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Gas, Elektro und Induktion: Das passende Kochfeld auswählen

Beim Thema Gas- oder Elektroherd scheiden sich die Geister. Wer auf der Suche nach einem passenden Kochfeld ist, sollte die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme beachten. Beim Energieverbrauch gibt es einen klaren Sieger.

kochenBeim passenden Kochfeld zählen die persönlichen Vorlieben. Was den Energieverbrauch angeht, liegt eine Technik weit vorne.© Robert Kneschke / Fotolia.com

Mannheim - Gas oder Elektro - das ist keine Frage der Technik, es ist eine des Glaubens. Die einen Hobbyköche schwören auf das Brutzeln mit Gas, die anderen halten aus Sicherheitsgründen gar nichts davon. Doch im Markt ist Bewegung: Eine Technik namens Induktion bringt diesen Glaubenskampf durcheinander und bietet ebenso schnelle Hitze auf Knopfdruck. Aber was ist denn nun das Richtige für wen? Ein Überblick:

Gusseiserne Kochplatten werden kaum noch gekauft

Gusseiserne Kochplatten waren mal der Standard. "So eine Kochstelle ist im Einsteigerbereich oder auf einem billigen Standherd noch zu haben, aber das kauft kaum jemand mehr", sagt Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+. "Sie verbrauchen am meisten Strom." Auch Kirk Mangels von der Arbeitsgemeinschaft Die moderne Küche bestätigt: "Wir beschäftigen uns hauptsächlich mit Glaskeramikkochstellen, die strahlungs- oder induktionsbeheizt sind, oder mit Gas."

Kochen mit Gas: Niedrige Temperaturen sind ein Problem

"Bei Gaskochstellen ist der Marktanteil gering, aber konstant", sagt Mangels. Meistens seien es Fans, die mit Gas kochen. Dabei hat diese Variante einige Vorteile: Gas ist günstiger als Strom. Und bei Gas entsteht die Hitze direkt am Topf, lässt sich stufenlos und schnell regulieren. "Die Temperatur der Gasflamme ist immer die gleiche", erklärt Hauswirtschaftsmeisterin Astrid Niessen vom DHB - Netzwerk Haushalt in Erlangen. "Je höher man stellt, desto mehr Fläche wird von der Flamme erfasst." Ist die Flamme aus, ist die Hitze auch direkt weg - was beim Kochen Vorteile hat. Allerdings erfordert das Kochen mit Gas Erfahrung. "Niedrige Temperaturen sind kaum zu erreichen. Butter oder Schokolade schmelzen, klappt kaum", bemängelt Oberascher.

Entscheidender Nachteil ist für viele aber, dass man eben mit einem entzündlichen Stoff Wärme erzeugt - gerade wer keinen Gasanschluss im Haus hat und mit Flaschen kocht. "Da wird es kompliziert mit der Installation und dem Brandschutz", sagt Mangels. Auch das Reinigen eines Gasherdes ist aufwendiger als eines mit Glaskeramik. Allerdings gibt es mittlerweile auch Gasherde kombiniert mit Glaskeramik. Preislich rangieren Gasherde zwischen 100 und 4.000 Euro.

Glaskeramik bzw. Ceran: Energieverbrauch hängt vom Nutzer ab

Herde sind heute meist mit Glaskeramik ausgestattet, auch unter dem Markennamen Ceran bekannt. Diese Kochfelder sind extrem robust und belastbar. Und wird nicht gekocht, kann ihre glatte Oberfläche eine zusätzliche Arbeitsfläche sein. Bei der Zubereitung erhitzen ringförmige Strahlungsheizkörper die Glaskeramik und damit den Topf.

Ein Nachteil: Schaltet man ab, kühlen die Felder nicht sofort ab. Das heißt, man kann umweltbewusst die Nachwärme noch zum Weiterkochen nutzen, oder es geht eben Energie und damit Geld verloren. Wie viel Energie diese Kochstelle verbraucht, kann man daher auch nicht pauschal sagen. "Für Kochstellen gibt es allgemein keine Energielabels, denn das Nutzerverhalten spielt hier eine große Rolle", erklärt Geräteexpertin Oberascher. Sie rät, immer die Gebrauchsanweisung des Herstellers zu lesen, denn dort gebe es viele Tipps zur effizienten Nutzung.

Kleiner Tipp: Glaskeramik-Herde lassen sich schnell reinigen, allerdings nur, wenn das zeitig geschieht. Eingebranntes lässt sich nur schwer wieder entfernen. Herde, die Glaskeramik mit Strahlungswärme erhitzen, sind günstiger als Modelle mit Induktion. Sie kosten zwischen 200 Euro und 1500 Euro.

Induktion benötigt weniger Energie

Auch Induktionsherde haben eine Schicht Glaskeramik, die allerdings mittels Induktion erhitzt wird. "Sie kombiniert die Vorteile der anderen beiden Kochstellen: Sie ist schnell und leicht zu reinigen", sagt Mangels. Die Gefahr von Einbrennen und Verbrennen ist etwas geringer, da die Hitze schneller wieder weg ist, wenn man abschaltet. Dennoch bleibt die Glaskeramik noch warm.

Bei Induktion erzeugen Kupferspulen unter der Glaskeramik ein elektromagnetisches Wechselfeld, das ein speziell dafür geeigneter Topf in Wärme verwandelt. Dadurch braucht Induktion weniger Energie als eine strahlungsbeheizte Kochstelle.

Herde mit Induktion kosten zwischen 300 und 5.000 Euro

Einfache Induktionsherde gibt es ab 300 Euro. Manche Modelle haben schlaue Extras, etwa eine Boosterfunktion. Mit ihr kann man die Leistung einer Kochzone erhöhen, so dass sich die Ankochzeit bei Flüssigkeiten um die Hälfte verringert. Es gibt auch Geräte, die ohne einzelne Kochstellen auskommen. Es gibt nur eine Gesamtfläche und die Sensoren erwärmen darauf nur die Stelle, wo sie einen Topf erkennen. Solche High-End-Geräte, zum Beispiel mit Teppanyaki-Kochfeldern oder Wok-Kochzonen, können bis zu 5.000 Euro kosten.

Was man bei der Küchenplanung beachten sollte: Induktion benötigt meistens eine größere Einbautiefe, so dass darunter eine Schublade nur mit Einschränkungen möglich ist.

Gas, Elektro und Induktion: Der Energieverbrauch der einzelnen Systeme

Gas und Induktion kochen schneller. Aber wie schnell und wie viel Energieersparnis ist damit drin gegenüber einem Modell mit Strahlungswärme? Die Initiative Hausgeräte+ erklärt: Will man einen Liter Wasser zum Kochen bringen, braucht das Kochfeld mit Glaskeramik und Strahlungswärme 7,28 Minuten - ein Gasherd nur 5 Minuten. Induktion bringt das Wasser innerhalb von gut drei Minuten zum Kochen. Dabei verbraucht diese Technologie 37 Prozent weniger Strom als Strahlungswärme und 45 Prozent weniger als eine gusseiserne Kochplatte. Diese braucht 7,40 Minuten zum Erhitzen von einem Liter Wasser. Zur Abkühlung braucht ein Kochfeld mit Induktion rund zehn Minuten, eines mit Strahlungswärme rund 35 und eine gusseiserne Platte etwa 50 Minuten.

Quelle: DPA

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