Standortfrage

Gasmelder anbringen: Für jeden der richtige Platz

Gasmelder sollen ähnlich Rauchmeldern helfen, Gefahrensituationen rechtzeitig zu bemerken. Hierbei gibt es verschiedene Meldertypen für die unterschiedlichen Gassorten. Wo diese Gasmelder jeweils anzubringen sind, lesen Sie hier!

Gas© klikk / Fotolia.com

Selbst bei gut gewarteten Gasanlagen kann es zu einem gefährlichen Austritt von Gas kommen. Materialermüdung, Fehler beim Einbau oder einfach Unaufmerksamkeit können zur Freisetzung von Gas führen. Immer wieder hört man von Fällen, in welchen Bewohner an Gas erstickten oder es zu einer Explosion kam. Um dieses Risiko zu bannen, gibt es Gasmelder, die kleinste Mengen Gas in der Luft erkennen und Alarm schlagen. Gasmelder gibt es für drei verschiedene Gasarten: Erdgas, Stickoxide und Propangas.

Erdgas-Melder

Wer mit Erdgas heizt und kocht, sollte sich über die Anschaffung eines Erdgas-Melders Gedanken machen. Erdgas ist grundsätzlich farb- und geruchsfrei, wird jedoch seitens der Gasnetzbetreiber mit einem unangenehm riechenden Duftstoff versetzt, damit es im Falle eines Austrittes bemerkt wird. Nichtsdestotrotz sollte man sich nicht nur auf seine Nase verlassen, die beispielsweise im Schlaf nicht immer die zuverlässigste ist. Bei einer zu hohen Gaskonzentration droht die Selbstentzündung und eine Explosion. Erdgas ist leichter als Luft und steigt somit nach oben – hier sollte der Gasmelder auch angebracht werden, etwa 30 cm unter der Decke.

CO-Melder

Wer einen Kamin, Ofen oder auch eine Gastherme im Haus hat, sollte in Form eines CO-Melders vorsorgen. Bei der Verbrennung entstehen Stickoxide, darunter Kohlenmonoxid (CO), die nicht korrekt abgeführt zum Ersticken der Bewohner führen können. Das völlig farb- und geruchsfreie Gas verteilt sich gleichmäßig in der Luft und führt in geringer Konzentration (über 20 Prozent CO-Konzentration im Blut) zum Schläfrigwerden bis hin zum Erstickungstod (bei acht Promille CO in der Raumluft nach etwa zehn Minuten). Der Gasmelder schlägt bei einer bestimmten Konzentration Kohlenmonoxid in der Luft an. Es macht Sinn, den Melder in der Umgebung, nicht jedoch in unmittelbarer Nähe der Gasquelle anzubringen.

Propan-Gasmelder

Für viele eher irrelevant, aber auch auf dem Markt verfügbar sind Propan-Gasmelder. Propan wird beim Camping genutzt, teilweise aber auch zum Heizen in Form von Gastanks hinter dem Wohnhaus. Das ebenfalls farb- und geruchsfreie Gas ist schwerer als Luft, sinkt auf den Boden des Zimmers ab und bedroht die Bewohner durch Explosion und Erstickungsgefahr. Auch hier ist das Verwenden eines passenden Gasmelders also durchaus anzuraten. Dieser wird im Gegensatz zum Erdgas-Melder wenige Zentimeter über dem Boden installiert.

Darauf sollte man beim Kauf achten

Möchte man einen Gasmelder installieren, sollte man bei der Auswahl unbedingt darauf achten, dass der Melder beim tatsächlich verwendeten Gastyp anschlägt – denn wenn ein Rauchmelder auf jede Art von Rauch reagiert, springen Gasmelder nicht universell auf jedes Gas an. Weiterhin sollte man auf TÜV- oder GS-Siegel achten, so weiß man, dass der Meldertyp auf eine einwandfreie Funktion getestet wurde. Außerdem ist es sinnvoll, auf eine lange Lebensdauer zu achten, welche beispielsweise über eine lange Garantiezeit abgesichert ist – Gasmelder halten nicht ewig. Selbstverständlich sollte der Melder möglichst laut sein (über 75 Dezibel), sodass er überall im Haus gehört wird. Weiter kann vor dem Kauf ein Auge auf den Stromverbrauch geworfen werden – es gibt von Modell zu Modell Unterschiede. Um zu verhindern, dass der Melder bei Stromausfall einfach mit Pause macht, ist außerdem eine Pufferbatterie sinnvoll.

Installation: Gasmelder richtig anbringen

Anzubringen sind die Gasmelder je nach Gastyp wie oben beschrieben. Erdgas-Melder nach oben, CO-Melder in die Nähe der Gefährdungsortes, Propan-Melder nach unten. Einige Orte sollte man bei der Installation jedoch grundsätzlich meiden: So schlagen Gasmelder in der Nähe von Fenstern oder Türen sowie nahe eines Dunstabzuges häufig aufgrund der Frischluftzufuhr später an, als sie sollten. Nahe eines Abflusses oder in unmittelbarer Nähe der Gasquelle kann es zu Fehlalarmen kommen. Ein Rat vom Fachmann kann bei der Auswahl des besten Platzes sinnvoll sein.

Wenn der Gasmelder anschlägt

Schlägt der Gasmelder an, sollte man Ruhe bewahren! Jegliche Funken (auch wie sie beim Einschalten von Licht entstehen können!) sollten vermieden werden. Nachdem man alle Fenster weit geöffnet hat und der Gashahn, soweit er vorhanden ist, geschlossen wurde, wird das Haus geräumt. Selbst wenn man nur einen Fehlalarm vermutet, informiert man von außerhalb die Feuerwehr oder den Entstördienst des Gasnetzbetreibers. Dieser geht dem Alarm auf den Grund und beseitigt das Problem. Und keine Angst: Selbst wenn es nur ein Fehlalarm gewesen sein sollte, bittet weder Feuerwehr noch Entstördienst Sie zur Kasse.

Ausführliche Infos zum Thema Gas
  • Gasverbrauch

    Gaszähler

    Grundsätzliches und Wissenswertes zum Gaszähler

    Wer mit Erdgas heizt, der hat auch einen Gaszähler im Haus. Dieser hält die verbrauchten Gasmengen fest. Wie man ihn abliest, wartet und was es sonst noch über den Gaszähler zu wissen gibt, lesen Sie hier!

  • Energiewirtschaft

    Erdgas

    Erdgas: Herkunft, Förderung und Reserven

    Ohne Erdgas sähe die heutige Welt ganz anders aus als wir sie kennen. Doch wo kommt Erdgas eigentlich her, wie wird es verwendet und wann wird es knapp werden? Dieser und anderen Fragen gehen wir hier nach!

  • CO2 Emissionen

    CO2

    CO2 und der Zusammenhang mit dem Weltklima

    Kohlenstoffdioxid, auch als CO2 bekannt, ist in aller Munde. Der Hauptgrund dafür ist wohl die klimaschädigende Wirkung des Gases. Doch was genau macht CO2 so schädlich, wo es doch in großen Mengen ohnehin in der Natur vorkommt?