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Autostromtarif gesucht - Experten geben Tipps

In Sachen Autostromtarife ist der Markt sehr unübersichtlich, immer wieder hört man von stark abweichenden Preisen und unterschiedlichen Abrechnungsmodellen. Wir haben bei The Mobility House - einem Hersteller von Ladestationen -nachgefragt, worauf man achten sollten.

09.12.2020, 11:47 Uhr
Elektroauto Stecker Typ 2Bei der Wahl des Autostromtarifs ist auch wichtig, wie viele Kilometer man mit dem E-Auto fährt.© Picture-Factory / fotolia.com

1.) Bei der Suche nach einem Autostromtarif: Was sind grundlegende Fragen?

Bei der Suche nach dem passenden Autostromtarif sollte man zunächst überlegen, wie viel man tatsächlich fährt und wo das Auto wie lange geladen wird. Die jährliche Fahrleistung, der Verbrauch und das Ladeverhalten – ob zuhause, in der Arbeit oder an öffentlichen Ladestationen – sind hier die entscheidenden Faktoren. Wichtig zu wissen ist auch, dass sich der Tarif aus dem Arbeitspreis (wird in Cent pro Kilowattstunde abgerechnet) und dem Grundpreis, einem Fixpreis, zusammensetzt. Entsprechend dem tatsächlichen Verbrauch wird also nur der Arbeitspreis abgerechnet.

Matthias Suttner/ The Mobility House Matthias Suttner, Head of Key Account Management Wholesale bei The Mobility House, hat unsere Fragen zum Thema Autostromtarif beantwortet. © The Mobility House

Ebenfalls lohnend kann es sein, wenn man gezielt nach Spezialtarifen für das eigene Ladeverhalten sucht. Wer flexibel ist, was die Ladezeiten angeht, kann beispielsweise mit einem HT/NT-Tarif sparen. Denn das Laden in Nebenzeiten, meist nachts, ist aufgrund der geringeren Nachfrage günstiger als der Haupttarif.

Neben dynamischen Stromtarifen können Elektroautofahrer außerdem von niedrigeren Netzentgelten profitieren, wenn sie die Zustimmung zu einer netzdienlichen Steuerung der Ladestation erteilen (§14a EnWG). Stammt der Strom aus erneuerbaren Energien, ist das außerdem ein Vorteil für eventuelle Förderungen. Gibt es eine eigene Photovoltaikanlage, kommt eine Eigenverbrauchsnutzung in Frage.

2.) Tarife für zuhause und unterwegs: Sollte man einen Kombitarif wählen?

Die Frage, ob ein Kombitarif die beste Alternative ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Hier ist immer ein individueller Preisvergleich nötig, und auch das persönliche Ladeverhalten ist ein entscheidender Faktor. Abhängig von der Qualität der öffentlichen Abdeckung, der Ladehäufigkeit und den öffentlichen Standorten, an denen geladen wird, kommt jeder zu einer anderen Antwort. Ausschlaggebend ist auch die Frage, welche Tarifmöglichkeiten und Ladekartenanbieter zur Verfügung stehen.

3.) Die eigene Ladesäule: welche Möglichkeiten haben Mieter und Hausbesitzer?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: den Kauf einer eigenen Ladesäule oder ein Contractingmodell durch einen Betreiber. Da zum 1. Dezember 2020 eine Reform des WEGs (auch Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz – WEMoG) in Kraft tritt, haben ab diesem Zeitpunkt die einzelnen Wohnungseigentümer grundsätzlich einen Anspruch darauf, dass der Einbau einer Lademöglichkeit für ihr Elektrofahrzeug auf Gemeinschaftsflächen, sei es auf einem Parkplatz oder in der Tiefgarage, gestattet wird. Somit kann jeder Wohnungseigentümer angemessene bauliche Veränderungen verlangen, um sein elektrisch betriebenes Fahrzeug zu laden – wozu Elektroautos, Plug-in-Hybride und E-Bikes zählen.

Die Kosten für die Ein- und Umbaumaßnahmen trägt der jeweilige begünstigte Eigentümer. Jene private Anschaffung wird jedoch auch vom Bund mit pauschal 900 Euro pro Ladepunkt bezuschusst. An Stelle der Anschaffungskosten wird bei der zweiten Variante ein monatlicher Mietpreis fällig. Anbieter der Contractingmodelle sind beispielsweise Stadtwerke.

4.) Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Für Käufer von elektrischen Fahrzeugen gibt es eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten. Da nicht nur der Bund, sondern auch die Länder und einzelne Städte solche Fördermöglichkeiten anbieten, variieren die Optionen je nach Wohnort. Eine gute Anlaufstelle für mehr Informationen sind Förderdatenbanken, in denen sich die möglichen Förderungen nach Postleitzahl filtern lassen. Aktuell können Käufer eines vollelektrischen Autos in Deutschland vom Bund beispielsweise bis zu 9.000 Euro Prämie durch den Umweltbonus erhalten. Hinzukommt das neue Förderprogramm der KfW: Im Rahmen des Programms bezuschusst der Bund die Installation privater Ladestationen an Wohngebäuden wie zuvor erwähnt mit 900 Euro pro Ladepunkt. Gefördert wird nicht nur die Wallbox selbst, sondern auch damit verbundene weitere Kosten.

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