Tastatur, Monitor und einem Thin-Client, einer Benutzerschnittstelle zum Server, bestehen. Die eigentliche Datenverarbeitung findet dabei auf dem Hauptserver statt.
  • Effizienzkriterien bei der Beschaffung
    Jedes Gerät sollte vor dem Kauf auf seine Betriebskosten für die nächsten drei bis sechs Jahre überprüft werden. Außerdem sollte man darauf achten, ob die Ökodesign-Bestimmungen eingehalten werden oder ob das Gerät über ein Energiesiegel verfügt.
  • Gezielte Konfiguration
    Bei den Geräten sollte man sich nicht auf die Voreinstellungen verlassen. Viele Energiespar-Einstellungen müssen erst noch aktiviert werden. Gerade bei den Einstellungen für Drucker oder Faxgeräte kann der jeweilige Administrator zur Energieeffizienz sinnvolle Konfigurationen vornehmen.
  • Mitarbeiter informieren
    Massive Einsparungen sind unter Mithilfe der Mitarbeiter möglich - und das mit kleinen Maßnahmen. Beispiele: Der Verzicht auf einen Bildschirmschoner und die vollständige Abschaltung der Geräte zum Feierabend.

Quelle: DPA

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