Nachhaltig

Wahr oder falsch? 5 Energiespar-Tipps im Check

Bringt der Verzicht auf Standby wirklich so viel? Verbraucht man viel Strom, wenn man sein Handy jeden Tag auflädt? Und dauert es lange, bis sich der Wechsel auf ein effizienteres Gerät amortisiert? 5 Energiespar-Tipps im Check von Verivox!

Steckdosenleiste© Aamon / Fotolia.com

Heidelberg – Viele Verbraucher möchten ihren Energieverbrauch endlich senken, und das nachhaltig. Doch welche Tipps bringen wirklich etwas? Verivox nimmt 5 Energiespar-Tipps genauer unter die Lupe.

Fernseher: Besseres Energielabel – weniger Stromverbrauch?

Teilweise richtig. Beim Kauf eines Fernsehers achten viele Verbraucher auf das sogenannte Energielabel. Aber die Höhe des Stromverbrauchs hängt natürlich auch von der Größe des Bildschirms ab. Ein großer Fernseher mit der Energieeffizienzklasse A kann so unterm Strich mehr Strom verbrauchen als ein kleinerer Fernseher der Klasse B. Es lohnt also ein Blick auf den jährlichen Stromverbrauch in Kilowattstunden. Dieser ist ebenfalls auf dem Energielabel zu finden.

Austausch alter Elektrogeräte finanziert sich von selbst?

Teilweise richtig. Alte Elektrogeräte sind oft wahre Stromfresser. Doch nicht immer refinanziert sich deren Austausch durch die Ersparnis bei den Stromkosten. So müssten beispielsweise Kondenstrockner und Fernseher selbst in der energiesparendsten Variante deutlich länger in Betrieb bleiben, als es ihre durchschnittliche Nutzungsdauer vorsieht. Wer aber die 15 Jahre alte Kühl-Gefrier-Kombination gegen ein Gerät der Effizienzklasse A+++ ersetzt, hat den Kaufpreis nach rund 9 Jahren wieder raus. Eine Kühl-Gefrier-Kombi ist durchschnittlich 12 Jahre im Einsatz.

Kurzprogramme sparen Strom?

Falsch. Kurzprogramme von Wasch- oder Spülmaschine sind schneller fertig, doch dafür brauchen sie mehr Strom als längere Programme. Viele Öko-Programme geben dem Wasser und dem Waschmittel mehr Zeit, um richtig einzuwirken und den Schmutz zu lösen. Dafür erhitzen sie das Wasser nicht so stark und die Mechanik muss nicht so schnell bewegt werden. Daher gilt: Kurzprogramme nur benutzen, wenn Zeitdruck herrscht, ansonsten die gemütlichen Öko-Programme benutzen. Das spart bis zu 40 Prozent Energie und schont die Umwelt.

Handyladen ist teuer?

Falsch. Einer Umfrage des Nachrichtensenders n-tv zufolge geht die Mehrheit der Deutschen davon aus, dass ihr Smartphone jährliche Stromkosten von über 100 Euro verursacht. Tatsächlich sind es aber nur rund zwei Euro pro Jahr – selbst wenn das Smartphone täglich geladen wird.

Auf Standby-Betrieb zu verzichten lohnt sich?

Richtig. Ein Watt, das dauerhaft verschwendet wird, kostet 2,54 Euro pro Jahr. Das klingt nicht teuer. Aber: In Deutschland machen Standby-Verluste rund 10 Prozent des gesamten Strombedarfs aus. In einer Durchschnittsfamilie laufen somit jährlich 400 Kilowattstunden oder 116 Euro ins Leere. Deutschlandweit summiert sich die Stromverschwendung durch Standby auf 13 Milliarden kWh oder 3,8 Milliarden Euro. Würden alle privaten Haushalte den Stecker ziehen, könnte sofort ein großes Kohlekraftwerk vom Netz gehen.

Ausführliche Infos zum Thema Strom
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    BDEW

    BDEW: Vertreter von rund 1.800 Unternehmen

    Vom BDEW hört man immer wieder, vor allem, wenn es um die Themen Energie und Wasser geht. Was aber ist der BDEW, wen vertritt er und welche Ziele stehen hinter dem Verband?

  • Elektroauto

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    Förderung von Elektroautos mit dem Umweltbonus

    Der Absatz von Elektroautos kommt nicht so richtig in Fahrt. Zwischen immer neuen Abgasskandalen kommt jedoch wieder häufiger die Frage auf, ob ein Elektroauto eine sinnvolle Investition ist. Der Umweltbonus soll die Kaufentscheidung erleichtern.

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    Ökostrom-Zertifikate und Gütesiegel: Was ist wirklich öko?

    Nur weil ein Tarif "Ökostrom" genannt wird, heißt das noch nicht, dass ein Verbraucher auch wirklich das bekommt, was er sich von diesem Namen erhofft. Zur besseren Klassifizierung gibt es Ökostrom-Zertifikate und -siegel. Aber auch hier gibt es Unterschiede.