Nebenkosten senken

Gasanbieter wechseln auch in der Mietwohnung möglich

Auch wenn man zur Miete wohnt, kann man seinen Gasanbieter wechseln. Wie der Wechsel für Mieter abläuft, ist davon abhängig, ob die Mietwohnung einen eigenen Gaszähler hat, oder ob ein Gaszähler das gesamte Mehrparteienhaus abdeckt und die Heizkosten am Ende auf die Mieter umgelegt werden.

GasverbrauchMit einem Gasanbieterwechsel kann man auch in der Mietwohnung seine Heizkosten senken© tournee / Fotolia.com

Gasanbieter wechseln mit eigenem Zähler in Mietwohnung

Wenn Sie zu denjenigen gehören, die einen eigenen Gaszähler für Ihre Mietwohnung haben und schon selber einen Vertrag mit einem Gasanbieter abgeschlossen haben, können Sie den Gasanbieter ohne Probleme wechseln. Wenn Sie einen eigenen Vertrag haben, bekommen Sie Ihre Gasrechnung direkt vom Gasanbieter, dort ist auch die Zählernummer vermerkt. In diesem Fall können Sie einfach einen kostenlosen Gastarifvergleich machen und zum gewünschten Anbieter wechseln. Auch in einer Mietwohnung kann man so seine Gasrechnung spürbar senken und die Haushaltskasse entlasten.

Beachten Sie, dass sich der Gaszähler sich nicht zwangsläufig direkt in der Mietwohnung befindet. Möglicherweise hängt dieser im Keller oder im Treppenhaus des Gebäudes, auch dann ist der Wechsel natürlich problemlos möglich. Sie sind übrigens nicht dazu verpflichtet Ihren Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung über den Wechsel zu informieren.

Kein eigener Gaszähler für die Mietwohnung?

Wenn es für Ihre Mietwohnung keinen eigenen Gaszähler gibt und die Kosten für Gas über die Nebenkosten abgerechnet werden, ist der direkte Gasanbieterwechsel leider nicht möglich. Jedoch können Sie in diesem Fall Ihren Vermieter auf die Möglichkeit des Wechsels und das Sparpotenzial ansprechen und ihn bitten, den Anbieter zu wechseln. Dafür können Sie schon vorab Gastarife mit dem Gasrechner vergleichen und Ihrem Vermieter günstige Angebote vorlegen, denn in der Regel lassen sich Vermieter gerne von attraktiven Angeboten überzeugen.

Darauf sollte man bei einem Gasanbieterwechsel achten:

Kündigung: Für Kunden in der Grundversorgung ist der Wechsel ganz einfach: "Sie können ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von zwei Wochen kündigen", sagt Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Für sie lohnt sich der Schritt finanziell oft am meisten. Etwas anders sind die Regeln für Sonderkunden - also Kunden, die mit dem Grundversorger einen bestimmten Tarif vereinbart haben oder bei einem anderen Anbieter sind. Sie haben bei Preiserhöhungen in der Regel ein Sonderkündigungsrecht. Ansonsten variieren ihre Kündigungsfristen je nach Vertrag. Die genauen Bestimmungen finden sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Für Mieter einer Wohnung mit Gasheizung gilt: Wer keinen eigenen Vertrag mit dem Gaslieferanten hat, muss sich an seinen Vermieter wenden.

Wechsel: Verbraucher sollten zunächst nach Angeboten und günstigen Tarifen suchen. Dafür gibt es spezielle Tarifrechner im Internet. Wichtig dabei: Bonus-Zahlungen und Preisgarantien klingen gut - doch teilweise beziehen sich die Garantien nur auf bestimmte Preisbestandteile. Außerdem zahlen manche Anbieter den Bonus nur, wenn der Vertrag mehr als ein Jahr läuft. Verbraucher sollten also nicht nur auf den Preis achten, sondern auch das Kleingedruckte genau lesen, empfiehlt Schröder. Wer darauf keine Lust hat, kann auch vom Grundversorger einen preisgünstigeren Tarif fordern und mit ihm einen Sondervertrag abschließen. Wichtig für alle: Kunden sollten ihren Gaszähler am Tag des Wechsels ablesen und den aktuellen Stand jeweils ihrem alten und neuen Gasanbieter mitteilen.

Vertragsabschluss: Wer den Vertrag über das Internet abschließt, sollte vorher von dem Angebot einen Screenshot machen - er kann gegebenenfalls als Nachweis dienen. Mit dem neuen Vertrag verändern sich meist weitere Konditionen. Schröder rät zu Laufzeiten von einem Jahr. "So bleiben Kunden flexibler und können auf Preisveränderungen am Markt schneller reagieren", erklärt der Verbraucherschützer. Außerdem seien Kündigungsfristen von vier bis sechs Wochen sinnvoll. Gut zu wissen: In der Regel übernimmt der neue Anbieter die Kündigung. Dafür müssen Verbraucher ihm bei der Vertragsunterzeichnung aber eine Vollmacht erteilen.

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Quelle: DPA

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