Heizkosten senken

So wird die Gasheizung optimal eingestellt

Rund 70 Prozent der im Haushalt aufgewendeten Energie entfällt auf die Heizung. Wer seine Gasheizung richtig einstellt, sorgt dafür, dass diese optimal arbeitet. Entlüften, hydraulischer Abgleich, Thermostate: So kann man effizient Heizkosten senken.

Thermostat© by-studio / Fotolia.com

Mit den richtigen Einstellungen bei der Gasheizung lässt sich nicht nur Bares sparen, sondern man schont nebenbei auch noch die Umwelt durch einen geringeren Ausstoß an Klimagasen und erhöht den Wohnkomfort durch eine gleichmäßigere Wärme. Einen Teil der Optimierungsmaßnahmen kann man selbst durchführen, bei anderen sollte man schon etwas Ahnung von der Materie haben. Laien holen am besten einfach einen Heizungsmonteur und sprechen mit diesem ihre Wünsche ab.

Luft aus dem System lassen

Schnell und auch als Laie durchführbar ist das regelmäßige Entlüften der Heizungsanlage. Mit der Zeit gelangt Luft ins Heizungssystem, welche ein extrem schlechter Wärmeleiter ist. Umso mehr Luft sich im System befindet, desto ineffektiver wird das Heizen, teilweise werde Heizkörper gar nicht mehr erst richtig warm. Ein untrügliches Zeichen, dass eine Heizungsentlüftung mal wieder angesagt ist, stellt das Gluckern der Heizkörper dar. Am häufigsten sind Heizkörper im oberen Stockwerk betroffen – schließlich wandert die leichte Luft nach oben. Entlüften lassen sich die Heizkörper über eine kleine Schraube am gegenüberliegenden Ende des Thermostates.

Bereithalten sollte man einen Lappen, einen Behälter, um Wasser aufzufangen, sowie ein passendes Werkzeug, um die Schraube zu öffnen. Hierzu gibt es im Baumarkt spezielle Schlüssel, mit ein bisschen Geschick funktioniert es jedoch auch mit Zange und Schraubenzieher. Beim Aufdrehen der Schraube wird zuerst die Luft entweichen und dann das Heizwasser folgen. Sobald keine Luft, sondern nur noch Wasser kommt, verschließt man die Schraube wieder. Den Lappen und den Behälter nutzt man zum Auffangen der kleinen Wassermenge.

Gasheizung einstellen mit programmierbaren Thermostaten

Zur Optimierung der Gasheizung können elektronische und programmierbare Thermostate beitragen. Gegenüber herkömmlichen Thermostaten haben sie den Vorteil, dass man nicht mehrmals am Tag an ihnen herumdrehen muss, um die Komforttemperatur zu erreichen. Auch vergisst man nicht, die Heizkörper beim Verlassen der Wohnung herunterzuregeln.

Je nach Aufenthalt in der Wohnung und Zimmer programmiert man die Thermostate einmalig für den gesamten Winter und alles geht von alleine: Etwa im Bad morgens um 6 Uhr angenehme 23 Grad zum Duschen, danach ganztags gas-sparende 17 Grad, bis das Bad Richtung Abend erneut auf angenehme Temperatur gebracht wird. Gleiches auch in Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer – schließlich muss man die Räume nicht voll beheizen, wenn man sie nicht nutzt.

Ein Zauberwort ist daher unter anderem auch die Nachtabsenkung – denn wer benötigt beispielsweise nachts um drei Uhr 20 Grad im Wohnzimmer? Dabei sollte man die Temperatur jedoch nicht zu stark fallen lassen, da sonst das erneute Aufheizen energieintensiver ist als die möglichen Einsparungen. Als Faustregel gilt, die Temperatur nicht unter 16 Grad fallen zu lassen. Mehr als fünf Grad Unterschied zwischen Standby- und Nutzungstemperatur gelten als ineffizient.

Alte Umwälzpumpe? Austausch kann sich lohnen

Ein weiteres wichtiges Bauteil im Heizungssystem ist die Umwälzpumpe. Diese sorgt dafür, dass das warme Wasser überhaupt erst in den Räumen ankommt. Alte Modelle sind jedoch häufig enorme Stromfresser, sodass ein Austausch lohnenswert ist. In den letzten Jahren hat sich bei den Pumpen einiges in Sachen Effizienz getan, die Technik wird immer intelligenter. Alte Pumpen arbeiten einfach rund um die Uhr, auch wenn die Heizungsventile geschlossen sind und der Druck in den Leitungen eigentlich gar nicht benötigt wird. Neue Geräte hingegen erkennen, wie viel Druck gerade im System gebraucht wird und drosseln oder erhöhen ihre Leistung entsprechend. Den Unterschied bemerkt man auf der Stromrechnung: Alte Pumpen überschreiten schonmal die 400 Kilowattstunden im Jahr, moderne Modelle benötigen lediglich noch 50 Kilowattstunden pro Jahr.

Passende Vorlauftemperatur bei Brennwertöfen

Schon etwas kniffliger wird das Einstellen der passenden Vorlauftemperatur, weswegen sich die meisten hier Hilfe holen dürften. Häufig ist es so, dass die Vorlauftemperatur zu hoch eingestellt ist und die Gasheizung aus diesem Grund nicht optimal arbeiten kann. Bei Bennwertkesseln muss die Temperatur des Rücklaufwassers (also des Wassers, welches von den Heizkörpern zurück zum Brennkessel fließt) möglichst niedrig sein, da dieses noch einmal an den heißen Abgasen entlanggeführt wird und ihnen Hitze entzieht. Das soll verhindern, dass man im wahrsten Sinne des Wortes zum Schornstein hinausheizt, und vermindert den Heizbedarf des Ofens.

Ist die Rücklauftemperatur jedoch zu hoch, funktioniert dieses System nicht oder nur unvollständig. Deswegen ist es wichtig, dass die Vorlauftemperatur genau so eingestellt ist, dass die Wärme ausreicht, die Räume auf die gewünschte Temperatur zu bringen, aber die Rücklauftemperatur möglichst kühl ist. Grundsätzlich gilt hierbei: Je geringer die Systemlauftemperatur, desto geringer sind Wärmeverluste. Ein möglichst kalter Rücklauf stellt die maximale Wärmeausbeute sicher.

Je größer die Heizkörper im Haus sind, desto geringer kann die Vorlauftemperatur sein. Durch die vielen individuellen Parameter muss man häufig etwas herumprobieren, um die optimale Temperatur zu finden – wenn auch Erfahrungswerte sehr nützlich sein können.

Hydraulischer Abgleich für gleichmäßig warme Heizkörper

Ebenfalls sinnvoll kann ein hydraulischer Abgleich der Gasheizung sein. Dieser sorgt dafür, dass alle Heizkörper im Haus gleich warm werden und so eine ausgewogene Wärmeverteilung möglich wird. Wird der hydraulische Abgleich gar nicht oder fehlerhaft durchgeführt, ist es häufig so, dass die Heizkörper im unteren Stockwerk sehr heiß werden, sodass man diese kaum aufdrehen kann, es im oberen Stockwerk hingegen an Wärme fehlt und selbst voll aufgedrehte Heizkörper nicht zur gewünschten Raumwärme führen. Erst wenn man die unteren Heizkörper zudreht, kommt die Wärme auch bei der oberen an. Ein hydraulischer Abgleich sollte dieses Problem beheben, indem er das gesamte Heizungssystem aufeinander abstimmt.

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