Sparmaßnahmen

Energie sparen in der Metzgerei einfach gemacht

Die Energiepreise sind in den letzten Jahren stetig am steigen – gerade energiehungrige Einrichtungen wie Metzgereien merken das deutlich. Wir kennen simple und kostenlose Kniffe, wie sich in der Metzgerei Energie sparen lässt und nennen lohnenswerte Investitionen.

Stromverbrauch Geschäft© Minerva Studio / Fotolia.com

Den Betrieb zu optimieren ist immer eine gute Idee – so läuft die Produktion flüssiger und kostengünstiger. Ein guter Ansatzpunkt ist die Baustelle Energie. Fast immer finden sich im Unternehmen Punkte, wie sich Energie sparen lässt. Diese sind natürlich je nach Ausstattung und Produktion sehr unterschiedlich. Rund 3-4 Prozent des Gesamtumsatzes einer Metzgerei wird jährlich für die Energiekosten aufgewendet. Einsparpotentiale von über 20 Prozent sind keine Seltenheit. So lässt sich in einer Metzgerei vor allen Dingen Energie sparen, wenn man einen Blick auf die zahlreichen Elektrogeräte des Unternehmens wirft. Hier sind die Bedingung, die Anlageneffizienz und –ausnutzung ausschlaggebend.

Hier verbraucht die Metzgerei die meiste Energie

In einer Metzgerei lässt sich häufig viel Energie sparen, wenn man einen genaueren Blick auf den Herstellungsprozess in der Metzgerei wirft. Rund 40 Prozent aller Energie wird hier aufgewendet. Jeweils weitere 22 Prozent der Energie werden bei der Warmwasseraufbereitung und bei Kühlprozessen verbraucht. Anders als in Büros ist der Energieaufwand für die Raumwärme oder Beleuchtung nahezu irrelevant.

Blick zum Kühlhaus: Sauberkeit und kühle Temperaturen

Frisches Fleisch verdirbt schnell – daher ist jede Metzgerei auf ein einwandfrei funktionierendes Kühlhaus angewiesen. Bereist ohne viel Geld in neue Technik zu investieren, kann man durch wenige Handgriffe Energie sparen. So sollte das Herzstück der Kühlanlage, der Verflüssiger, regelmäßig gereinigt und so etwa von Staub oder Schmutz befreit werden, welcher einen effizienten Wärmeaustausch behindern könnte. Effizienter arbeitet zudem ein Außen-Verflüssiger mit ständig frischer Luftzufuhr. Ist der Verflüssiger in geschlossenen Räumen stationiert, muss er eventuell zusätzlich belüftet werden.

Es gilt: Ein Grad weniger in der Umgebungstemperatur, senkt den Energieverbrauch um 4 Prozent. Daher hilft auch das überlegte Aufstellen von Kühlmöbeln im Verkaufsraum an möglichst kühlen Orten Energie zu sparen.

So wenig Wärme wie möglich einlassen

Weiterhin gilt fürs Kühlhaus: Wer die Tür nur kurz öffnet, lässt weniger Kälte entweichen. Türdichtungen sollten in jedem Fall dicht schließen und Beleuchtungen nur eingeschaltet werden, wenn man sie benötigt – so lässt sich nicht nur direkt die Kälte dort halten, wo sie hingehört, sondern man verhindert auch ein Vereisen des Kühlraumes, was wiederum zu einem erhöhten Energieaufwand bei der Kühlung führen würde. Finden sich dann doch einmal vermehrt Vereisungen, gilt es diese möglichst bald zu entfernen. Wer bereit ist, etwas in sein Kühlhaus zu investieren, kann sich etwa nach Kälteschutzvorhängen umsehen, welche die Kälte vermehrt dort halten, wo sie hingehört. Auch eine neue und moderne Dämmung des Kühlhauses kann zu Einsparungen führen. Wer neue Kühleinheiten kaufen möchte, sollte die Stromverbrauch der verschiedenen Modelle untereinander vergleichen. Bei großem Bedarf von Kühlfläche bietet es sich zudem an, einzelne Einheiten in Blöcken zu installieren, sodass nicht jeder Block von außen zu begehen ist, sondern von innen, wo sich die Temperaturen stärker gleichen.

Warmwasser dank Wärmerückgewinnung

Nicht nur für die Kühlung, auch für die Warmwassergewinnung wird viel Energie aufgewendet. Bei einem täglichen Warmwasserverbrauch ab 750 Liter bietet es sich an, die Abwärme der Kühlaggregate wiederzuverwerten. Bei der Wärmerückgewinnung wird Wasser mittels der Abwärme, welche normalerweise wirkungslos verpufft, genutzt, um Brauchwasser auf etwa 45 Grad erhitzt werden kann. Über eine Nacherhitzung, die idealerweise nicht mittels Strom stattfindet, wird das Wasser dann auf Brauchtemperatur gebracht.

Energie sparen beim Heizsystem

Bei der Warmwasseraufbereitung lässt sich außerdem Energie sparen, indem man die Anlage regelmäßig entkalkt. Kalk hat nämlich ähnlich dem Eis im Kühlhaus eine isolierende Wirkung und lässt die Heizanlage ineffizienter werden. Auch das Isolieren von Warmwasserrohren, kann sich lohnen. Wer die Heizungspumpe außerhalb der Heizperiode ausschaltet, spart ebenfalls einige Kilowattstunden.

Wer noch einen sehr alten Heizkessel verwendet, könnte außerdem über eine Neuanschaffung nachdenken. Heizungsanlagen sind in den letzten Jahren deutlich effizienter geworden, sodass sich bis zu 25 Prozent der bisherigen Heizkosten einsparen lassen. Kochen und Garen in energiesparendem Equipment

Sehr viel Energie wird zudem beim eigentlichen Herstellungsprozess von Wurst und Co. aufgewendet. Energie sparen lässt sich an dieser Stelle, indem man auf sich schließende Kochkessel und –schränke setzt. Außerdem spart viel Energie, wer die sich im Betrieb befindlichen Geräte möglichst selten und kurz öffnet. Hat man eine Möglichkeit gefunden, sein Warmwasser energiesparend zu erhitzen, anbietet es sich außerdem an, den Geschirrspüler ans Warmwasser anzuschließen. Warmhaltegeräte sollten vor Betriebsschluss rechtzeitig ausgeschaltet werden.

Blick auf die Beleuchtung

Auch wenn die Beleuchtung keinen großen Anteil am Gesamtenergieverbrauch der Metzgerei hat, lohnt es sich trotzdem einen Blick auf sie zu werfen: Ist sie nur dort angeschaltet, wo sie benötigt wird? Welche Beleuchtungseinheiten werden verwendet? Alte Glühbirnen oder Neonröhren verbrauchen deutlich mehr Energie als moderne Energiesparlampen. Der Kundenraum muss außerdem nicht die gesamte Nacht beleuchtet werden – hier hilft der Einsatz von Zeitschaltuhren.

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